Sulzfeld

Dreiklang aus Wein, Rettich und Renaissance

Der Europäische Kulturweg verbindet die Gemeinden Segnitz und Sulzfeld und ist ein Objekt der Identifikation
Artikel drucken Artikel einbetten
Sie stellten den Kulturweg "Rebe – Rettich – Renaissance" bei einem Pressegespräch vor (von links): Maindreieck-Allianzmanager Bastian Lange, die Fränkin Chlodhild aus Ochsenfurt, Sulzfelds Weinprinzessin Anika von Brunn, der Eibelstädter Nachtwächter Lothar Schenk, Kulturforscher Gerrit Himmelsbach sowie die Bürgermeister Marlene Bauer (Segnitz) und Gerhard Schenkel (Sulzfeld). Foto: Hartmut Hess
+1 Bild

Der Kulturweg "Rebe-Rettich-Renaissance" von Segnitz nach Sulzfeld ist zwar der 107. Europäische Kulturweg, aber dennoch eine Besonderheit: Weil er erst der vierte innerhalb der interkommunalen Allianz Maindreieck ist und der erste, der sich über zwei Landkreise erstreckt, da die Strecke auch die Frickenhäuser Gemarkung im Landkreis Würzburg streift. "Das Projekt hat uns Gemeinden ein Stück zusammengeführt", fand die Segnitzer Bürgermeisterin Marlene Bauer und ihr Sulzfelder Kollege Gerhard Schenkel stimmte ihr bei einem Pressegespräch zu.

Start- und Ziel-Punkte für den 13 Kilometer langen Wegs ist jeweils an der Mainlände in Segnitz und Sulzfeld und steht unter der Schlagworten, Wein, Gartenbau, Natur, Geschichte und Renaissance. Der Weg durch die Natur ist für Bürger und Touristen gleichermaßen attraktiv, wie Allianzmanager Bastian Lange betonte. Der Weg beinhaltet acht Stationen plus die Sulzfelder Aussichtsplattform Weinhalla und auf Segnitzer Seite der Kleine Anger mit den archäologischen Ausgrabungen. Am so genannten Dreiländereck treffen die Gemarkungen von Segnitz, Sulzfeld und Frickenhausen aufeinander und an der "Segnitzer Spitze" auf Frickenhäuser Gemarkung gibt es eine weitere Informationstafel. Die Informationstafeln sind zusätzlich mit QR-Codes ausgestattet für Nutzer von Mobilfunkgeräten. Die Idee zu dem Projekt war in der interkommunalen Allianz geboren und über einen ins Leben gerufenen Arbeitskreis in die Tat umgesetzt worden. Das Projekt, das insgesamt 18 000 Euro kostete, wird durch den Bezirk Unterfranken gefördert und die beiden Gemeinden bringen den Restbetrag von jeweils 8000 Euro auf.

"Die Menschen im Arbeitskreis haben die Inhalte erarbeitet und als Moderatoren fungiert", erklärte Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessart-Projekt (ASP) am unterfränkischen Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg. "Es geht um die eigene Identität und die Frage, wer bin ich überhaupt?", sagte Himmelsbach. Heraus kam ein Weg mit interessanten Informationen und Details, wie auch über den Künstler und Politiker Hans Kesenbrod oder Albrecht Dürer, die in beiden Gemeinden ihre Spuren hinterlassen haben. Die Mitglieder des Arbeitskreises hatten sich mit der eigenen Geschichte beschäftigt, wobei viele staunten, was denn die andere Gemeinde auszeichnet und was die Historie ans Tageslicht brachte. So gab sich Himmelsbach angetan von dem Sulzfelder Tanzlokal Drachengrotte, in dem es einst hoch her ging und manche Jugenderlebnisse wach wurden.

Eindruck bei dem Kulturlandschaftsforscher hinterließ der Ausblick von der Weinhalla-Aussichtsplattform. Er machte deutlich, dass authentische Standorte und Informationstafeln wichtig für ein solches Projekt ist, denn diejenigen, die einen solchen Weg beschreiten, wollten unterhalten und informiert werden über das, was sie sehen. "Ihre Weinprinzessin mit einem Rettich vor der Kulisse des Sulzfelder Rathauses ist ein prima Bildmotiv um Rebe, Rettich und Renaissance zu symbolisieren", meinte Hans Himmelsbach. Anika von Brunn ließ sich nicht zweimal bitten und mimte vor der malerischen Kulisse des Sulzfelder Altorts den Biss in den knackigen Rettich. Hernach setzten sich die Arbeitskreis-Mitglieder am Sulzfelder Mainufer zusammen um die Vorstellung des Projekts beim Genuss von Wein und Rettich abzurunden.

Die Gemeinden Segnitz und Sulzfeld laden zur feierlichen Einweihung des Europäischen Kulturwegs "Rebe - Rettich - Renaissance" am Mittwoch, 1. Mai, ein. Um 9 Uhr starten die Wanderer in Segnitz und werden um 12 Uhr Sulzfelder in Sulzfeld begrüßt.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.