VOLKACH

Der Baumeister des Wassers

Der Biber, Baumeister des Wassers, steht beim Bund Naturschutz Volkach im Mittelpunkt. Wie er sogar Hochwasser verhindert, erklärte ein Biber-Experte.
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Biber
ARCHIV - Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese nahe Lebus (Märkisch-Oderland) knabbert ein Biber die Rinde von Weidenästen ab (Archivfoto vom 20.03.2009). Die Elbtalaue im Nordosten Niedersachsens, in der auch Biber leben, wurde Ende 2002 zum Biosphärenreservat erklärt. Entlang der fast 100 Elbkilometer zwischen Lauenburg und Schnackenburg erstreckt sich das Gebiet über 567 Quadratkilometer. Foto: Patrick Pleul dpa/lni (zu lni "Biber und Seeadler hautnah im Biosphärenreservat an der Elbe" vom 10.05.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Im Fokus der Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz Volkach stand der Baumeister des Wassers: der Biber. Vorsitzender Willi Freibott freute sich über das große Interesse, das das Thema bei den Mitgliedern und zahlreichen Gästen gefunden habe, wie es im Schreiben an die Presse heißt.

Der Biberberater des Landkreises Kitzingen, Klaus Petter, hatte einige Biber-Exponate in das katholische Pfarrheim Volkach mitgebracht, die besonders von den Mitgliedern der Kinder- und Jugendgruppe bewundert wurden. „Der Biber ist ein großartiges Tier und mit bis zu 40 Kilogramm Gewicht und mehr als einem Meter Länge eine imposante Erscheinung“, erklärte der Experte.

In Bayern einst ausgerottet

Als Nagetier sei er mit einem hervorragenden Gehör- und Geruchsinn, mit kräftigen Krallen zum Graben und mit ständig nachwachsenden Schneidezähnen ausgestattet. Sein dichtes und gut wärmendes Fell habe ihn bei den Menschen zum beliebten Jagdobjekt gemacht: nach 15 Millionen Jahren als „Ur-Bayer“, sei er 1867 in Bayern ausgerottet worden. Erst Mitte der 1960er Jahre begann man damit, den europäischen Biber wieder einzubürgern.

Die Wiederansiedlung sei eine Erfolgsgeschichte: Mittlerweile leben in Bayern wieder etwa 20 000 Biber in 5500 Revieren. Der Biberberater hat kein Verständnis für die Abschussforderungen mancher Mitbürger. Der Biber habe für die Natur und für uns Menschen gerade im trockenen Mainfranken einen großen messbaren Nutzen. Da das streng geschützte Tier bestrebt sei, alle Stellen in seinem Revier schwimmend erreichbar zu halten, schaffe es Feuchtbiotope, die vielen selten gewordenen Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten.

Biber leistet Hochwasserschutz

Auch die Fische profitierten von den Biberaktivitäten, indem sie die Strukturen zur Entwicklung der Fischbrut nutzen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass nicht nur die Artenvielfalt zunehme, sondern auch die wasserdurchlässigen Biberdämme einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten, so Petter.

„Sollten einmal Konflikte zwischen Mensch und Biber entstehen, so findet der Biberberater fast immer eine Lösung“, betonte Klaus Petter und warb für mehr Verständnis für den Raumbedarf dieses nützlichen Wasserbaumeisters, der nie seinen eigenen Lebensraum zerstöre.

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