Kitzingen

Ein neuer Stadtteil wächst

Baustellen-Serie, Teil 6: Großes Interesse an Marshall-Heights. Polizei wird einziehen.
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Ein Riesen-Potenzial am Stadtrand von Kitzingen. Die Marshall-Heights umfassen 32 Hektar Fläche und rund 730 Wohneinheiten.
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32 Hektar, mehr als 700 Wohneinheiten. Ein Kilometerlanges Straßen- und Kanalnetz, eine eigene Energieversorgung. Georg Wittmann hat im Februar 2015 einen ganzen Stadtteil erworben. Drei Jahre später bereut er die Entscheidung nicht. Im Gegenteil. Die Marshall-Heights entwickeln sich nach Plan. Bis zu 3000 Menschen sollen hier einmal leben.

Georg Wittmann und sein Sohn Dirk empfangen im renovierten Bürogebäude. An den Wänden Pläne und Skizzen von der ehemaligen US-Siedlung im Westen Kitzingens. Immer wieder läutet das Telefon. „Wahnsinnig viele Anfragen“, sagt Wittmann senior und runzelt die Stirn. Dass er sich mal über zu viele Interessenten beklagen würde, hätte er wohl auch nicht gedacht.

Im Mai 2016 konnte Georg Wittmann mit der Vermarktung loslegen. Vorher musste er seine Pläne mit der Stadt abstimmen, die Energieversorgung und die Straßensanierungen abklären. „Tiefbauamt und Bauhof haben gut gearbeitet“, lobt der Investor. Die allgemeine Wirtschaftslage kam ihm zugute. Niedrige Zinsen, kaum verfügbarer Wohnraum.

Die 103 so genannten Texas-Häuser – Einfamilienhäuser im oberen Teil des Geländes – waren ruckzuck verkauft. Wittmann machte sich an die Renovierung der ersten Wohnblocks. 24 Wohnungen hat jeder Block, binnen kürzester Zeit waren drei von ihnen ausverkauft. Zwei weitere Wohnblocks werden gerade auf den Weg gebracht, sprich: Die Sanierung hat begonnen. „Ich habe hier eine Liste mit 500 Namen“, sagt Wittmann. „Die wollen alle auch noch eine Wohnung kaufen.“ Zwei Drittel der Anfragen kommen von außerhalb Kitzingens, die Mehrheit davon sogar von außerhalb des Landkreises.

Georg Wittmann drückt aufs Tempo. Er will die Gunst der Stunde nutzen. Wenn alles gut geht, sollen die meisten Verkaufsverträge für die Wohnblocks in spätestens fünf Jahren unterzeichnet sein. „Die Rahmenbedingungen werden sich verändern“, prophezeit er. Deshalb wird in den kommenden Wochen und Monaten jede Menge passieren auf dem Gelände direkt an der B8. Die Kanalsanierungen für das zweite Erschließungsgebiet sind ausgeschrieben, wenn das Wetter passt, beginnen bald auch die Straßensanierungen für den zweiten Bauabschnitt.

Acht Wohnblocks auf der anderen Seite der Hauptverkehrsachse will er nicht selbst herrichten, sondern verkaufen. „Interessenten gibt es genug“, sagt er. Die Licht-, Kraft- und Wasserwerke haben sich für die Wiederherstellung der Gasversorgung in diesen acht Wohnblocks bereits angemeldet. Bis Ende des Jahres sollte auch dieser Bereich abgeschlossen, die ersten Mieter eingezogen sein.

Bleiben rund zehn Wohnblocks, die in der Nähe der Bundesstraße Richtung Würzburg stehen. Eine verkehrstechnisch attraktive Lage, was nicht zuletzt die Polizeiinspektion überzeugt hat. „Wir haben die Zusage“, freut sich Georg Wittmann. Die Polizei will einen Teil des Geländes, direkt an der derzeit geschlossenen Einfahrt, kaufen. Zwei Wohnblocks werden abgerissen, ein Neubau soll entstehen. Das alles ist noch Zukunftsmusik. Aber ein weiterer Baustein in dem spannenden Verfahren, einen neuen Stadtteil zu entwickeln.

Niedrige Zinsen, kaum Arbeitslose: Die Deutschen machen sich auf die Suche nach Wohneigentum. In den Marshall-Heights finden sie vergleichsweise günstigen Wohnraum. „Marktgerecht“, nennt Dirk Wittmann die Angebote. Zwischen 130 000 und 190 000 Euro kosten die 85 bis 112 Quadratmeter großen Wohnungen.

Werbung musste Georg Wittmann für sein Projekt kaum machen. Wollte er auch nicht. „Die Leute müssen von selbst kommen“, sagt er. Und das tun sie. Die Grundüberlegung ist für Wittmann nachvollziehbar: Mit dem gleichen Geld, das für eine Miete zu berappen ist, lässt sich auf Dauer auch eine eigene Immobilie finanzieren.

„Ich habe hier eine Liste mit 500 Namen. Die wollen alle auch noch eine Wohnung kaufen.“
Georg Wittmann, Investor

Nach und nach soll die Infrastruktur in dem Areal wachsen. Zwei Kindergärten werden kommen, Platz wäre auch noch für eine Schule. Die alte Elementary-School steht derzeit noch leer. Wittmann ist außerdem in intensiven Gesprächen mit zwei Verbrauchermarkt-Ketten. Eine soll auf jeden Fall kommen. „Das könnte dann auch eine Sogwirkung für andere Gewerbe darstellen“, hofft er.

32 Hektar und 730 Wohneinheiten: Viel Entwicklungspotenzial, viel Arbeit. Geht es nach Georg und Dirk Wittmann ist der neue Stadtteil spätestens 2025 ein lebendiges Schmuckstück.



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