KITZINGEN

Ein Hauch von Woodstock

Der 20. Juli steht in Kitzingen ganz im Zeichen des legendären Musikfestivals.Drei Bands spielen am Bleichwasen. Und die Organisatoren versprechen: Auf die Anlieger wird Rücksicht genommen.
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Sie freuen sich auf ein besonderes Musikfestival: Walter Vierrether, Frank Gimperlein, Linda Schmelzer und Paul Purkert laden ein zu „Remember - Woodstock.“ Foto: Foto: Ralf Dieter
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Es ist das Festival aller Musikfestivals. Es markierte den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Vor 50 Jahren traten im US-amerikanischen Woodstock nahe New York Bands wie Santana, The Who und Sänger wie Jimi Hendrix oder Janis Joplin auf. Am kommenden Wochenende soll ein Hauch von Woodstock über den Kitzinger Bleichwasen wehen. Der Stadtmarketingverein organisiert das Festival „Remember – Woodstock.“

Walter Vierrether ist die Vorfreude anzusehen und anzuhören. Die 60-Jahre waren die Zeit, in der auch der ehemalige Leiter der Tourist-Info in Kitzingen die Nächte zum Tag machte. Zusammen mit Klaus Christof hat er die Wild-Times-Festivals in Kitzingen geprägt. Nach drei Auflagen in den Jahren 2010, 2013 und 2015 war Schluss. „Aber irgendwie hat das Ganze nach einer Fortsetzung geschrien“, erinnert sich Vierrether.

Um Mitternacht ist Schluss

Jedes Jahr ein Musikfestival in Kitzingen? Die Idee klang nicht nur für seine Ohren gut. Frank Gimperlein vom Stadtmarketingverein musste nicht groß überzeugt werden. Im letzten Jahr hatte er „La Brass Banda“ und Johannes Oerding an den Main geholt. „In diesem Jahr bietet sich der 50-jährige Woodstock-Geburtstag als Thema förmlich an.“ Mit Rücksicht auf die Anlieger wird das Festival allerdings ein Stückchen kleiner ausfallen als 2018. Die Bühne wird sechs auf acht Meter breit sein, ab Mitternacht wird Schluss sein mit der Beschallung. Der guten Stimmung soll das keinen Abbruch tun. Los geht es am Samstag bereits um 17 Uhr. Drei Bands haben Vierrether und Gimperlein für das Festival gewinnen können. „Eine sollte auf jeden Fall aus Kitzingen kommen“, nennt Gimperlein eine selbst gesteckte Erwartung. Mit Paul Purkert und seiner Band „Rock, Rock & Soul“ ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Der gebürtige Niederösterreicher kam in den 60-er Jahren nach Kitzingen, hat mit seiner damaligen Band „Crazy Five“ drei Mal in der legendären Hillbilly gespielt. Purkert ist seither in Unterfranken hängen geblieben und hat immer wieder in verschiedenen Bands gespielt. Jetzt tritt er mit Zeljko Bursac und Chris Temonn auf und freut sich auf „drei Generationen auf einer Bühne“. Das Augenmerk soll vor allem auf Soul liegen. „Wir haben alleine zehn Santana Songs im Programm“, sagt Purkert. Etwas bluesiger wird es mit „The fabulous Robert Cotton Band“, weiter gehen. Neben dem US-amerikanischen Sänger und Gitarristen Robert Cotton stehen Gitarrist Hans-Joachim Köhnkow, Drummer Gunnar Olsen sowie Yannik Steinborn am Bass auf der Bühne. Als Gast an Orgel und Klavier ist „Mad Bob“ aus Schweinfurt dabei.

Etwa eineinhalb Stunden wird jede Band im Geiste von Woodstock aufspielen, dazwischen gibt es nicht nur Umbaupausen, sondern auch ein besonderes Schmankerl. Alexander Herzog von den „Zwölf Tenoren“ hat sein Kommen angekündigt, um den Gästen zu beweisen, dass auch ausgebildete Opernsänger durchaus rockig und soulig singen können. „Für ihn ist das eine Herzensangelegenheit“, versichert Vierrether und verrät das ausgemacht Salär: sechs Flaschen Silvaner. Den Abschluss des Festivals wird die „Omni-Blues-Band“ rund um Sängerin Linda Schmelzer bestreiten. „Wir haben ein spezielles Programm für diesen Abend auf die Beine gestellt“, kündigt sie an. Ob Jimmy Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker oder CCR: „Woodstock soll leben“, meint Schmelzer und hofft auf ausgelassene und fröhliche Gäste, die natürlich gerne in den typischen Klamotten der Flower-Power-Zeit kommen dürfen. „Für mich ist Woodstock der Ursprung der Rock-Musik“, sagt Schmelzer. Ein Ursprung, dem sie zusammen mit Hans-Joachim Köhnkow, Jochen Volpert und dem Komponisten und Pianisten Frank Tischer aus Fulda huldigen will. Letzterer tourt seit mehr als zehn Jahren mit dem Woodstock-Urgestein Miller Anderson durch Europa. „Und so wird der Spirit of Woodstock auf jeden Fall nach Kitzingen transferiert“, freut sich Schmelzer.

Drei Bands, fünf Euro Eintritt

Von 17 bis 24 Uhr werden drei Bands auf dem Bleichwasen zu erleben sein. Das Ganze für fünf Euro Eintritt. „Gleichzeitig findet der Stadtschoppen statt“, kündigt Frank Gimperlein an. Ein Problem sieht er darin nicht. Die Beschallung wird beim Festival weg von der Alten Mainbrücke gehen. Der Stadtbalkon wird während des Festivals für Erholungssuchende gesperrt sein. Radfahrer und Fußgänger dürfen den Bereich natürlich passieren. Gimperlein spricht spaßeshalber von einem „betreuten überqueren“. Wer weiß: Manch einer wird dabei möglicherweise spontan aufs Festivalgelände abbiegen – Woodstock-Feeling atmen.

Termin: Samstag, 20. Juli, von 17 bis 24 Uhr. Auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Kitzingen-Etwashausen. Eintritt: fünf Euro.

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