Kitzingen

Der Küchenstar mit zwei Buchstaben

Ob Vorspeise, Hauptspeise, Dessert oder Gebäck: Beim BBV-Kochkurs dreht sich diesmal alles rund ums Ei. Ernährungsfachfrau Monika Hegwein verrät Rezepte für einen leckeren Osterbrunch
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Allerhand Schnippelei: Die Geiselwinder Frauen bereiten den Feinschmeckersalat zu. Foto: Daniela Röllinger
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Es ist zwischen 45 und 75 Gramm schwer, oval und bei vielen Gerichten unentbehrlich: Das Ei ist der heimliche Küchenstar. Was sich alles Leckeres daraus zubereiten lässt, weiß Ernährungsfachfrau Monika Hegwein. Bei sechs Kursen verriet sie vergangene Woche Tipps und Rezepte für einen leckeren Osterbrunch.

Ist in einem Koch- oder Backrezept von Eiern die Rede, geht es in der Regel um Hühnereier. Nur sie dürfen im Einzelhandel unter dem Begriff Eier angeboten werden. Es gibt sie in braun, weiß oder grün, in den Größen S, M, L und XL. Rund 19 Milliarden Eier werden in Deutschland pro Jahr für die Nahrungszubereitung verbraucht.

Kein Wunder, sind doch in sehr vielen Gerichten Eier enthalten – und damit auch kein Wunder, dass Monika Hegwein den Begriff „heimlicher Küchenstar“ wählte, als sie zu sechs Kochkursen ins Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen einlud. „Das Ei ist das Symbol der Fruchtbarkeit“, sagt sie, was bei all seinen Inhaltsstoffen nicht verwunderlich sei. Schließlich sind fast alle Mineralstoffe und Vitamine außer Vitamin C im Ei enthalten.

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Stapelweise gefüllte Eierpappen standen zu Beginn des Kurses bereit, als sich vergangenen Donnerstag 20 Frauen in der Lehrküche einfanden. Im Lauf des Nachmittags wurden die natürlich kleiner, schließlich hatte jedes der 16 Gerichte, die zubereitet wurden, etwas mit Eiern zu tun. Monika Hegwein präsentierte eine leckere Auswahl für einen österlichen Brunch, bei dem für jeden Geschmack etwas geboten war.

Da wurde Bärlauchsuppe gekocht, Häschen gebacken, Eierhälften mit Lachscreme gefüllt. Es gab Waffeln, Feinschmeckersalat, eine Brötchensonne und vieles mehr. Gertrud Ackermann probierte die Bauernpfanne aus und machte sich deshalb gleich ans Kartoffelschälen. Sie hat Hühner zuhause, kocht und backt gerne und da hat sie sich sofort für den Kochkurs rund ums Ei angemeldet. „Ich probiere gerne mal was Neues aus“, sagt sie – das schnelle Gericht, das sich gut vorbereiten lässt, war für sie als berufstätige Frau da gerade richtig.

Gleich daneben ließ Silvia Appold vorsichtig ein aufgeschlagenes Ei nach dem anderen zunächst in eine Suppenkelle und dann in siedendes Wasser gleiten. Pochierte Eier sind etwas, was kaum jemand bislang zuhause zubereitet hatte, doch dank der Tipps von Monika Hegwein will es so manche jetzt mal probieren.

Die Ernährungsfachfrau überrascht die Teilnehmer ihrer Kurse immer wieder mit ihren Rezepten und Tipps. Eierpizza zum Beispiel, die kannte noch keiner. Und so schaute immer wieder mal eine Frau am Herd vorbei, als Waltraud Markert die verrührten Eier in die Pfanne gab, nach und nach mit Salami, Schinken, Champignons und Tomaten belegte und schließlich mit Käse bestreute. Deckel drauf und warten, bis der Käste geschmolzen ist – was allerdings nicht jeden davon abhielt, mal kurz unter den Deckel zu spitzen.

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Vor- und Hauptspeisen, Desserts, Gebäck und Plätzchen, all das wurde mit Eiern zubereitet. Und natürlich auch Eierlikör, der nicht nur getrunken, sondern beispielsweise auch für eine Preiselbeer-Eierlikör-Torte verwendet werden kann. Und auch dafür hat Monika Hegwein einen Trick, der eine leidige Arbeit erleichtert: Sie nimmt eine Zitrone zu Hilfe, um den Tortenrand mit Schokoraspeln zu verzieren: Zitrone durchschneiden, die Schnittfläche in die Raspel tauchen und dann an die Torte drücken – die Schokolade bleibt dort haften. Kleben die Raspel nicht mehr, kurz mit Wasser abwaschen und schon kann es weitergehen, bis der ganze Rand verziert ist.

Damit ging jede Teilnehmerin nicht nur satt, sondern auch mit neuen Rezepten und mit neuem Wissen nach Hause. Und so bestätigte sich auch für „alte Hasen“, was Erika Virnekäs gleich zu Beginn der Veranstaltung vorhergesagt hatte: „Man lernt immer was Neues dazu.“

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Kochkurs sowie drei Rezepte von Ernährungsfachfrau Monika Hegwein finden Sie unter

www.inFranken.de

Osterbrunch: Rezeptvorschläge von Ernährungsfachfrau Monika Hegwein

Feinschmeckersalat: Zutaten für sechs bis acht Personen: 3 grüne Paprikaschoten, 300g Salami, 300g gekochter Schinken, 4 hart gekochte Eier, 1 Glas Mixed Pickles (ca. 300g), 3 Äpfel, 4-5 Scheiben Ananas aus der Dose. Für die Marinade: Selbstgemachte Mayonnaise (2 frische Eigelb, Salz, 2 TL Senf, 1/4 l Öl, 1 EL Zitronensaft), 3 EL Ananassaft, 2 EL Essig, Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker. Zubereitung: Für die selbstgemachte Mayonnaise alle Zutaten in gleicher Temperatur bereitstellen. Eigelb mit Salz und Senf mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine salbig rühren. Öl tröpfchenweise unterrühren, dabei stetig weiter rühren, bis alles Öl aufgebraucht ist. Für die Marinade noch den Essig und den Ananassaft unterheben und mit Salz, Pfeffer und Zucker herzhaft abschmecken. Die Salatzutaten zerkleinern, mit der Marinade vermengen und gut durchziehen lassen. Sehr gut geeignet für ein kaltes Büffet.

Eierpizza: Zutaten für 1 Person: 2 Eier, Salz, Pfeffer, 5-10g Rapsöl, 1 Tomate in Scheiben, 100-150g Salami oder gekochter Schinken oder beides gemischt, 50-100g frische Champignons in Scheiben geschnitten, Thymian, Basilikum, Rosmarin, 50g geriebener Emmentaler oder Pizzakäse. Zubereitung: Eier mit Salz und Pfeffer gut verquirlen. Öl in einer Pfanne erhitzen, Eiermasse darauf geben, von unten leicht stocken lassen. Temperatur auf kleine Stufe zurückschalten. Mit Tomaten, Salami, Schinken und Champignons belegen, würzen. Käse darüber streuen. Die Pfanne mit Deckel schließen. Wenn der Käse geschmolzen ist, ist die Pizza fertig. Dazu passt Blattsalat oder griechischer Salat.

Osterhäschen aus Hefeteig: Zutaten: 1 Würfel Hefe, 500g Weizenmehl, 180g Milch, 100g weiche Butter, 1 Ei, 1 Eigelb zum Bestreichen, 75g Zucker, 4g Salz, Hagelzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, Schale von 1 Zitrone. Zubereitung: Hefe mit warmer Milch in der Rührschüssel der Küchenmaschine auflösen. Restliche Zutaten zugeben und einen geschmeidigen Hefeteig kneten. Den Teig in eine Schüssel mit Deckel geben und verschlossen in warmes Wasser stellen. Gehen lassen, bis es „blubb“ macht, also der Deckel aufgeht. Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, kurz durchkneten und daraus die Häschen formen. Vom Zeig zirka 80 Gramm-Stücke abschneiden. 1/3 als Kopf formen, aus den 2/3 eine Schlange rollen, zirka 15 Zentimeter lang. Diese einmal um sich drehen und auf das mit Backpapier ausgelegte Blech legen. Den Kegelförmigen Kopf an der dickeren Seite mit der Schere einschneiden – das sind die Ohren – und am Körper anlegen. Sehr wenig Teig als Schwänzchen formen und anlegen. Die Anlegestellen jeweils mit etwas Wasser bestreichen, damit der Teig besser hält. Eine Rosine oder Mandel als Auge in den Teig drücken. Das Eigelb mit etwas Milch oder Sahne anrühren und die Häschen damit bestreichen. Auf Schwanz und Pfote Hagelzucker streuen. Bei 200 Grad zirka 10 bis 15 Minuten backen. Hefeteig schmeckt frisch am besten. Werden die Häschen am Backtag nicht gegessen, lieber frisch einfrieren und bei Bedarf auftauen.



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