WIESENTHEID

Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Eine Reise zwischen Chanson und Theater bot der bereits zur Tradition gewordene Chansonabend des Wiesentheider Gymnasiums im Januar. Dazu hatte die Schule dieses Mal den Schauspieler, Regisseur und Sänger Philippe Huguet eingeladen, der sich zusammen mit seinem Partner Laurent Leroi mit Jacques Brel beschäftigte. In der voll besetzten Aula des Gymnasiums hieß es „Heute Abend warte ich auf Madeleine“ – in Anlehnung an Brels Lied „Madeleine.“
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Erfolgloses Warten auf Madeleine: Das Duo Philippe Huguet (links) und Laurent Leroi war mit Liedern von Jaques Brel zu Gast beim Chansonabend am Wiesentheider Gymnasium. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Eine Reise zwischen Chanson und Theater bot der bereits zur Tradition gewordene Chansonabend des Wiesentheider Gymnasiums im Januar. Dazu hatte die Schule dieses Mal den Schauspieler, Regisseur und Sänger Philippe Huguet eingeladen, der sich zusammen mit seinem Partner Laurent Leroi mit Jacques Brel beschäftigte. In der voll besetzten Aula des Gymnasiums hieß es „Heute Abend warte ich auf Madeleine“ – in Anlehnung an Brels Lied „Madeleine.“

Eher an ein Theaterstück erinnerte das Dargebotene, bei dem Philippe Huguet das ungeduldige Warten, die Sehnsucht, das Verlangen, die Wut, aber auch die Liebe zu Madeleine mimte. Die Zweifel plagten ihn, war er sich doch nicht sicher, ob Madeleine seine Liebe teilt.

Auf der Bühne, stehend hinter einem Tisch mit einem alten Telefon und einer Schreibmaschine, hielt Huguet seine Monologe, versuchte seinen Liebeskummer mit Wein zu ertränken. Und wartete zumindest auf ein Zeichen seiner Auserwählten. Bisweilen klingelte das Telefon, oder er rief an, immer auf der Suche nach Madeleine, die schließlich vergeblich bleiben sollte. Dazwischen sang Huguet Stücke von Brel, aus denen er zuvor Textpassagen auf Deutsch vortrug, um die Geschichte zu erläutern.

„Quand on n'a que l' amour“ (Wenn man nichts als die Liebe hat) etwa. Begleitet wurde er von einem einfühlsamen Akkordeonspieler, der je nach Stimmung vorsichtig leise oder fröhlich laut die Geschichte untermalte. Etwas melancholisch blieb der Unterton, wie es typisch ist für viele Stücke des belgischen Chansonniers.

Ob sie zu gut oder zu schlecht für ihn sei, ob sie ihn überhaupt liebe – von diesen Stimmungen war der Liedermacher befallen. Bis spät in die Nacht wartete er auf seine Madeleine. Er werde nie mehr auf sie warten, schwor er sich – er werde immer auf sie warten war das Ergebnis. Das Ende konnte nur der flehende Chanson „Ne me quitte pas“ sein – übersetzt: Verlasse mich nicht.

Authentisch und ausdrucksstark spielte Huguet seine Rolle. Mit viel Beifall belohnte das Publikum den eher ruhigen und gediegenen Abend, den das Projekt-Seminar Französisch mit typischen Speisen und Getränken aus dem Nachbarland garnierte. Zwei Zugaben ließen sich die beiden Künstler entlocken, ganz im Gegensatz zu ihrem bereits 1978 verstorbenen Original. Der bisweilen etwas eigenwillige Brel, der zu den bekanntesten Belgiern überhaupt zählt, gab keine Zugaben.

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