Kitzingen
Engagement

Ehrenamtskarte ist in Kitzingen ein Erfolgsmodell

Im Landkreis Kitzingen gibt es seit Anfang des Jahres mit der Ehrenamtskarte Vergünstigungen für Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen. Die Resonanz auf das Angebot übertrifft alle Erwartungen.
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Herbert Köhl zeigt die beiden Versionen der Bayerischen Ehrenamtskarte. Foto: Dieter
Herbert Köhl zeigt die beiden Versionen der Bayerischen Ehrenamtskarte. Foto: Dieter
Von 0 auf 100 ist gar nichts gegen die Entwicklung bei den Ehrenamtskarten im Landreis Kitzingen. Von 0 auf 843 lautet hier die Formel. Und das innerhalb von einem halben Jahr.

Herbert Köhl ist zusammen mit Yvonne Bilz für die Bearbeitung der Anträge verantwortlich. Und die sind in den letzten Monaten in unerwartet großer Zahl im Landratsamt eingegangen. "Wir hatten erst nach einem Jahr mit 800 bis 1000 Anträgen gerechnet", sagt Köhl. Jetzt sind es bereits 843 Anträge, die vor allem von Gruppen wie der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz eingingen. Mehr als 500 Ehrenamtskarten sind bereits ausgegeben worden. "Die werden gerade gedruckt", sagt Köhl.

Die Zahl 843 verblüfft nicht nur am Landratsamt, sondern auch gegenüber, im Kitzinger Rathaus. "Das ist ein Hammer", kommentiert Hauptamtsleiter Ralph Hartner. "Ich hatte erst befürchtet, dass es sich bei dem Projekt um einen Papiertiger handeln könne."

Weit gefehlt. Die Ehrenamtskarte wird mittlerweile in mehr als 50 bayerischen Landkreisen und Städten angeboten. Firmen und kommunale Einrichtungen gewähren ihren Besitzern Ermäßigungen und Preisnachlässe. Sieben neue solcher so genannten Akzeptanzstellen sollen am Donnerstag Abend dazukommen.

Kostenloser Schnupperausweis

Das Archiv, das Stadtmuseum, die Stadtbücherei, die Volkshochschule, die Tourist-Info, die Hauptverwaltung und die Jugendarbeit in Kitzingen, "JungStil", wollen das Projekt unterstützen. In der Stadtbücherei sollen Besitzer der Karte beispielsweise kostenlos einen Schnupperausweis erhalten oder die Jahresgebühr erlassen bekommen. Im JungStil sollen die Kartenbesitzer nur den halben Preis für Getränke im Cafe bezahlen. "Es geht hier um kleine Gesten", bestätigt Hartner. "Aber auch um die Wertschätzung für ein ehrenamtliches Engagement."

Wer seit mindestens zwei Jahren durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich aktiv ist und älter als 16 Jahre ist, der kann die Karte beantragen. Die gilt an allen Akzeptanzstellen im Freistaat. Alleine im Landkreis Kitzingen sind es schon 37 solcher Stellen.

Köhl und Bilz sind aktiv auf Firmen und Einrichtungen zugegangen und haben für die Karte geworben. "Manche konnten sich nicht so recht vorstellen, was auf sie zukommt", erinnert sich Köhl. Der eine oder andere Geschäftsmann hatte vielleicht die Befürchtung, dass er von Ehrenamtskartenbesitzern aus ganz Bayern überrannt wird. Köhl kann diese Sorge nehmen. "Die Erfahrungen zeigen etwas ganz anderes." Außerdem sei die Karte eine positive Werbung für jeden Partner. Eine positive Entscheidung der Kitzinger Räte am Donnerstag Abend hätte nach seiner Überzeugung Sogwirkung für andere Kommunen. "Es wäre toll, wenn sich im Landkreis weitere Partner finden."

Der Run auf die Ehrenamts karten wird sich nach seiner Einschätzung noch nicht so schnell legen. "Vielleicht erreichen wir die Zahl von 1500 bis zum Jahresende", hofft er. Immer wieder laufen bei ihm Anfragen von größeren Gruppen ein. Mit dem aktuellen Zwischenstand ist Köhl mehr als zufrieden. Die Zahl 843 ist für ihn Synonym für das Wort ,Erfolgsmodell'.


Die Ehrenamtskarte und ihre Regularien
Voraussetzungen
Antragssteller müssen mindestens 16 Jahre alt und seit mindestens zwei Jahren gemeinwohlorientiert aktiv sein. Durchschnittlich fünf Stunden/Woche oder 250 Stunden/Jahr sollten sie ehrenamtlich arbeiten.

Ohne weitere Prüfung kann die Karte beantragt werden von Inhabern eine Jugendleiterkarte, von aktiven Feuerwehrleuten mit abgeschlossener Truppmannausbildung, von aktiven Einsatzkräften im Katastrophenschutz oder Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung. Die Ehrenamtskarte ist drei Jahre gültig.

Antrag Bei der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement im Landratsamt Kitzingen. Das Antragsformular liegt an der Information im Landratsamt, beim Koordinierungszentrum WirKT und in den Gemeindeverwaltungen aus. Im Internet ist es unter www.kitzingen.de/buergerservice zu finden.

Goldene Karte Unbegrenzte Gültigkeitsdauer. Sie kann von Inhabern des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten beantragt werden. Außerdem von Rettungskräften, die eine Auszeichnung für 25 beziehungsweise 40 Jahre Dienst haben.
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