Kitzingen

"Ein erheblicher Schub"

Sommerserie, Teil 4: Manfred Marstaller (UsW) sieht Kitzingen auf einem guten Weg
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Manfred Marstaller ist mit der Entwicklung seiner Stadt in den letzten Jahren sehr zufrieden. An seinem Lieblingsort, dem eigenen Garten, kann er die Früchte der politischen Arbeit genießen. Foto: Foto: Marstaller

Sie haben unterschiedliche politische Ansichten. Sie diskutieren und streiten miteinander. Sie finden Lösungen. Und sie haben einen klaren Blick auf die Gegenwart und Zukunft ihrer Stadt. Wir haben die neun Fraktionsvorsitzenden im Kitzinger Stadtrat die gleichen zehn Fragen gestellt – die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus.

Sind Sie mit der Entwicklung Kitzingens in den letzten vier Jahren zufrieden?

Manfred Marstaller: Ja, sehr. Die Stadt Kitzingen hat einen erheblichen Schub bekommen. Entgegen früherer Prognosen zu Beginn meiner Stadtratstätigkeit wächst die Einwohnerzahl leicht. Es gibt inzwischen eine gestiegene Investitionsbereitschaft von Privatpersonen und vor allem durch Firmen. Die Stadt ist auf einem guten Weg, die Rahmenbedingung schrittweise zu verbessern.

„Die Stadt Kitzingen hat einen erheblichen Schub bekommen.“
Manfred Marstaller, Fraktionsvorsitzender UsW

Was hat sich zum Positiven verändert?

Marstaller: Da ist vieles zu nennen: Der Ausbau und die Neuansiedlung der Gewerbeunternehmen. Sehr guter Neubau von Wohnungen (Brauhöfe, Rosentritt – ehemalige Baywa, frühere Fetzergebäude, Breslauer Straße). Das Blindeninstitut wurde nach Kitzingen geholt, das Fastnachtmuseum, die Entscheidung pro Staatsarchiv, gegebenenfalls der Neubau des Hotels und die Konversion ist nahezu abgeschlossen.

Was hat sich zum Negativen entwickelt?

Marstaller: Die hohen Baupreise. Starke Schwierigkeiten, gute Planer und Unternehmer zu finden. Verlängerte Bauzeiten und teurere Baupreise erschweren für alle Sanierungs- und Bauwilligen die Entscheidung. Der Einzelhandel im Stadtzentrum. Keine beziehungsweise wenige Bauplätze auf eigenen städtischen Grundstücken.

Welche Veränderungen würden Sie gerne in den kommenden zwei Jahren noch anstoßen?

Martaller: Die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes mit ZOB sowie die teilweise Erneuerung der öffentlichen Räume in der Altstadt (Königsplatz, Kaiserstraße) und die Ansiedlung des Hotels am Main. Der Ausbau und die Attraktivierung des Radverkehrsnetzes liegt mir auch am Herzen, ebenso die Erneuerung des so genannten Notwohngebietes.

Welches Projekt war das wichtigste in der bisherigen Legislaturperiode?

Marstaller: Wichtig waren mir viele. Wenn ich ein Paket nennen darf, dann ist es – wie auch im Landkreis Kitzingen – dass wir bei der Ausstattung und bei den Gebäuden von unseren Schulen und Kindergärten auf einem hohen Niveau sind und dass es so bleibt.

Welches Thema ist bislang noch nicht ausreichend gewürdigt worden?

Marstaller: Da möchte ich das Thema Umwelt nennen. Wir investieren in Bereich Kläranlage, öffentliches Grün und in die energetische Sanierung der städtischen Gebäude viel, aber wir sprechen nicht öffentlich darüber. Ebenso sollten die Aktivitäten zum Thema „Notwohngebiet“ den Bürgern transparenter mitgeteilt werden.

Wie beurteilen Sie das Miteinander im Stadtrat?

Marstaller: Größtenteils ist das Miteinander geprägt vom gegenseitigen Respekt und die meisten Diskussionen sind einstimmig und sachorientiert. Aber wie im normalen Leben klappt es nicht bei allen Themen und auch mit sehr wenigen Kollegen nicht. Das ist aber in gegenseitigem Einvernehmen. Mit mir muss nicht jeder können und ich auch nicht mit allen. Wir leben zum Glück in einer Demokratie und die Gedanken sind frei.

„Mit mir muss nicht jeder können und ich auch nicht mit allen.“
Manfred Marstaller

Wie sehen Sie die Zukunft des Städtischen Museums?

Marstaller: Das Museum könnte ein wunderbarer Ort der Information, Wissensvermittlung und Freizeitgestaltung sein. Ein Konzept für eine Neuausrichtung haben wir beauftragt. Nach Vorlage kann über die Zukunft des Museums entschieden werden.

Welche Schulnote geben Sie OB Siegried Müller und warum diese?

Marstaller: Wie in der Schule gibt es auch hier verschiedene Bereiche zu bewerten. Eine klare Eins für Herrn Oberbürgermeister, der es verstanden hat mit großem Engagement die richtigen Schwerpunkte zu setzen: Gewerbe, Wohnen, Aufenthaltsbereiche. Sicher gibt es auch Bereiche, die nicht so gut gelaufen sind. Dass man es als Oberbürgermeister nicht allen recht machen kann, ist wie in jeder Familie und im normalen Leben. Es muss auch nicht sein. Eine Beurteilung überlasse ich den Wählerinnen und Wählern.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Kitzingen?

Marstaller: Mein Lieblingsort in Kitzingen ist mein eigener Garten.



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