IPHOFEN

Die Kitzinger Perle der deutschen Geflügelzucht

Seit 100 Jahren ist sie einer der Anlaufstellen in der Branche - und das deutschlandweit: das Kitzinger Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierzucht.
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Die im Kitzinger Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierzucht zuständige Katja Krebelder (hintere Reihe links) beglückwünschte die elf neuen Tierwirt-Meister. Die besten drei der Meisterprüfung waren Christoph Rolf, vor Matthias Fuchs und Martin Käsbohrer. Foto: Foto: Hartmut Hess

„Wer nach 100 Jahren so attraktiv ist und so gebraucht wird, der darf stolz auf sich sein“, lobte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), am Samstag in der Iphöfer Karl-Knauf-Halle das Kitzinger Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierzucht. „Die Feier heute ist für uns wichtiger als das Oktoberfest in München“, gestand Ripke dem Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Einrichtung einen sehr hohen Stellenwert zu.

Von bundesweitem Rang

„Hier in Kitzingen sind viele Dinge in der Praxis erforscht und umgesetzt worden“, sagte der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Jakob Opperer. „Wir haben mit dieser Einrichtung eine Perle, die wir in Zukunft noch mehr brauchen werden“, erklärte Opperer, dessen Landesanstalt das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung und Kleintierzucht untergeordnet ist.

„Alles, was in der Geflügelwirtschaft Rang und Namen hat, ist heute hier“, meinte der LfL-Präsident. Er begrüßte selbst Gäste aus der Schweiz und Frankreich. Schließlich ist die Einrichtung von bundesweitem Rang, mit hoher Reputation und die einzige Einrichtung in Deutschland, in denen Tierwirte den Meisterbrief erlangen können.

Die Kitzinger Einrichtung sei in unruhigen Zeiten ein Stabilitätsanker in Fachgremien und eine wichtige Instanz, wenn es darum gehe, Transparenz und Vertrauen wie bei Fällen von ausgebrochenen Tierkrankheiten herzustellen. „Dieses 100-jährige Jubiläum muss gefeiert werden, wir in Stadt und Landkreis sind stolz auf diese Einrichtung“, fand Landrätin Tamara Bischof.

Eine rasante Entwicklung

Sie unterstrich die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit des Kitzinger Zentrums für die Verbraucher, damit sie Einblicke in die Tierhaltung und Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bekommen. Regina Eberhart aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sprach von einer rasanten Entwicklung der Geflügelhaltung in den vergangenen 100 Jahren. Dieser Teil des Agrar-Sektors habe eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Bevölkerung eingenommen.

Wie die Entwicklung fortgeschritten ist, zeigte die Ministerialrätin an der Tatsache auf, dass vor 50 Jahren zwei Stunden nötig waren, um ein Ei zu produzieren, während im Jahr 2010 nur noch fünf Minuten reichten.

„Die Kitzinger Einrichtung war und ist in Forschung und Entwicklung immer einen Schritt voraus“, betonte Eberhart und lobte Geflügelzucht-Leiter Klaus Damme, der unumstritten der größte Experte für Geflügelhaltung in Bayern sei und immer neue Ideen habe. „Sie haben seit 25 Jahren einen unverstellten Blick auf die Dinge, mit ihnen kann man gut streiten und sie haben die richtigen Argumente“, bescheinigte Eberhart dem Chef der Einrichtung, was die geladenen Gäste mit anhaltendem Applaus unterstrichen.

Nachhaltiger als andere

„Wir sind in der Geflügelwirtschaft nachhaltiger als jede andere Nahrungsbranche“, nahm Ripke für seine Branche in Anspruch. Es sei wichtig in Deutschland, als eines der 16 Nutztier-stärksten Länder der Welt, Geld in Forschung und Tierzucht zu investieren, um die Produktion der landwirtschaftlichen Produkte zu optimieren.

„Die Kitzinger Einrichtung ist fachlich kompetent und einmalig gut“, sagte Ripke, deswegen sei das Geflügel- und Kleintierzentrum deutschlandweit unverzichtbar. „Ihnen gehört mit Ihrem Team höchster Respekt und Anerkennung“, wandte sich Ripke an Klaus Damme.

Elf Meisterbriefe

Von den insgesamt 16 Meisterschülern, von denen jetzt elf ihre Meisterbriefe entgegen nehmen durften, kamen fünf aus Bayern. Die in Kitzingen für Aus- und Fortbildung zuständige Katja Krebelder erläuterte den Anwesenden grob die Aufgaben, die die Meisteranwärter innerhalb eines Jahres in einer Projektarbeit auszuarbeiten hatten.

Ihre Meisterbriefe bekamen Julian Dötz, Johannes Johanngieseker, Christian Pabst, Anna Radl, Stefanie Suilmann, Mario Butschek, Manuel Moosmayer, Philipp Loppnow, Matthias Fuchs, Martin Käsbohrer und Christoph Rolf.

Johannes Johanngieseker lieferte die absolut beste Meisterarbeit, „denn er hat eine glatte 1,0 geschafft“, verriet Katja Krebelder Sie ehrte Christoph Rolf aus Paderborn als Gesamtbesten der Meisterprüfung. Ihm folgten Matthias Fuchs aus der Oberpfalz und der Drittbesten Martin Käsbohrer aus Dillingen in Schwaben.

Klaus Damme präsentierte eine ausführliche Chronik der 100-jährigen Geschichte seiner Einrichtung. In der Folge hörten die Festgäste unter dem Motto „Past-Presence-Future“ Fachvorträge von Professor Rudolf Preisinger (EW-Gruppe), Josef Bachmeier (Brüterei Süd), Hartmut Meyer (Moorgut Kartzfehn) und Professor Werner Bessei (Uni Hohenheim).

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