NEUDORF

Die Kirchweihliedchen aus dem Internet

Einmal nauf und wieder nunter im Dorf: das ist der Weg des Kirchweihumzugs im kleinen Örtchen Neudorf. Dort wurde am Sonntag wieder kräftig gefeiert – und gepredigt.
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Schon die Jüngsten machen bei der Kirchweih in Neudorf mit. So wie sie auf dem Kirchweihwagen im weichen Bett saßen, so wachte eine Hundezüchterin Tag und Nacht bei ihren Welpen im „Pferde- und Hundehof“. Foto: Foto: SABINE BERTHOLD
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Einmal nauf und wieder nunter im Dorf, so wie es der Volksmund sagt: das ist der Weg des Kirchweihumzugs im kleinen Örtchen Neudorf. Begleitet von den Klängen der Frankenwinheimer Rosenberg-Musikanten zogen drei geschmückten Wagen unter lautem Hallo durch die (Haupt-)Straße. Dabei wurde bei den Honoratioren Halt gemacht und die Kirchweihburschen ließen deren Familien kräftig hochleben.

Neue Kirchweihpredigerin

Am Wirtshaus sangen Daniel Kroh, Dominik Zapf und Matthias Müller Gstanzl über die kleinen und großen Missgeschicke ihrer Mitbürger und konnten sich dabei das Grinsen nicht verkneifen. Sogar sich selbst nahmen sie auf den Arm, hatte sich doch die Dorfjugend per App die Kirchweihliedchen im Internet besorgt. Ganz entzückt seien die Stammtischler über die neuen Sitzpolster in der Kneipe gewesen. Andere Kleinigkeiten, wie die Abwehr von Katzenkot im Vorgarten, wurden aufgeschrieben und vorgetragen.

Was die drei Sänger nicht aufs Korn genommen hatten, das kam dann bei der Kirchweihpredigt aufs Tablett. Erstmals durfte Christina Heinisch als Kirchweihprediger neben dem bewährten Markus Beck ans Rednerpult aus Bierkästen treten. Da kam ans Tageslicht, was es mit der neuen Hundezucht im Ort auf sich hatte und dass die Hundezüchterin angeblich viele Nächte neben dem Bett der jungen Hundemutti und ihrer Welpen verbringen musste. Gefühlte 500 Tage habe es gedauert, bis endlich der neue Pizzaofen bei der Gaststätte stand, war aus der Predigt zu erfahren, genauso wie ein notwendig gewordener Zaun den Hobbyhandwerkern wohl allerhand Unbill brachte. Fast zum Brand wäre es gekommen, als sich zwei Buben mit der Shisha im Heulager gemütlich gemacht hatten. Doch das beherzte Eingreifen des Eigentümers mit einem Feuerlöscher erübrigte den Einsatz der Ortswehr. Und die Moral von der G'schicht, so der Kirchweihprediger: „Nehmt eine E-Shisha oder lasst das Rauchen ihr Sauhammel!“

In diesem Jahr zum letzten Mal als Kirchweihprediger fungierte Markus Beck, der sich für die vielen Kirchweihen mit den Burschen bedankte.

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