Kitzingen

Ein Ohr am Bürger

Die Befragung der Passanten und Bürger in Kitzingen läuft auf Hochtouren.Die Antworten sollen Einfluss auf künftige Weichenstellungen haben.
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Großes Interesse an der Befragung: Beim ersten Termin am 5. April standen die Menschen teils Schlange. Am 11. Mai soll eine zweite Befragung am Marktplatz durchgeführt werden. Im Internet können Interessierte bis zum 15. Mai ihre Meinung zu den Einkaufs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt abgeben. Foto: Foto: Claudia Biebl
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270 Menschen haben schon mitgemacht. Tendenz steigend. Die Befragung der Stadt Kitzingen kommt bei den Bürgern gut an. Die Antworten sollen in die Planungen für eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten und der Lebensqualität vor Ort mit einfließen.

Claudia Biebl ist zufrieden. Zusammen mit dem Stadtmarketingverein hat die Frau von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing der Stadt Kitzingen die Befragung der Passanten und Bürger initiiert. Am 5. April sind Auszubildende der Stadt raus dem Rathaus und rein in den Marktplatz gegangen. Sie haben zusammen mit den Passanten rund 150 Fragebogen ausgefüllt. „Die Leute wollten regelrecht befragt werden“, freut sich Biebl über die Resonanz. Entsprechend ausführlich sind viele Antworten auf die bewusst einfach gehaltenen Fragen ausgefallen.

Ausführliche Antworten

„Wir wollen wissen warum, wie oft und wo die Menschen in Kitzingen einkaufen“, erklärt Biebl. Eine letzte Frage ist bewusst einfach gehalten: „Was fehlt Ihnen in Kitzingen?“ Gerade auf diese Frage hat Biebl teils sehr ausführliche Antworten erhalten. Die Antworten reichen von bestimmten Einzelhandelsgeschäften bis hin zu gastronomischen Angeboten direkt am Main.

„Zwei Dinge ziehen sich wie ein roter Faden durch die Antworten“, sagt Biebl. „Die Leute wünschen sich eine höhere Aufenthaltsqualität und mehr Gastronomie in der Stadt.“ Fast alle Befragten gaben an, dass Kitzingen durchaus besser sei als sein Ruf. Die Lage am Main sei toll, die Stadt grundsätzlich sehr schön. „Aber an einigen Stellschrauben können und sollen wir noch drehen“, fasst Biebl die bisherigen Ergebnisse zusammen. Sie will beispielsweise die Innenstadt verstärkt in den Fokus nehmen und durch verschiedene Maßnahmen noch lebenswerter machen.

Leben am Main

All zu viel will Biebl vor Abschluss der Befragungen nicht verraten, um die künftigen Teilnehmer der Befragung nicht zu beeinflussen. Eines kann sie aber jetzt schon sagen: Bis dato decken sich die Wünsche der Bürger weitgehend mit ihren eigenen Vorstellungen. „Das Leben am Main ist bisher zu wenig gewürdigt worden“, sagt sie beispielsweise. Und den Titel „Weinhandelsstadt“ müsse sich die Stadt erst noch verdienen.

Die Kleine Landesgartenschau 2011 am Etwashäuser Ufer hat auch Biebl als Startschuss für ein Umdenken und Umplanen wahrgenommen. Das dürfe aber noch lange nicht zu Ende sein. Die Veranstaltungen des Fördervereins Gartenschaugelände – vom Jazzfrühschoppen bis zur Serenade – findet Biebl wunderbar, den Stadtschoppen auf der Alten Mainbrücke haben die Kitzinger schnell ins Herz geschlossen. 2017 startete das Projekt an vier verlängerten Wochenenden, letztes Jahr waren es schon zehn. In diesem Jahr wird es 23 Stadtschoppen geben. „In jeder Woche ist ein anderer Winzer an der Reihe“, kündigt Biebl an. Selbst renommierte Weingüter wie Hans Wirsching aus Iphofen oder Horst Sauer aus Escherndorf sind in diesem Jahr am Start. „Ohne, dass wir sie überreden mussten“, stellt Biebl klar.

Leerstandsquote

Am 1. Mai fällt in diesem Jahr der Startschuss, gleichzeitig werden weitere Aktionen rund um den Main präsentiert. Als Zugpferd für einen berechtigten Ruf Kitzingens als Weinhandelsstadt kann sich Biebl eine Vinothek am Marktplatz vorstellen. Die Pläne des Stadtmarketingvereins, eine solche Einrichtung im ehemaligen Gebrauchtwarengeschäft Dietz einzurichten, hält sie für richtig. Dort sollen nicht nur die Kitzinger Winzer vertreten sein, sondern auch die besten Weingüter aus Franken. „Das wäre auch eine super Ergänzung zu unserem Stadtschoppen“, sagt sie.

Neues ausprobieren, aus Fehlern lernen: In diesem Sinne sollen heuer auch die ersten so genannten „Pop-up-Stores“ eröffnen. In Läden, die sonst leer stehen, können entweder ortsansässige Einzelhändler ihre Lagerbestände verkaufen oder neue Geschäftsleute ihre Geschäftsideen ausprobieren. Derzeit stehen im Kitzinger Innenstadtbereich etwas mehr als 20 Läden leer. „Im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe ist das ein ganz normaler Wert“, versichert Biebl.

Am 11. Mai soll die zweite Befragung am Marktplatz durchgeführt werden, bis zum 15. Mai haben alle Bürger die Möglichkeit, online über „kitzingen-kanns.de“ an der Umfrage teilzunehmen. „Wir rufen außerdem auf Facebook zur Teilnahme auf“, erklärt Biebl und versichert: Je mehr Meinungen einlaufen, desto besser. „Wir können dann gezielter auf die Wünsche der Bürger eingehen.“



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