Repperndorf
Arbeit

Die GWF verändert ihre Organisationsstruktur

Sebastian Knott und Olaf Stintzing stehen vor einer neuen Herausforderung: Sie sind künftig für den Erfolg einer Weinlinie bei der GWF verantwortlich.
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Fachgespräch über die neuen Verantwortlichkeiten.: Olaf Stintzing und Sebastian Knott. Foto: Dieter
Fachgespräch über die neuen Verantwortlichkeiten.: Olaf Stintzing und Sebastian Knott. Foto: Dieter
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Die Winzergemeinschaft Franken stellt ihr Organisations-Modell um. Das Ziel umschreibt der geschäftsführende Vorstand Michael Schweinberger mit Schlagworten: Klare Verantwortlichkeit, stärkere Identifikation der Mitgliedswinzer mit den Produkten und eine engere Bindung zur GWF.

Auslöser für die strategischen Überlegungen in Frankens größter Winzergenossenschaft waren die schwierigen Jahrgänge 2010 und 2011. "Wir wollten uns außerdem qualitativ weiter entwickeln", sagt Schweinberger.
"Bisher begann die Arbeit der Kellermeister in der Regel mit der Anlieferung der Trauben", sagt Hauptkellermeister Christian Baumann. Das soll sich ändern. Kellermeister und Winzer werden sich viel häufiger sehen - und sich über die Qualitätsanforderungen austauschen. Je nach Weinlinie wird es einen festen Ansprechpartner geben. "Und der ist vom Rebschnitt bis zur ersten Füllung für diesen Wein verantwortlich", erklärt Schweinberger.
Sebastian Knott wird diese Aufgabe künftig für die Linie "junge frank´n" übernehmen. Knott hat in der GWF gelernt, kommt aus einem Mainstockheimer Weingut. Sein Vater hat bei der GWF gearbeitet, sein Onkel leitet die Iphofer Kelterstation. "Es war mein Traum, bei der GWF zu arbeiten", sagt er. Mit 31 Jahren bekommt er eine Menge Verantwortung übertragen.

Die "jungen frank´n" gibt es seit etwas mehr als zehn Jahren. Mittlerweile hat der Jahresabsatz die ein Millionen-Liter Marke überschritten. Die Weinlinie hat sich zu einem bedeutenden Bestandteil des Gesamtumsatzes gemausert. Umso wichtiger, dass sie umfassend betreut wird.

Qualität wächst im Weinberg

Knott wird also den Kontakt mit den Winzern suchen, die nach einem strikten Fahrplan die Weinberge für diese Weinlinie bearbeiten. "Bislang habe ich die Trauben für die "jungen frank´n" erst als Most gesehen", erzählt Knott. Jetzt wird er an die Mainschleife, in den Steigerwald und an den Untermain fahren, um die Winzer von der Maxime "Qualität wächst im Weinberg" zu überzeugen. Und er wird neue Flächen suchen. "Im Bereich Retzstadt oder bei Sulzfeld gibt es noch Potenzial."

Nicht minder spannend ist die neue Aufgabe von Olaf Stintzing. Seit sechs Jahren ist der Diplom-Oenologe bei der GWF: Als Kellermeister und Verkaufsleiter in Rödelsee. Künftig wird er sich außerdem um die Premium-Weine kümmern. "Priorität hat dabei vor allem die Imagepflege", sagt der 45-Jährige. Und Prämierungen. Stintzing hat deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe: Er soll dazu beitragen, das (internationale) Renomee der GWF-Weine anzuheben. Bang ist ihm nicht.

Ungefähr 20 Familien gibt es jetzt schon zwischen Homburg und Hammelburg, die den Ansprüchen an höchste GWF-Qualität genügen. Und es gibt alte, wertvolle Anlagen, die hochwertige Weine produzieren können. Nach dem Austrieb will sich Stintzing den 20 Familien und anderen potenziellen Kandidaten vorstellen und seine Philosophie vorstellen: Hochwertige Spätlesen, die im Edelstahltank ausgebaut werden und die jeweilige Region widerspiegeln soll es auch weiterhin geben.

Gleichzeitig erhält Stintzing aber freie Hand für Experimente. Ob im Betonei oder im Holzfass: Solange nicht austauschbare Cuvees heranreifen, kann der 45-Jährige nach Herzenslust ausprobieren. "Wir wollen uns in diesem Bereich weiter entwickeln", bestätigt Vorstand Schweinberger. "Wir suchen ganz bewusst den Vergleich mit den besten Winzern in Franken."

Finanzielle Zuschläge

Und was hat der einzelne Winzer davon? Zunächst einmal finanzielle Zuschlägen, wenn er seine Arbeit nach den neuen Anforderungen bewerkstelligt. Er bekommt aber auch eine engere Bindung zu den Kellermeistern und zu den eigenen Produkten. "Ein Problem der GWF war bislang die Anonymität ihrer Mitglieder", sagt Stintzing. Künftig soll nachvollziehbar sein, welche GWF- Winzer einen prämierten Wein hergestellt haben. "Wir schaffen damit eine neue Identität", sagt Schweinberger voller Überzeugung. "Und wir belohnen die erfolgreichen Mitarbeiter und Mitglieder.

Trainerstab: Chef: Christian Baumann, Assistenten: Horst Stier, Hilmar Streng, Stefan Fröhlich, Christine Kraft. Trainerstab: Hubert Wohlfart, Rainer Feuerbach

Sortimente und Verantwortliche: juinge frank´n: Sebastian Knott, Markenrotweine: Timo Gallena, GWF-Extra/Aldi: Eugen Koch, Premiumweine: Olaf Stintzing.

Daten Gut 2400 aktive Winzer arbeiten für die GWF auf einer Rebfläche von rund 1400 Hektar. Das Anbaugebiet um schließt Mainfranken und Tauberfranken. 137 Mitarbeiter sind bei der GWF beschäftigt.

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