IPHOFEN/DETTELBACH

Die Deutsche Weinkönigin liebt Steillagen

Sie kommt von der Mosel und war zu Besuch in Franken: Was die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder über den silvaner gelernt hat:
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Zeigt her eure Füße: Die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder (Mitte), die Deutschen Weinprinzessinnen Mara Walz links) und Christina Schneider (rechts) in den Weinbergen oberhalb Dettelbachs. Foto: Foto: Norbert Hohler

„Ich liebe Steillagen“, sagt Lena Endesfelder, die von der Mosel kommt und mit Steillagen aufgewachsen ist. Deshalb war für die Deutsche Weinkönigin Escherndorf mit seiner Steillage Lump einer der Höhepunkte ihres dreitägigen Franken-Besuchs.

Richtig angetan war die 24-Jährige auch vom neuen terroir-f-Punkt in Frickenhausen, der die Abendmahl-Szene zeigt. „Ich fand den Einweihungs-Gottesdienst sehr bewegend. Heimat ist ein Gefühl – dort war es besonders spürbar.“

Eine wohltuend nachdenkliche, ruhige Aussage von Lena, die seit dem Tod ihres Vaters 2011 mit ihrer Mutter Cordula und Schwester Sarah das Familien-Weingut in Mehring führt. Umgekehrt weiß die junge Frau auch ordentlich zu feiern. „Beim Weinfest in Christinas Heimatort Nordheim war die Stimmung grandios“, erzählt die Deutsche Weinkönigin lachend.

Heimspiel für Christina

Das freut Christina Schneider: Die Deutsche Weinprinzessin hatte Heimspiel beim Besuch von Lena Endesfelder und ihrer Kollegin als Deutsche Weinprinzessin, Mara Walz aus Württemberg. „Es war schön, den beiden mein Zuhause zu zeigen und die Vielfalt an Silvaner vorzuführen. Jetzt wissen beide, wie unterschiedlich ein Silvaner von einem Keuper- oder einem Muschelkalk-Boden schmecken kann.“

Koscherer Wein in Iphofen

Nach dem Besuch bei Rainer Sauer in Escherndorf (wie berichtet) waren die Drei am Samstag zunächst beim Weingut Hans Wirsching in Iphofen. Dort zeigte Ihnen Andrea Wirsching kurz den Betrieb und ließ die Hoheiten dann zwei Silvaner, eine Scheurebe und eine Rieslaner-Auslese verkosten. „Und dann erklärte sie uns, wie man koscheren Wein herstellt. Und erzählte vom Treffen neulich mit dem Rabbi, der sogar Vollernter gefahren ist“, erzählte Christina Schneider gestern am Telefon.

Nach dem terroir-f-Punkt in Iphofen und dem Mittagessen in Großlangheim mit Weinbaupräsident Artur Steinmann stand für die drei Hoheiten die Kieselsmühle in Dettelbach auf dem Programm. Klein, aber fein ist der Nebenerwerbs-Betrieb von Petra und Werner Schmitt, der 2016 den Staatsehrenpreis gewonnen hat. „Darauf sind wir sehr stolz, weil die Anzahl der Medaillen bei Weinprämierungen dafür entscheidend ist“, betont Werner Schmitt.

Der Knecht auf dem Hof

Alle müssten mit anpacken, auch Omas und Opas. „Hier ist alles in Frauenhand, ich bin der Knecht auf dem Hof“, scherzt der Mann mit Blick auf seine Töchter Anna-Lena und Katharina, die derzeitige Dettelbacher Weinprinzessin. Dem Winzer war wichtig, dass Endesfelder&Co. oben im Weinberg, beim Herz-Jesu-Denkmal von 1900, den Blick über Dettelbach, den Main bis hin zum Steigerwald genießen können.

Nächste Station der Tour war das Weingut Klaus Höfling in Eußenheim. Am Abend folgten in Würzburg Brückenschoppen und Weindorf, am Sonntag zum Abschluss Frickenhausen. „Was Franken und die Mosel unterscheidet, ist eindeutig der Bocksbeutel“, so Lena Endesfelder bei ihrem Fazit. „Ich finde den neuen Bocksbeutel PS schön, mag die helle Flasche. Entscheidend ist, dass wie bei den Höflings die Konturen des Etiketts stimmen – für Bocksbeutel und Schlegelflasche.“

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