KITZINGEN

Drykorn-Beschäftigter ist drei weitere Monate geduldet

Nur etwas Aufschub gibt es für den 23-jährigen Afghanen Mori: Seine Aufenthaltsgenehmigung wurde jetzt verlängert. Die Möglichkeiten werden allerdings knapp.
Artikel drucken Artikel einbetten
Silke Schulz, bei Drykorn in Kitzingen zuständig fürs Personal, betreut auch Mori an seinem Arbeitsplatz. Der junge Afghane näht seit einem Jahr für das Modeunternehmen. Statt wie geplant eine Ausbildung zu beginnen, befürchtet er jetzt die Abschiebung. Foto: Foto: Traudl Baumeister

Nur etwas Aufschub gibt es für den 23-jährigen Afghanen Mori* , der seit einem Jahr bei der Kitzinger Firma Drykorn als Näher arbeitet und im September dort eine Ausbildung beginnen möchte (wir berichteten). Weil sein Asylantrag endgültig abgelehnt wurde, drohte ihm die Abschiebung . Die Aufenthaltsgenehmigung für Mori wurde jetzt um weitere drei Monate auf 27. September verlängert.

Mehr allerdings konnten weder seine Firma, noch seine Paten, die Familie Hemmerich aus Reichenberg, noch die Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Moris Schicksal persönlich verfolgt, noch der Kitzinger Oberbürgermeister Siegfried Müller bisher erreichen, berichtet Silke Schulz, Personalverantwortliche bei Drykorn. Nach wie vor, erläutert sie, sei die Ausbildung nicht genehmigt, die Mori ermögliche, unter die sogenannte Drei+Zwei-Regel zu fallen (= Duldung während der drei Jahre Ausbildung sowie hinterher weitere zwei Jahre Arbeiten im Ausbildungsbetrieb).

Vergebliche Kontaktaufnahme mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Die Genehmigung müsste das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erteilen. Der OB habe in den letzten Tagen bisher vergeblich versucht, mit dem Sachbearbeiter in Schweinfurt direkt Kontakt aufzunehmen und den Wunsch der Kitzinger Firma dort zu unterstützen.

Auch dem Büro der Landtagspräsidentin, erfuhr Schulz, seien die Hände gebunden. Das Ja zu Moris Ausbildung liege allein in der Entscheidungsbefugnis des Bundes.

Auch die Härtefallkommission, auf die alle Beteiligten hofften, – Moris Fall liegt dort seit März 2017 vor – könne momentan nicht tätig werden. Der Grund hierfür ist, dass der Asylantrag zwar abgelehnt ist, Mori aber derzeit immer eine Duldung hatte.

Ein Härtefall, mit dem sich die Kommission beschäftigen und für den sie sich einsetzen könne, liege erst vor, bestehe eine „vollziehbare Ausreisepflicht“, ihm also bereits ein konkreter Abschiebetermin bekannt ist.

Während Mori selbst zwar froh ist, bleiben zu können, aber furchbar enttäuscht über die weiterhin alles andere als klare Situation, setzt Schulz auf Zweckoptimismus. Sie hofft einfach, dass das Bamf demnächst doch noch zu Gunsten von Mori entscheidet oder sich die Situation für afghanische Flüchtlinge so gravierend ändert, dass Mori bleiben kann.

* Wir nennen den Flüchtling, dessen Namen uns bekannt ist, nur beim Spitznamen, weil er aus für uns nachvollziehbaren persönlichen Gründen um diese Anonymisierung bat.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.