Ein bepflasterter Weg biegt sich sanft zum Haus hoch, überwachsen von den Ranken zweier Apfelbäume. Eine kleine Steinmauer hebt das Areal an und bietet einen Halt für allerhand Pflanzen und Blumen. Der kleine Stadl neben dem Eingangstor bildet das ideale Gegengewicht zum Wohnhaus, Efeu und Wein nimmt hie und da langsam Besitz vom Holz - beim Anblick des Anwesens der Familie Hanshans in Sulzfeld gerät man ins Schwelgen. Spaziergänger schließen oft vom Vorgarten und dem Hauseingang auf den Menschen "dahinter". Wie viel Mühe gibt sich der Hausherr, sein "Äußeres" möglichst attraktiv zu gestalten? Nimmt man den gesamten Ort und nicht nur ein Haus davon ins Visier, tragen die Art und Weise, wie Häuser und Gärten von der Straße aus wahrgenommen werden, zur Erholungsqualität in einer Gemeinde bei. Grund genug für den Heimat- und Ortsverschönerungsverein Sulzfeld a. Main e.V. (HOV), den Ort aus diesem Blickwinkel zu benoten - und unter anderem die Familie Hanshans auszuzeichnen.
Im vergangenen Juni zog somit eine Kommission aus sieben Jurorinnen unter Führung von Bärbel Faschingbauer in zwei Rundgängen durch die Neubaugebiete rund um den Ortskern von Sulzfeld. Nachgegangen wurde der Frage, welche Pflanzen den Eingangsbereich schmücken, wie diese angeordnet sind und ob sie typisch für die Gegend seien.

"Ferner wurde das gesamte Ensemble bewertet", so Faschingbauer. "Welche Materialien sind verarbeitet worden und in welchem räumlichen Verhältnis zueinander stehen Häuser und die Grün- bzw. Pflanzflächen".

Das entscheidendste Kriterium aber war, ob der Hauseingang und der Vorgarten einen dekorativen Beitrag zum Ortsbild von Sulzfeld liefern und das Straßenbild aufwerten. Dieses Raster wurde getrennt auf Privatanwesen und Gewerbebetriebe angelegt.
Am vergangenen Samstag wurden somit zwölf Preisträger ausgezeichnet, die "Paradiesische Auftakte in Vorgärten und Hauseingängen rund um den Altort", so der Titel des Wettbewerbs, geschaffen hatten. Einer von ihnen ist die Familie Hanshans, die seit 1985 ein schönes Holzhaus von Kitzingen kommend am Ortseingang von Sulzfeld bewohnt. Hannelore Hanshans nahm den Preis entgegen. Wie alle anderen Kandidaten hatte auch sie anfangs nichts von der Begutachtung ihres grünen Eingangsbereichs gewusst. Umso größer war die Überraschung, als der Brief des HOV im Briefkasten lag. "Dieser Eingangsbereich ist ein guter Grund für alle, nicht so schnell in den Ort einzufahren", riet Bärbel Faschingbauer in ihrer Laudatio, "und stattdessen diesen blumigen Auftakt und die fröhlich-bunte Mischung der Pflanzen und Steine zu genießen".
In der Tat bekommt das Auge etwas zu Schwelgen, nimmt man sich die Zeit für einen genießerischen Blick. Ortstypische Materialen seien verbaut worden, so der HOV, hauptsächlich Steine und Holz. "Wir sind hier vorne eigentlich noch gar nicht fertig", gesteht Hannelore Hanshans, die eher den hinteren Bereich ihres Gartens favorisiert. Manches hat sie von einem Gärtner anlegen lassen, "vieles aber ist Handarbeit", für die die ehemalige Realschullehrerin jetzt in der Rente endlich Zeit hat.
Einen Sonderpreis für ein gelungenes Nachbarschaftsobjekt erhielten die Familien Wahner und Siegmayer aus der Weingartenstraße. Mit einer abschließenden Würdigung der Blumenpaten, die ehrenamtlich bestimmte Anpflanzungen im Stadtgebiet pflegen, und einem kleinen Umtrunk endete die Preisverleihung.