MARKTSTEFT

Ein Kreis mit Ecken und Kanten

Kreis oder Ampel? Die Kreuzung Am Traugraben beschäftigt die Marktstefter Stadträte. Mit den Ergebnissen vom Staatlichen Bauamt waren sie jedenfalls nicht zufrieden.
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Die Kreuzung im Gewerbegebiet Am Traugraben beschäftigt weiterhin den Marktstefter Stadtrat. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Kreis oder Ampel? Diese Gretchenfrage, wie die Kreuzung der Staatsstraße 2271 am Gewerbegebiet Am Traugraben sicherer geregelt werden könne, beschäftigte den Marktstefter Stadtrat am Montagabend einmal mehr.

Mehr als 8000 Fahrzeuge pro Tag bewegen sich von dort aus in Richtung Kitzingen, über 9300 sind es sogar vom Knotenpunkt aus nach Marktbreit. Dabei kommt dem Schwerlastverkehr ein bedeutender Anteil zu. Ein Sichtschutz wurde bereits aufgestellt, wodurch sich die Anzahl der folgenschweren Unfälle verringerte.

Drei Varianten

Zufrieden waren die Räte nicht mit den Ergebnissen, die ihnen das Staatliche Bauamt in Würzburg für einen dort möglichen Kreisverkehr vorgeschlagen hatte. Drei Varianten präsentierte Bürgermeister Thomas Reichert nun seinen Ratskollegen – alle verbunden mit geschätzten Kosten von bis zu einer Million Euro. Die kleine Variante mit einem Durchmesser von 40 Metern und vier Einfahrten wäre zwar die günstigste, doch die geringe Größe könnte den Schwerlastverkehr beim Umfahren behindern und somit mehr Schaden als Nutzen bringen.

Eine größere Planung mit 45 Metern würde dieses Problem zwar entzerren, doch müsste die Stadt neuen Grund erwerben, der sich in privater Hand befinde. Ebenso würde eine Änderung des angrenzenden Regenrückhaltebeckens einen zusätzlichen Aufwand bedeuten. Beides könnte weitere Kosten von 40 000 Euro verursachen. Die umfangreichste Variante mit fünf statt vier Ästen könnte einen doppelten Knoten nach der Einfahrt zum Gewerbegebiet zwar verhindern, würde aber auch die höchsten Kosten von über einer Million Euro verursachen.

„Sie wollen uns die Ampel aufs Auge drücken“
Eckhard Himmel über die Studie des Staatlichen Bauamts zur Kreuzung

Günter Seitz war verärgert, dass die Studie das Gegenteil der eigentlichen Absicht, wie man dort einen Kreisverkehr bauen könne, ausdrücke. „Sie sind auf unsere Wünsche und Vorstellungen nicht eingegangen, sondern wollen uns die Ampel aufs Auge drücken“, fand auch Eckhard Himmel.

Während Bernhard Etzelmüller an den früheren Stadtratsbeschluss erinnerte, der sich für einen Kreisverkehr aussprach, mahnte Dieter Haag die bis zu viermal so hohen Kosten für so eine Lösung an: „Sie muss vernünftig und pragmatisch sein.“

Jedoch muss Marktsteft diese Kosten nicht alleine tragen: Selbst nach einem Zuschuss und weiterer Beteiligungen bleiben unter dem Strich noch vom Rat geschätzte 200 000 bis 300 000 Euro stehen.

Um sich bei diesem Thema nicht noch länger im Kreis zu drehen, wird der Stadtrat ein weiteres Mal das Staatliche Bauamt kontaktieren, diesmal mit der Bitte, verlässliche Zahlen einschließlich der zu tragenden Kosten nach Abzug der Fördermittel für einen 45-Meter-Kreisel zu erarbeiten, der aber ohne Geh- und Radweg auskommen soll. So könnte sich die Stadt einen Grunderwerb und eine Änderung des Rückhaltebeckens möglicherweise ersparen. „Ich hoffe, dass wir dieses Thema nur noch einmal auf den Tisch bringen müssen“, meinte Reichert.

Konzept wird erstellt

Auf Achim Leybachs Antrag hin wurde die Aussprache über die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit der Abwasseranlage Michelfeld in die nichtöffentliche Sitzung verschoben. Einstimmig vergab der Rat den Auftrag, ein Verkehrs- und Parkierungskonzept zu erstellen, für 5442 Euro an ein Stuttgarter Büro. Die Auslastung mit Aufträgen vermutete Reichert als Grund dafür, dass von sechs angeschriebenen Büros nur eines geantwortet hatte.

Die Abrissarbeiten am Alten Wasserhaus in der Marktbreiter Straße soll die Firma Beuerlein übernehmen, deren Angebot über 28 262 Euro noch am Tag der Sitzung eingegangen war. In zwei bis drei Monaten soll das Gebäude abgebrochen sein. Ebenso stimmten die Stadträte Reparaturen in der Mehrzweckhalle zu. Ein Angebot hatte die Firma Wilms für 7759 Euro unterbreitet. Da ein rascher Beschluss gefasst wurde, könnten diese Arbeiten noch in den Pfingstferien ausgeführt werden.

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