"Es gibt schon so viele Karten. Jeder hat sie im Geldbeutel", sagte Heinz Galuschka (SPD) am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren und Integration. Beraten wurde über die Einführung der Ehrenamtskarte im Landkreis Kitzingen. Sie soll der Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements dienen. Inhaber der Karte erhalten Vergünstigungen bei Einrichtungen wie Museen und Schlösser, in Schwimmbäder oder Freizeitparks oder bekommen Rabatte oder Freikarten. Heinz Galuschka meinte, es gebe politisch gesehen andere Möglichkeiten, das Ehrenamt angemessen zu würdigen.
Nach einem dreijährigen Modellversuch im Landkreis Cham will das Bayerische Arbeits- und Familienministerium die Ehrenamtskarte bayernweit einführen. In Unterfranken beteiligen sich derzeit die Landkreise Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg sowie die kreisfreien Städte Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg. Auch der mittelfränkische Nachbarlandkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim kann die Karte ehrenamtlich engagierten Bürgern ausstellen.
Harald Erhard, der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes und als Vertreter der Wohlfahrtsverbände in der Sitzung, sagte, die Ehrenamtskarte solle alsbald eingeführt werden. Zugleich sollte der Landkreis nach Partnern suchen, die die Karte zum Beispiel beim Ticketverkauf akzeptieren.
Die Meinungen der Ausschussmitglieder waren durchaus konträr. Allerdings sahen die meisten Handlungsbedarf, zumal es die Karte ja in der Region schon gebe.

Testphase ist zu Ende


Eine halbjährige Testphase ist zu Ende gegangen. Wöchentlich hätten ein bis zwei Ehrenamtliche nach der Karte gefragt, berichtete Hartmut Stiller von der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Seniorenfragen. "Eine Anerkennungskultur ist wichtig, aber meine Haltung zur Ehrenamtskarte ist zwiespältig", gestand Stiller. Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler) bekannte sich ganz klar zur Einführung: "Wie sollen wir den Leuten sonst erklären, dass es die Karte im Landkreis Würzburg, aber bei uns nicht gibt?"
Mit zwei Gegenstimmen beschlossen die Ausschussmitglieder, die Ehrenamtskarte in den Landkreis Kitzingen zu holen. Das bedeutet, dass nun eingehende Anträge bearbeitet werden müssen. Die Karte gilt für drei Jahre. Werbepartner müssen aquiriert werden. Über Medienberichte, Flyer und das Internet soll bekannt gemacht werden, dass es diese Anerkennung im Scheckkartenformat überhaupt gibt.