Neuses am Sand

Dicke Mädels und die Lust am Leben

In seiner Schloss-Galerie sieht es immer wieder anders aus. „Schuld“ daran sind die wechselnden Ausstellungen, zu denen Hausherr Harald Wörner sehr gerne einlädt. Ab dem kommenden Wochenende begrüßt er Brigitte Klussmeier bei sich in Neuses am Sand. Die Kitzinger Künstlerin hat schon einmal im Schloss ausgestellt. Diesmal bringt sie „Impressionen des Lebens“ mit. Wir haben nachgefragt, was es damit auf sich hat.
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Die Kitzingern Künstlerin Brigitte Klussmeier stellt in Wörners Schloss in Neuses am Sand ihre „Impressionen des Lebens“ aus.
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In seiner Schloss-Galerie sieht es immer wieder anders aus. „Schuld“ daran sind die wechselnden Ausstellungen, zu denen Hausherr Harald Wörner sehr gerne einlädt. Ab dem kommenden Wochenende begrüßt er Brigitte Klussmeier bei sich in Neuses am Sand. Die Kitzinger Künstlerin hat schon einmal im Schloss ausgestellt. Diesmal bringt sie „Impressionen des Lebens“ mit. Wir haben nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Frage: „Leben – Lieben – Lachen“, diese drei Worte spielen in Ihrem Leben eine besondere Bedeutung. Warum?

Brigitte Klussmeier: Lebenslust und Lebensfreude sind mein Antrieb und die Botschaft meiner Werke. Statt ständig nach Perfektionismus zu streben, schätze ich viel mehr eine gesunde Vitalität und Eigenheit. Das Einssein mit sich selbst halte ich für das Wichtigste.

Sie stellen in erster Linie Skulpturen aus Ton her. Wie kam es dazu?

Klussmeier: Eigentlich interessierte ich mich seit meiner Jugend viel mehr für die Malerei! Erst 2008 bin ich erstmals mit Ton in Berührung gekommen. Das Formen von Plastiken und Skulpturen hat mir neben dem Malen zunehmend zur Entspannung und zum Abschalten gedient. Nach und nach gewann es die Überhand. In all meinen Arbeiten steckt ganz viel Herzblut. Ich habe keine künstlerische Ausbildung genossen, sondern mir mein Können weitgehend autodidaktisch und durch „Learning by doing“ angeeignet.

Wenn man sich ihre Werke ansieht, stechen einem immer öfter gut proportionierte Damen ins Auge. Was hat es damit auf sich?

Klussmeier: Meine „dicken Mädels“ sind ein Schwerpunkt meiner Arbeiten. Die Damen mit den üppigen Figuren sind einerseits sehr robust, wirken andererseits trotzdem grazil und anmutig. Mit ihnen möchte ich meine Freude am Leben und die Liebe zur Sinnlichkeit ausdrücken. Auch wenn die Figuren äußerlich von der Norm abweichen und von mir bewusst überzeichnet dargestellt werden, vermitteln sie doch einen Eindruck von Schön-Sein, Glücklich-Sein und Mit-Freude-Leicht-Leben.

Anfangs haben Sie ausschließlich mit schwarzem und weißem Ton gearbeitet. Jetzt sieht es bisweilen ganz schön bunt aus in Ihrer Ausstellung. Wie kam der Sinneswandel?

Klussmeier: Das stimmt. Früher lehnte ich Glasuren und Oberflächenbehandlungen ab. Mittlerweile bin ich froh, dass ich mich diesem vielseitigen Thema geöffnet habe. Dadurch habe ich sehr reizvolle Werke geschaffen – zum Beispiel meine bunten Torsi, die ich nach dem Brennen auf verschiedene Art und Weise mit Acrylfarben bemale und da-durch in bunte Einzelstücke a la Pop-Art verwandle.

2013 haben Sie schon einmal in Wörners Schloss ausgestellt. Unterscheidet sich die aktuelle Ausstellung von der damaligen?

Klussmeier: In den letzten vier Jahren hat sich meine Arbeitsweise ständig weiterentwickelt. Viele neue Objekte sind entstanden: abstrakt, dreidimensional, gelängt, aus Quader oder Kugel herausgearbeitet und vieles mehr. Die Ausstellung ist also auf jeden Fall auch für diejenigen einen Besuch wert, die schon 2013 da waren.



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