MAINBERNHEIM

Die Grabengärten leben

Natürlich ist das Leben in den Mainbernheimer Grabengärten schon lange wieder eingezogen. Wer in diesen Tagen an der B 8 entlang der „Skyline“ des Markgrafenstädtchens vorbeifährt, der sieht eifrige Gärtner, die ihre Blumen und Nutzpflanzen kultivieren und die historische Gartenanlage aufarbeiten.
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Die meisten der rund 60 Parzellen in den Mainbernheimer Grabengärten sind bereits vermietet. Mit einem Fest wurde der Abschluss der Renaturierung der Anlage vor der südlichen Stadtmauer am Sonntag gefeiert. Foto: Foto: Timo Lechner
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Natürlich ist das Leben in den Mainbernheimer Grabengärten schon lange wieder eingezogen. Wer in diesen Tagen an der B 8 entlang der „Skyline“ des Markgrafenstädtchens vorbeifährt, der sieht eifrige Gärtner, die ihre Blumen und Nutzpflanzen kultivieren und die historische Gartenanlage aufarbeiten.

Da aber bis dahin in den vergangenen Jahren viel geschehen war und ausgehend vom Leader-Projekt „Aktivierung der Grabengärten“ das Jahrhundertvorhaben mittlerweile abgeschlossen ist, sollte am Sonntag die offizielle Einweihung stattfinden. Und die wurde gleich zum kleinen Stadtfest vor den Mauern.

Mit dem Wetter hatten die Mainbernheimer am Sonntag weitaus weniger Glück als bei der Bewilligung der Fördergelder, die notwendig waren, um die alte Wehranlage um die südliche Stadtmauer wieder fit für Bürger mit grünem Daumen und Sinn für nachhaltiges und selbst Produziertes zu machen. Pfarrer Paul Häberlein musste seinen Gottesdienst teils unter Regen halten, Pavillons schützten aber die trotzdem zahlreich erschienenen Bürger und den Posaunenchor.

Bürgermeister Peter Kraus ließ den Werdegang der Renaturierung der Grabengärten noch einmal Revue passieren und blickte auch weit zurück in die Geschichte des Areals. So war hier einst der schützende Wassergraben des mittelalterlichen Städtchens, der bereits vor Jahrhunderten zur Gartenanlage für die Bürger umgewandelt wurde. Bis zum Ende des vergangenen Jahrtausends war es eine viel geliebte Sitte der Mainbernheimer, von der Stadt Gartenparzellen zu pachten und hier eigene Nahrungsmittel anzubauen. Das Interesse war jedoch in den vergangenen Jahren immer mehr zurück gegangen.

Altbürgermeister Karl Wolf nutzte dann 2012 die Gunst der Stunde, als entsprechende Fördermöglichkeiten bereit standen, in der langsam verwaisenden Anlage wieder etwas Nachhaltiges zu schaffen und überzeugte den Stadtrat, in das Projekt einzusteigen. Im Zuge der Wiederbelebung der Gärten wurden dann auch gleich noch ein neuer Radweg sowie Querungshilfen, Parkplätze oder Bushaltestellen geschaffen. An den Gesamtkosten von 1,43 Millionen Euro musste sich die Stadt mit 250 000 Euro an eigenen Mitteln beteiligen.

Dementsprechend standen mit Baudirektor Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt, Bernhard Wägelein, Regierung von Unterfranken, Leader-Manager Wolfgang Fuchs und Landschaftsarchitektin Sigrid Ziesel auch Grußworte der beteiligten Stellen mit auf dem Programm. Landrätin Tamara Bischof lobte die Mainbernheimer für deren Einsatz und bekräftigte, dass die Stadt mit verantwortlich sei, den Landkreis den Titel „Gartenlandkreis“ würdig führen zu lassen.

Rund 60 Gartenparzellen entstanden in den vergangenen Jahren, von denen mittlerweile etwa drei Viertel von Bürgern bewirtschaftet werden. Um die restlichen Flächen muss sich die Stadt noch kümmern, im Rathaus hofft man aber auf weitere Pächter. Die müssen im Übrigen keine „Miete“ zahlen, sondern lediglich dafür Sorge tragen, dass die Flächen auch genutzt und sauber gehalten werden. Um dies zu vereinfachen, sind mehrere Brunnen aus Muschelkalk installiert, die von einer Quelle gespeist werden. Gießkannen oder Gartengeräte können in eine der zehn Werkzeugkisten aus Holz abgelegt werden. An drei Plätzen wurden Gartenbänke aufgestellt, es gibt „bespielbare Kunst“ für die Kleinen.

Vom hohen Freizeitfaktor in den Grabengärten konnten sich die Besucher der Einweihung nach mittlerweile nachgelassenem Regen dann selbst überzeugen. Einige Stadträte und die „Bernemer Theaterer“ kümmerten sich um Grill und Getränkeverkauf, der Nachwuchs freute sich über das Begleitprogramm im Bereich der Spielflächen am Ausgang Sonnengasse, wo unter anderem ein Tipi gebaut wurde.

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