Buchbrunn
Bürgerversammlung

Debatte über den Standort für einen Dorfladen

Eine Abstimmung in der Buchbrunner Bürgerversammlung sollte am Freitag erkunden, wo die Buchbrunner gerne ihren Dorfladen hätten. Die Mehrheit der etwa 30 erschienenen Bürger favorisiert den Frankenträubl, der Bürgermeister dagegen das Buswartehäuschen. Die Entscheidung liegt beim Gemeinderat.
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Anstelle des Buswartehäuschens soll am Gänsewasen der Dorfladen entstehen. Foto:  G. Bauer
Anstelle des Buswartehäuschens soll am Gänsewasen der Dorfladen entstehen. Foto: G. Bauer
Heftiger Schneefall verhinderte am Freitag den von Bürgermeister Hans Friederich (FWG) erwarteten Zuspruch bei der Bürgerversammlung. Er stellte den Bürgern die aktuelle Entwicklung zum Dorfladen vor, der im Rahmen der umfassenden Dorferneuerung errichtet wird.
"Für Einzelmaßnahmen stehen uns insgesamt 250 000 Euro zur Verfügung, davon wurden für den Dorfplatz jedoch bereits 163 700 Euro verbraucht", rechnete Friederich vor. Der Zuschuss des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) sei auf 86 300 Euro begrenzt. Die geschätzten Baukosten für den Dorfladen bewegen sich um 300 000 Euro.

Gemeinderat wählt Standort

Der Gemeinderat will in Kürze über den Standort und das Bauvorhaben entscheiden. Der Bürgermeister denkt an ein Bauvorhaben der Dorfladengesellschaft, da so die Mehrwertsteuer zurück erstattet werden könne. Friederich setzt zudem auf umfangreiche Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft und hier vor allem der Handwerker, auch um jeden, der mitgearbeitet hat, als Kunden zu binden.
Das Ladengeschäft könnte am Standort des Buswartehäuschens entstehen, das im Zuge der Dorferneuerung mit Neugestaltung des Buswendeplatzes ohnehin wegfällt. Eine andere Variante sieht als Standort einen Anbau an die vorhandene Scheune des Frankenträubl auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor. Dass diese Variante vom Gemeinderat beschlossen wird, hält auch Friederich für unwahrscheinlich, denn dann könne auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Areal keine andere Nutzung mehr erfolgen. Die Fläche des Buswartehäuschens nahe dem Spielplatz gehöre der Gemeinde und könne für keine andere Bebauung genutzt werden. In einer Orientierungsabstimmung unter den Anwesenden wurde diese Lösung allerdings favorisiert. Friederich nahm das Votum zur Kenntnis, ließ aber wissen, dass alleine der Gemeinderat entscheide.
Als Eigenkapital sollte von den Bürgern rund 50 000 Euro an Beteiligungen gezeichnet werden, derzeit sind es 31 000 Euro. Dann kann ein Gesellschaftervertrag abgeschlossen werden. Der Bürgermeister erklärte weiter, dass etwa 25 Prozent der Kosten für die Ladeneinrichtung von Leader+ kommen könnten.
Thema war am Freitag auch die Ausweisung des Baugebietes Gärten, das weitere Bauplätze im Dorf erschließen soll.

Perspektive für die Jugend

Bürgermeister Hans Friederich (FWG) erinnerte, dass im Planungsgebiet ein Areal zur Aussiedlung des Friedhofes sowie ein Gewerbegebiet vorgesehen waren, die aber nach Sanierung des vorhandenen Friedhofes und der Ausdehnung der Sportanlagen nicht zum Tragen kommen und aus der Planung herausgenommen wurden.
"Nach der Sanierung unseres Friedhofes brauchen wir die früher einmal geplante Fläche nicht mehr, denn zwei Friedhöfe können wir nicht unterhalten", unterstrich Harald Geißendörfer (FWG).
Bis auf zwei Bauplätze befindet sich das Baugebiet in Gemeindehand. Zur Erschließung wird eigens eine Schotterstraße angelegt. Der Bürgermeister will vor allem der Jugend eine Perspektive schaffen im Dorf zu bleiben.

Einwohnerzahl geht zurück

Aus der Einwohnerstatistik legte er für 2012 in den Bereichen Geburten und Todesfälle eine leicht nachteilige Entwicklung vor, es seien aber wohl die Wegzüge, die zu einem Bevölkerungsrückgang führten. Immerhin lägen ihm bereits Bauanfragen vor. Stefan Schmidt regte an, zehn der geplanten 16 Bauplätze für die kommende Generation zu reservieren und nicht an Auswärtige zu verkaufen. Diese Zusage mochte der Bürgermeister unter Hinweis auf vorhandene, aber in Privatbesitz befindliche Bauplätze nicht geben. Schmidt hielt der Gemeinde vor, mit den Bauplätzen Geld verdienen zu wollen. Gegen die Ausweisung eines Bebauungsplanes parallel zur Dorferneuerung wandte sich Gottfried Schlager als örtlicher Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes.

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