Wie wird's wohl weitergehen? Diese Frage hatte sich der Steigerwaldklub Zweigverein Wiesentheid bei seinem 100. Jubiläum gestellt. Inzwischen ist er um einiges Wissen reicher, denn am Sonntag feierte er nun schon sein 110-Jähriges und Irene Boländer beantwortete die Frage in ihrem Vortrag zur Feier am Nachmittag.
Zwei große Höhepunkte der vergangenen zehn Jahre nannte sie. Jochen Habelitz, Vorsitzender von 1998 bis 2003, machte sich für ein eigenes Vereinsheim stark und erkundigte sich nach den Bedingungen, wie der Verein die begehrte Joseph Freiherr von Eichendorff-Plakette erlangen kann. Irene Boländer als seine Nachfolgerin im Amt konnte dann beides verwirklichen. "Unsere Mitglieder waren sehr aktiv und haben das baufällige Haus vom Fußboden bis zum Dach renoviert", erinnerte sie. 2004 konnte dann Einweihung gefeiert werden.

Hohe Auszeichnung


Ebenso eine Feier wert war natürlich die Eichendorff-Plakette, die "wirklich eine Auszeichnung von hohem Wert ist", wie Boländer betonte. Sie reichte den Antrag ein, auf der Basis dessen, was ihre Vorgänger geleistet haben. Dabei ist der Wiesentheider Steigerwaldklub der einzige Zweigverein, der sich bisher an die aufwändige Beantragung gewagt hat - und der einzige mit eigenem Vereinshaus.
Unter dem heutigen Ehrenvorsitzenden Karl-Ottmar Schmitt, der 1972 bis 1998 Vorsitzender war, wurde das Vereinsleben ausgebaut und neben Wanderungen auch kulturelle Veranstaltungen angeboten, was "zu Ansehen und Wachstum in der Marktgemeinde" führte. Das Ansehen besitzt der Verein noch heute, so dankte Bürgermeister Werner Knaier dem Verein für "die wertvolle Arbeit" bei der Instandhaltung der Wege und den Angeboten an unterschiedlichen Wanderungen.
Eine Sache, auf die Boländer außerdem stolz ist, ist ihr Nachfolger. Seit 2011 hat das Amt Forstdirektor Klaus Behr inne. "Man muss das Amt abgeben, um jüngere Leute einzuarbeiten, deswegen haben wir jetzt wieder jüngere Leute im Vorstand."
In die Zukunft blickt sie positiv. Zu dem geplanten Zentrum Nachhaltigkeit Wald in Handthal meint sie: "Ich bin überzeugt, dass dadurch auch Schulklassen wieder in den Wald geführt werden und die Kinder sich wieder mehr für ihre Heimat interessieren." Die Errichtung des Nachhaltigkeitszentrums wurde den ganzen Nachmittag immer wieder angesprochen und war auch durch den Bildervortrag des Försters und Fotografen Stephan Thierfelder präsent.

Kinder für den Wald begeistern


Doch laut Klaus Behr hofft auch der Steigerwaldklub selbst auf "Nachhaltigkeit". Wie der Wald brauche auch der Verein zum Fortbestehen vor allem Nachwuchs. Konstant, so hatte Boländer festgestellt, waren immer neue Mitglieder dazu gekommen. Nun rief Behr die Anwesenden auf: "Begeistern Sie Ihre Kinder und Enkel für die Natur - und für die Nachhaltigkeit im Steigerwaldklub." So werde die Faszination Steigerwald weitergetragen, die auch schon der CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf, Schirmherr der Jubiläumsfeier und Mitglied, als kleiner Junge verspürt hatte und die alle Mitglieder vereint.
Hünnerkopf machte dem Verein außerdem ein Angebot für einen besonderen Ausflug: Der Steigerwaldklub könnte auf einer Fahrt für seine Stimmkreisbürger den Landtag in München kennen lernen.