MARKT EINERSHEIM

Ein Halt, der sich lohnt

Es ist ein großes Plus. Aber ein Plus, das Geld kostet. Jedes Jahr einen ganzen Batzen. Und bald wahrscheinlich einen riesengroßen. Denn das Terrassenbad Markt Einersheim muss saniert werden.
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Markt Einersheim
Blick auf das leere Terrassenbad im Markt Einersheim. Foto: Foto: Daniel Peter (Archiv)
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Was genau in dem 1967 fertig gestellten Freibad gemacht werden muss und soll, ist noch lange nicht klar. Aber die Markt Einersheimer haben sich schon mal umgeschaut, den Bädern in Bad Windsheim, Markt Erlbach und Burghaslach einen Besuch abgestattet. Und natürlich Abtswind. Die Gemeinde hat vor wenigen Jahren 1,5 Millionen Euro in die Sanierung ihres Freibades investiert. Während die Kollegen den finanziellen Kraftakt also schon hinter sich haben, steht er den Markt Einersheimern noch bevor. Klar ist für den Bürgermeister zumindest eines: „Wir müssen eine tragbare und finanzierbare Lösung finden.“

Derzeit ist Markt Einersheim schuldenfrei, es ist „eine kleine Rücklage“ vorhanden, wie Volkamer sagt. Nicht nur wegen des Schwimmbades dürfte sich diese Situation bald ändern. Auch andere Ausgaben könnten auf die Gemeinde zukommen. Eine Befahrung der Kanäle im westlichen Ortsteil soll zeigen, ob dort Sanierungsbedarf besteht. Volkamer freilich hofft, dass der gering sein wird.

In den letzten Jahren hat sich schon viel getan in Markt Einersheim. Das Gemeinschaftshaus wurde 2014 eingeweiht, der Marktplatz wurde umgestaltet, die Bahnhofstraße neu geteert, die Mehrzweckhalle bekam neue Fenster und Türen. Volkamer zählt auch „kleine Dinge“ wie den Rollrasen am Bolzplatz und das Sonnensegel am Spielplatz mit auf. „Es ist wichtig, dass die Kinder anständig Sport machen und spielen können“, sagt er.

90 Kinder besuchen derzeit die Grundschule, nächstes Jahr werden es etwa 100 sein. „Die Zahl der Markt Einersheimer wächst“, betont der Bürgermeister. Im September wird es wohl statt bisher fünf dann sechs Klassen geben. Die Nachfrage nach der Mittagsbetreuung sei unheimlich groß. Auch der Kindergarten, der von der Binn'werkschen Stiftung und der Kirche getragen wird, ist voll.

Grund dafür ist natürlich zum einen das Baugebiet. 74 Plätze wurden ausgewiesen, etwa die Hälfte davon sind noch frei. Neubürger ziehen auch dank der örtlichen Firmen nach Markt Einersheim. Mietwohnungen sind gesucht, aber leider kaum verfügbar. „Und wir haben keine Leerstände“, so Volkamer.

Größter Arbeitgeber ist die Firma Fritsch, doch daneben gibt es zahlreiche weitere Unternehmen und Betriebe. Sowohl die örtliche Bäckerei als auch die Metzgerei haben Filialen im Landkreis, es gibt einen Lebensmittelladen, Zahnarzt, Heilpraktiker und Physiotherapie. „Wir sind in allen Bereichen gut aufgestellt, bis auf die Ärzte. Aber es hilft nichts, das ist vorbei.“ Die beiden Allgemeinärzte, die bis vor einigen Jahren in Markt Einersheim praktiziert hatten, haben ihre Praxis nach Iphofen verlegt.

Die Nahversorgung passt also, der Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr wurde sogar verbessert, so Volkamer. Seit Mitte vergangenen Jahres gibt es einen Stundentakt, wenn auch die Fahrgäste am Bahnhof in Iphofen umsteigen müssen. Die Breitbandversorgung ist gut, weil Markt Einersheim schon immer am Knotenpunkt lag. Jetzt investiert die Gemeinde noch einmal ins Netz, so dass die Verbindungen noch schneller aufgebaut werden können.

Zwei Gastwirtschaften hat Markt Einersheim derzeit, außerdem können Gäste in einer Heckenwirtschaft einkehren. Allerdings haben im letzten Jahr auch zwei Gaststätten geschlossen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im örtlichen Gasthaus und in einem „Bed- & Breakfast“, dazu kommen Ferienwohnungen.

„Unser Ortskern macht

was her. Die historischen

Gebäude sind ein

großes Plus.“

Herbert Volkamer, Bürgermeister

Dass Markt Einersheim in vielen Bereichen gut da steht, hat seinen Ursprung in der Vergangenheit, liegt an der Lage an der Straße zwischen Nürnberg und Würzburg und an den Herrschaftsgeschlechtern von Speckfeld, von Limpurg-Speckfeld und von Rechteren-Limpurg-Speckfeld. Die Historie prägt bis heute das Ortsbild, schon wenn man nur auf das Rathaus und die beiden Tortürme blickt. Die Türme wurden schon zweimal renoviert, das Rathaus im Jahr 2000 saniert. Derzeit berät die Gemeinde über eine kleine Ausstellung über die Geschichte und die Grafengeschlechter im Würzburger Tor. Sie wäre ein schönes Plus zum großen Jubiläumsjahr 2017: 475 Jahre Marktrecht und 450 Jahre Rathaus werden dann gefeiert.

„Die historischen Gebäude sind ein großes Plus“, findet Bürgermeister Volkamer. „Unser Ortskern macht was her.“ Und genau darin sieht er auch eine große Chance für den Ort. Immer wieder bekommt er gesagt, dass Markt Einersheim viel schöner ist, als die Leute gedacht hätten. „Weil viele einfach vorbei fahren.“ Doch gerade für Wanderer und Tagestouristen hat der Ort viel zu bieten. Der Steigerwaldpanoramaweg führt durch den Ort. Die Gemeinde denkt über kurze Rundwanderwege nach, einer soll am derzeit sanierungsbedürftigen Weinbergshäuschen vorbei führen. Die Fühler wegen einer Förderung wurden bereits ausgestreckt.

„Wir haben uns ein bisschen unter Wert verkauft“, sagt Herbert Volkamer. Erste Schritte, sich bekannter zu machen, wurden mit dem Aufstellen von Hinweisschildern an den Ortseingängen und Infotafeln am Marktplatz schon gemacht.

Wer sich über den Ort informiert, der erfährt, dass Markt Einersheim 50 Hektar Rebfläche hat. Und die sieht anders aus als in fast allen anderen Weinbaugemeinden. Die Weinberge sind nicht bereinigt, die Feldwege von Hecken, Wiesen und Feldrainen umgeben, jedes Grundstück hat eine andere Form. Gerade für Wanderer hat das einen ganz besonderen Reiz. Wer zur Ruine Speckfeld läuft, kann von dort aus über die beeindruckende Landschaft der Hellmitzheimer Bucht schauen. Schon alleine für diesen Blick lohnt sich der Weg nach Markt Einersheim.

Markt Einersheim

Markt Einersheim gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Iphofen und hat 1190 Einwohner (Stand Juni 2014). Im Ort gibt es einen Kindergarten sowie eine Schule, in der auch die Kinder aus einigen Iphöfer Stadtteilen unterrichtet werden. Im Sommer kann man sich im Terrassenbad am Ortsrand vergnügen.

Die Nahversorgung ist über ein Lebensmittelgeschäft gesichert, es gibt Metzger, Bäcker, Apotheke und mehrere Gasthäuser. Bürgermeister ist seit 2014 Herbert Volkamer.

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