KITZINGEN

Der Ratstisch ist wieder vollständig

Die Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde Kitzingen hat Johannes Lindner als neues Ratsmitglied vereidigt. Jetzt sind wieder alle Stühle am Ratstisch besetzt.
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Als Mitglied der Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde Kitzingen ist Johannes Lindner vereidigt worden. Foto: Foto: Willi Paulus

Die Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde Kitzingen hat Johannes Lindner als neues Ratsmitglied vereidigt. Er ist der 23. Mann der Runde, so dass alle Stühle am Ratstisch wieder besetzt sind. Nach dreimonatiger Prüfung wurde er in geheimer Abstimmung für würdig befunden, die Tischgemeinde zu verstärken.

Zeremonienmeister Bernhard Stöckl blickte vor der Vereidigung im Saal des „Herbergslagers“ Deutsches Haus auf die mehr als tausendjährige Geschichte des Fürstengeschlechts Schwarzenberg zurück und gab dem neuen Ratsmitglied die Mahnung auf den Weg: „Sei stets mannhaft, tapfer und treu, gemäß dem Vorbild des Kitzinger Fähnleins vor über 300 Jahren.“

Der Hintergrund der Traditionsgemeinschaft: 1683, als die Türken zum zweiten Mal Wien belagerten, wurde aus Kitzingen ein Schützenfähnlein von 23 Mann rekrutiert. Laut der Chronik war das Land westlich der alten Kitzinger Stadtmauer Schwarzenberger Hoheitsgebiet. Unter Führung von Fürst Ferdinand zu Schwarzenberg waren sie Teil einer Hilfstruppe, die nach Wien entsandt wurde. Bei den Kämpfen tat sich das Fähnlein durch Tapferkeit hervor. Zum Dank erhielt es vom Landesherrn eine Fahne mit fürstlichem Wappen verliehen. „So hat das kleine Kitzinger Fähnlein mitgeholfen, die Freiheit des Reiches zu verteidigen und das Kulturgut des Abendlandes zu erhalten“, so der Chronist.

Die Tischgemeinde trifft sich einmal im Monat zur Ratssitzung. Den in früheren Jahren wegen der Rituale aufgekommenen Verdacht, ein Geheimbund oder Sekte zu sein, wehrt der amtierende Bürgermeister der Ratsrunde, Gottfried Hofmann, mit einem Lächeln ab. „Unsere Gemeinschaft ist vollkommen unpolitisch und ausschließlich ihrer Geschichte und der Geselligkeit verpflichtet.“ Den Namen „Fürstlich Schwarzenberger Tischgemeinde“ darf die Runde ganz offiziell gemäß einem Edikt von Fürst Heinrich Prinz zu Schwarzenberg vom 10. November 1953 führen.

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