Kitzingen
Lokalpolitik

Der ewige Franz Böhm

Im Mai sitzt er seit 35 Jahren im Stadtrat und wird 70 Jahre. Das politische Altenteil hat er aber noch lange nicht im Blick. Franz Böhm will mit Pro Kitzingen in die Stadtratswahl.
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Franz Böhm will noch einmal für Kitzingen in den Stadtrat. Foto: Archiv
Franz Böhm will noch einmal für Kitzingen in den Stadtrat. Foto: Archiv
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Die Gerüchteküche brodelt, ein fertiges Menü können die Parteien und Gruppierungen im Kitzinger Stadtrat bis dato aber nicht präsentieren. Bis auf Klaus Christof (KIK) steht noch kein Kandidat für die Oberbürgermeisterwahlen im März 2014 fest. Dennoch: Es gibt ein paar Neuigkeiten. Hinter den Kulissen tut sich einiges.
30 Stadträte, sieben Fraktionen: Das sind die nackten Zahlen aus dem Kitzinger Stadtrat. Nicht jede Fraktion wird für die Wahlen im März 2014 auch einen Oberbürgermeisterkandidaten stellen. So viel steht wenigstens fest. Pro Kitzingen beispielsweise verzichtet. "Wir werden sicher keinen Kandidaten stellen", sagt Franz Böhm, ältestes Stadtratsmitglied im Gremium.

Seit 35 Jahren ist Böhm ein Kitzinger Stadtrat, die meiste Zeit davon bei der CSU.
Anfang dieser Legislaturperiode gründete er mit Hans Schardt die Gruppierung "Pro Kitzingen". Und die soll keinesfalls in der Versenkung verschwinden. "Wir werden an den Wahlen teilnehmen", kündigt Böhm an. In drei bis vier Wochen will er einen Verein gegründet haben, die Präambel ist bereits in Arbeit. 30 Leute für die Liste sollten gefunden werden, wahrscheinlich tritt Böhm selber auch noch einmal an. "Ich will das nicht ausschließen", sagt er. Sobald sich bei den anderen Parteien in Sachen
OB-Kandidaten etwas tut, wird sich auch Pro Kitzingen entscheiden, wen sie unterstützt.

Sie halten sich bedeckt

So viel lässt sich leicht vermuten: Bei allen Parteien tut sich etwa ein Jahr vor den Wahlen etwas. Nach außen dringt allerdings wenig. "Wir halten uns bedeckt", sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Brigitte Endres-Paul. Und sie hat Recht. Auch ihre Stadtratskollegin Astrid Glos ist bei diesem Thema äußerst einsilbig. "Ich gehe mal davon aus, dass ein Kandidat nominiert wird", sagt sie und ihr Kommentar, dass der Name Markus Ostwald in der Gerüchteküche auftaucht, fällt einsilbig aus: "Schön."

Deutlich mehr hat der Fraktionsvorsitzende der CSU, Andreas Moser, zu berichten. Mit dem Gerücht, dass er selbst der neue OB-Kandidat seiner Partei wird, räumt er ein für allemal auf. "Sicher nicht." Er sei beruflich auf einem sehr guten Weg und, davon abgesehen, gebe es einige geeignete Kandidaten. Der - oder die - bestmögliche Kandidat(in) wird von einem Gremium aus Fraktion, Orts- und Kreisverband sowie Frauen-, und Senioren-Union ausgewählt. Ein Fehler der Vergangenheit soll sich dabei auf keinen Fall wiederholen. "Diesmal kommt der OB-Kandidat auch auf die Liste", kündigt Moser an. Im letzten Wahlkampf hatte Kandidatin Angelika Küspert ihre Unabhängigkeit betont. "Das hat uns ein paar Stimmen gekostet", sagt Moser. Das Ergebnis der nächsten Wahl hängt natürlich auch davon ab, was die anderen Parteien machen. Moser ist vor allem neugierig, was die Freien Wähler machen. "Vielleicht unterstützen sie Klaus Christof?"

Jens Pauluhn zum dritten?

Für eine Antwort ist es im Moment noch viel zu früh. "Wir möchten einen eigenen Kandidaten stellen", erklärt Fraktionsvorsitzende Jutta Wallrapp. Spätestens bis zum Beginn der Sommerpause soll eine Entscheidung getroffen sein. Bis dahin: Keine weiteren Aussagen.

Ähnlich wortkarg gibt sich zu diesem Thema Jens Pauluhn von der ödp. Ob er ein drittes Mal antreten wird? "Wir haben uns noch nicht eindeutig positioniert", sagt er. Der Vorstand der Partei hat sich zwar in der vorletzten Woche getroffen, um das Thema zu beraten. "Aber wir haben noch keinen einheitlichen Meinungsprozess." Will heißen: Es könnte auch sein, dass die ödp im kommenden Jahr überhaupt keinen Kandidaten stellt.

Und die UsW? Was macht eigentlich der Gewinner der letzten Wahl? Siegfried Müller hat die ersten fünf Jahre als Oberbürgermeister bewältigt. Die anfängliche Euphorie innerhalb der Fraktion ist allerdings verflogen. Entsprechend vorsichtig formuliert der OB auch seine Aussage: "Meine Bereitschaft ist nach wie vorhanden. Wenn ich von meinen Leuten in der Aufstellungsversammlung gewählt werden, stehe ich zur Verfügung." Ein Termin für diese Versammlung steht nach seinen Worten noch nicht fest. Unklar ist auch, ob diese Versammlung öffentlich sein wird.

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