LANDKREIS KITZINGEN

Der Gartentipp: Holzasche im Garten? Besser nicht!

Wenn es draußen dunkel und nasskalt ist, liefern Öfen wohlige Wärme. Doch wohin mit der anfallenden Asche? Auf jeden Fall nicht in den Garten. Erfahren Sie hier, warum.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei wärmendem Kaminfeuer bleibt Holzasche übrig, die allerdings besser nicht in den Gärten landen sollte. Foto: Foto: LWG

Wenn es draußen dunkel und ungemütlich nasskalt ist, liefern Öfen wohlige Wärme. Doch wohin mit der anfallenden Asche? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum sie von dem Ausbringen im Garten abraten. Immer wieder findet man Empfehlungen zum Ausbringen von Holzasche im Garten. Doch unproblematisch ist das nicht, auch wenn sie von naturbelassenem Holz stammt. Befürworter schätzen die Nährstoffe. Calcium, Magnesium, Phosphor und vor allem viel Kalium sind in der Asche enthalten. Der sehr hohe pH-Wert kann versauerte Böden neutralisieren. Asche in den Garten verstreut führt Stoffe in den Naturkreislauf zurück.

Gefahr der Überdosierung

Da Nährstoffe, besonders Kalium, in hohen Mengen vorkommen, besteht schnell die Gefahr der Überdosierung. Asche enthält neben wertvollen Nährstoffen für die Pflanze auch eine Menge Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Blei, Zink, Quecksilber, Chrom und Kupfer. Dies findet man auch in der Asche von unbehandeltem Holz. Die Bäume haben diese Stoffe über viele Jahre in mehr oder weniger großen Mengen durch Boden und Luft aufgenommen, je nachdem auch wo die Pflanzen gewachsen sind. Der anorganische Teil der Schadstoffe wird bei der Verbrennung nicht zerstört und liegt deshalb in der Asche in konzentrierter Form vor.

Auch entstehen durch den Verbrennungsprozess neue Schadstoffe wie Chromate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Dioxine. Man kennt also die Schadstoffgehalte der eigenen Asche nicht. Die Vorbelastung des Gartenbodens ist ebenfalls in der Regel nicht bekannt. In den Kreislauf des Gartens ausgebracht, werden sich die unerwünschten Substanzen im Boden, aber auch in Gemüse, Obst und anderen Pflanzen wiederfinden.

Schädlich auch fürs Grundwasser

Holzasche besitzt einen sehr hohen pH-Wert, meist zwischen elf und 13. Böden, die schon einen pH-Wert von sieben und höher aufweisen, werden nur noch alkalischer. Wichtige Spurennährstoffe wie Eisen werden im Boden festgehalten und können von den Pflanzen nicht aufgenommen werden. Es kommt zu Mangelerscheinungen.

Die feinen Bestandteile des Aschestaubs gefährden durch das Einatmen den Anwender. Außerdem waschen sie sich bei Regenfällen schnell aus und gelangen dann ins Grundwasser.

Ab in die Restmülltonne

Bringen Sie keine Holzasche in den Garten oder auf den Kompost, auch nicht in kleinen Mengen.

Entsorgen Sie Ihre erkaltete Holzasche über die Restmülltonne! Dazu lagern Sie die Kaminasche erst in einem Blecheimer oder in einem anderen geeigneten nicht brennbaren Gefäß und auf einer nicht brennbaren Unterlage. Nach etwa 48 Stunden oder mehr ist die Asche ausreichend kalt und kann endgültig über die Restmülltonne entsorgt werden.

Holzasche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe in hohen Konzentrationen enthalten. Diese gelangen unweigerlich in den Boden und reichern so auch Obst und Gemüsepflanzen mit Schadstoffen an. Die Verwertung von Holzaschen unterliegt dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Das besagt, dass keine schädlichen Bodenveränderungen erfolgen dürfen. Da keine Schadstoffgehalte von Asche und Boden bekannt sind, sollte vorsorglich keine Asche ausgebracht werden.

Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.