KITZINGEN

Die Lage macht's

Bauserie, Teil 3: Die Kitzinger Brauhöfe wachsen. 36 von 38 Wohnungen sind verkauft, weitere elf kommen bald auf den Markt.
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Gute Laune: Eric Koller, Jens Fiebig und Ludwig Behrendt in einer der insgesamt elf Wohnungen in der Herrnstraße. Bis Frühjahr 2019 sollen auch diese Wohneinheiten fertiggestellt sein.
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Zwischendurch ist es fast so, als ob man ein paar fränkischen Winzern gegenübersitzen würde. Von der Lage ist die Rede. Immer wieder. Und wie wichtig sie für den Verkauf ist. Im Übergangsbüro in der Oberen Kirchgasse sitzen aber keine Weinbauern, sondern Projektentwickler und Vermarkter.

Rückblick: Im April 2016 begann eines der größten innerstädtischen Bauprojekte, die Kitzingen in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Die alte Bürgerbräu mit ihrem Industrie-Ensemble im Herzen der Stadt ist Stück für Stück abgetragen worden. Bis September haben sich die Abrissarbeiten hingezogen. Dann konnte der Rohbau beginnen.

Heute, rund 16 Monate später, sind die ersten Bewohner in die „Brauhöfe“ eingezogen. Von den 38 Wohnungen sind 36 verkauft, 3100 Quadratmeter Wohnfläche sind entstanden. „Mitten in der Stadt“, sagt Projektentwickler Eric Koller, der von dem Fortgang des Mammutprojektes begeistert ist. Die Bauzeit konnte eingehalten werden, die Lärm- und Staubbelästigungen für die Nachbarn hielten sich in Grenzen. Jetzt ist aus einem Modell Realität geworden.

Tatsächlich ist bei einem Gang über die Baustelle der Fortschritt greifbar. Die Tiefgarage wird in drei Monaten fertig gestellt sein, die Außenbepflasterung und die Zugänge zu den Häusern sollen folgen. Bis Juli rechnet Koller mit der Fertigstellung der Neubauhäuser. Von 65 bis 128 Quadratmeter Wohnfläche sind dort Wohnungen angeboten worden. Der Verkauf ging relativ zügig über die Bühne. Keine Überraschung für Vertriebsleiter Ludwig Behrendt: „Der Kitzinger Markt war wie ausgedörrt“, sagt er. Ihn hat viel mehr überrascht, wie viel weitere Projekte im Stadtgebiet im Lauf der letzten Monate entwickelt wurden.

Auch die Brauhöfe gehen in die Verlängerung. Elf neue Wohnungen sollen in der Herrnstraße entstehen. Das alte Gebäude wird bereits entkernt, Mitte April ist eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten geplant. Ludwig Behrendt ist überzeugt, dass es genug Interessenten geben wird. Zwischen 2400 und 3000 Euro pro Quadratmeter wird der Preis liegen, eine Dreizimmerwohnung ist beispielsweise für 260 000 Euro zu haben. „Mitten in der Stadt“, erinnert Behrendt. Klar: Die Lage ist entscheidend.

Wer heute eine Wohnung kauft, der will einen hohen Wohnwert oder eine hohe Miete erzielen – je nachdem, ob er selbst einzieht oder die Wohnung vermietet. In Kitzingen hat es nach Behrendts Worten in den letzten Monaten so etwas wie einen Quantensprung gegeben. Einen Quantensprung, den der Markt angenommen hat. Denn gerade die älteren Interessenten suchten eine gute Infrastruktur: Läden, Supermärkte, Ärzte, Banken. Alles in Laufnähe, alles in einer verkehrsberuhigten Zone.

Jens Fiebig kann sich gut vorstellen, dass auch eine Arztpraxis in eine seiner Wohnungen in der Herrnstraße einziehen wird. Bis ins Frühjahr 2019 sollen die elf Einheiten fertiggestellt sein. Zusammen mit den zwei noch nicht verkauften Einheiten in den Brauhöfen und einem besonderen Schmankerl – der ehemaligen Tenne, in der früher die Gerste für den Brauprozess lagerte und die jetzt zu einer rund 140 Quadratmeter großen Wohnung umgebaut wird – werden also noch einmal 14 Wohneinheiten auf den Kitzinger Markt kommen.

Kein Problem, wie die Herren am Besprechungstisch meinen. Ihr Argument ist klar: Die Lage macht's.

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