"Karibu sana" erklang es immer wieder durch das Geklapper des Geschirrs und das muntere Geplauder beim Partnerschaftsfrühstück. Die zahlreich erschienenen Frauenbund-Mitglieder hatten den herzlichen Willkommensgruß auf Kisuaheli ebenso schnell gelernt, wie das "Asante sana" als Dankeschön.

Stars dieser Großveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Diözese Würzburg waren drei Ladies aus Tansania: Schwester Taji und ihre Mitstreiterinnen Salomé, Präsidentin des Frauenbundes Mbinga, und Lehrerin Christina. Die Frauen weilten bis vor Kurzem als Abgesandte der Würzburger Partnerdiözese Mbinga und dem dort ins Leben gerufenen Netzwerk "Frauenarbeit im ländlichen Raum" im Landkreis Kitzingen. Während ihres dreiwöchigen Aufenthalts stellten sie ihr Projekt vor - vor allem das bisher Erreichte.

Ein herzliches Willkommen


Der Wiesentheider Frauenbund entbot dem Trio ein herzliches Willkommen mit einem Gebet und einem flotten Lied. Die Vorsitzende Helga Ruppert dankte den Damen "für diesen außerordentlichen Glücksmoment", habe man doch nicht oft die Gelegenheit mit Frauen "aus einer anderen Welt" auf so enge Tuchfühlung zu gehen.
Viel Geld sei in den Jahren der engen Zusammenarbeit mit Mbinga aus Würzburg gezielt in die Frauenverbände für ihre Projekte geflossen, erklärte Karin Post-Ochel. Die stellvertretende Diözesan-Vorsitzende und Leiterin des Arbeitskreises "Eine Welt" war selbst vor knapp zwei Jahren gemeinsam mit drei weiteren Delegierten in Mbinga. Sie hatte dabei unter anderem angeregt, den immensen Kerosin-Verbrauch und somit CO2 -Ausstoß bei jeder Flugreise jeweils auf den einzelnen Passagier umzurechnen und in Geld zu verwandeln. Und mit einer solchen Summe habe man, so Post-Ochel, unter anderem in Mbinga zwei Hektar Land kaufen und den Frauen zur Eigenbewirtschaftung zur Verfügung stellen können.

Was aus einer solchen Initiative sowie vielen finanziellen Zuwendungen letztlich werden kann, zeigte nachfolgend Schwester Taji in einer groß angelegten Bild-Dokumentation. Da staunten die Anwesenden über riesige Bananenstauden und Kohlköpfe oder fachmännisch angelegte Bewässerungskanäle, gespeist aus einer nahen Quelle. Besonderes Augenmerk richtet die Organisation laut der Referentin auf die alleinerzie-henden Mütter sowie die alleinstehenden Frauen. Eingebunden in die unterschiedlichsten Projekte, in die sich jede gemäß ihrer Fähigkeiten einbringt, fühlten sie sich nicht mehr isoliert sondern als unverzichtbarer Teil des Netzwerkes. Besonders in den überwiegend ländlich strukturierten Gebieten Schwarzafrikas - vornehmlich Tansanias - obliege die Verantwortung für Haus, Familie, Feldarbeit, Tierhaltung und so weiter ausschließlich den Frauen. Diese seien bestrebt, ihr schmales Budget durch den Verkauf von Obst und Gemüse, Kunsthandwerk und Kleidungsstücken aufzubessern. Zudem sollen die Frauen rundum besser geschult werden, um ihre eigene Lebenssituation, vor allem aber die ihrer Kinder, nachhaltig zu verbessern.

Seit 30 Jahren engagiert


Voll eingebunden in die partnerschaftlichen Aktivitäten ist auch Hildegard Caron-Weidner aus Prichsenstadt. Sie war Mitglied der vierköpfigen Delegation, die 2010 nach Tansania reiste und beherbergte nun auch die drei Besucherinnen aus Mbinga. "Es waren diese ganz besondere Herzlichkeit, die Fröhlichkeit und die Aufgeschlossenheit der Menschen - besonders aber der Frauen - die mich so berührt haben", sagte Hildegard Caron-Weidner später im Gespräch. "Das hat mich direkt sprachlos gemacht und immer wieder musste ich staunen über die Begeisterung, die Energie und das große Engagement, das diese Frauen an den Tag legen." Sie berichtete, mit wie viel Liebe sie ihre Talente und ihre ungeheure Kreativität in die Produkte ihrer Hände - wie herrliche Strick- und Näharbeiten - einfließen lassen. Hildegard Caron-Weidner hat sich schon seit mehr als 30 Jahren mit dem "Tansania-Virus" angesteckt. "Damals war ich schon einmal dort und zwar für länger." Gemeinsam mit ihrem Mann, der ein berufliches Projekt verfolgte, besuchte sie das faszinierende Land - was sich auch in ihrem Zuhause widerspiegelt, in dem es von Andenken aus Tansania nur so wimmelt.

"Er öffnet sich automatisch und ist zudem superleicht", sagte zum Ende der Veranstaltung eine strahlende Helga Ruppert, als sie Schwester Taji den blauen "Frauenbund-Regenschirm" überreichte. Er sollte den Rettungsschirm für Tansania symbolisieren, der sich durch die weitere Zusammenarbeit hoffentlich genauso leicht öffnet.