Kitzingen
Brauchtum

Der Paukenschlag steht kurz bevor

Am 11.11 eröffnet das neu gestaltete Fastnachtsmuseum. Präsident Schlereth ist voller Vorfreude.
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Fastnachtspräsident Bernhard Schlereth an der Trommel der Würzburger Ranzengarde. Über ihm der so genannten Kappenhimmel. Für eine Spende in Höhe von 444 Euro können Privatpersonen oder Vereine dort ihren Namen verewigen. 30 Kappen sind bereits verkauft.
Fastnachtspräsident Bernhard Schlereth an der Trommel der Würzburger Ranzengarde. Über ihm der so genannten Kappenhimmel. Für eine Spende in Höhe von 444 Euro können Privatpersonen oder Vereine dort ihren Namen verewigen. 30 Kappen sind bereits verkauft.
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Bernhard Schlereth hat wenig Zeit. Kein Wunder: In zwölf Tagen wird das Deutsche Fastnachtsmuseum nach einer Bauphase von rund 20 Monaten neu eröffnen. Zwischen Anweisungen für den Elektriker und Fragen eines Museumsführers nimmt sich der Präsident des Fränkischen Fastnachtsverbandes Zeit für ein Interview.

Sind Sie zufrieden mit dem Fortgang der Bauarbeiten?
Schlereth (muss schmunzeln): Wissen Sie, der Plan ist die eine Seite eines Baus, die Wirklichkeit die andere. Das eine oder andere mussten wir auch spontan entscheiden. Selbst in unserer modernen Welt passiert es halt, dass nicht jedes Produkt funktioniert. Oder nicht in der benötigten Größe vorhanden ist. Außerdem gibt es Handwerkerfirmen, nach denen kannst du die Uhr stellen, andere arbeiten anscheinend lieber nach Rauchzeichen.

Und zum Schluss wird es richtig hektisch?
Na klar. Jetzt laufen die verschiedenen Fäden zusammen. Wobei der Großteil der Firmen super gearbeitet hat, auch an unseren Spezialbestellungen. Die meisten Firmen kamen übrigens aus dem Umland.

Der 11.11 kann damit als Eröffnungstermin gehalten werden?
Sicher. Wir haben immer gesagt, dass wir dann öffnen, aber wir haben auch immer gesagt, dass nicht jede Figur am richtigen Fleck stehen wird. Und zwei Zimmer in der Rosenstraße werden wir dann noch gar nicht bespielen.

Und die angepeilten Kosten von rund 4,2 Millionen Euro konnten auch eingehalten werden?
Preislich sind wir auch im Soll. Wir bauen keinen Bischofspalast in Limburg und auch keinen Flughafen in Berlin. Wir bauen ein fränkisches Museum und werden rechtzeitig und innerhalb des Kostenrahmens fertig.

Wie viel Zeit stecken Sie selbst in das Projekt?
Am Tag 15 Stunden. Ich fahre um 7 Uhr aus Veitshöchheim weg und komme hier am Abend um 19 Uhr raus.Aber damit ist es noch nicht getan. Dann habe ich täglich noch rund 25 Mails zu beantworten, die alle Kitzingen betreffen und nebenbei muss ich ja auch unsere Fernsehsendungen vorbereiten. Ich sitze im Moment mindestens bis Mitternacht noch vor dem Computer.

Das heißt, Sie sind richtig froh, wenn das Projekt endlich geschafft ist.
Ja und nein. Die Bauphase war aufregend, aber jetzt muss das Projekt auch mit Leben erfüllt werden.

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Auf die Eröffnung, wenn den Besuchern die Schätze und das umgebaute Haus endlich gezeigt werden können. Die moderne Fassade gefällt mir gut, ebenso die Einrichtung, die nach und nach wächst.

Bekommen Sie schon Rückmeldungen aus der Bevölkerung?
Vor kurzem ist ein Bürger an der Fassade der Rosenstraße vorbei gelaufen und hat gemeint, dass es so was normalerweise in Paris und New York gibt. Und jetzt auch in Kitzingen. Da freue ich mich natürlich. Bei der Stadtverwaltung habe ich dagegen manchmal das Gefühl, dass sie gar nicht richtig einschätzen kann, welches touristische Highlight hier entsteht. Wir haben beispielsweise den Schulhof als Archivlager gemietet. Ein Jahr lang hat die Stadt versprochen, dass sie das Lager übernimmt, wenn wir räumen. Dann kam die Sitzung und die Übernahme ist abgelehnt worden. Das kostet alles unnötig Zeit.

Welche Bedeutung hat das neue Fastnachtsmuseum für die Region?
Das lässt sich an einer Aussage verdeutlichen: Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München hat damals bei der Antragstellung betont, dass wir das zweitwichtigste Projekt in ganz Bayern sind. Das sagt alles. Sie müssen bedenken: Das Zentralarchiv der Deutschen Fastnacht wird hier in Kitzingen sein, auch das Archiv für die Europäische Gemeinschaft.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?
Ich erwarte im ersten Jahr, also vom 11. November 2013 bis 11. November 2014 über 10000 Gäste, sagen wir mal 11111.

Die ersten Anfragen laufen sicher schon.
Die Aufmerksamkeit ist jetzt schon da, Buchungen laufen aus ganz Deutschland ein. Am 3. November werden wir Mitglieder vom Bund Deutscher Karneval empfangen. Von 33 Regionalverbänden haben 28 schon zugesagt. Die Nürnberger Nachrichten planen beispielsweise 2014 eine Leserreise für über 400 Leute nach Kitzingen. Das sind Vervielfältiger. Außerdem machen wir Werbung für das Museum auf der Consumenta in Nürnberg und nutzen unsere Kontakte zum Bayerischen Fernsehen, die gerne öfter aus Kitzingen senden würden.

Dann läuft ja alles wunderbar.
Eigentlich schon. Wenn der Tag nur ein paar Stunden mehr hätte.








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