VOLKACH

„ . . . das wünscht man keinem Feind“

Zum Bericht „Grüne sehen verkehrsberuhigte Region als Ziel“ zum Thema Umgehungsstraße Volkach vom 28. Juli schreibt Erich Helfrich.
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Symbolbild für das Leserforum / Leserbrief Foto: Michael Mößlein (MainPost)

Man hört sie, man riecht sie, man sieht sie. Vor allem in der Nacht hören sich die Schwerlaster auf der Gaibacher Steige wie moderne Saurier an. Diejenigen, die hinauf wollen, heulen auf und beginnen gigantisch zu brummen, die hinunter wollen, müssen über Kanaldeckel und krachen kräftig mit ihrer Ladung. Ihre Anstrengungen kosten Abgasschwaden mit viel schädlichem Feinstaub.

Gegen morgen sieht man sie gut: Riesen aus allen Gegenden Europas, die von Navigationsgeräten mit den Zielen Abkürzung, Schnelligkeit und Mautfreiheit geführt werden. Aus ihrer Sicht macht es Sinn, von den umliegenden Autobahnen abzubiegen. Wettbewerbsüberlegungen und nicht die Bürger stehen im Fokus. Das wünscht man keinem Feind und schon gar nicht seinem Nachbarn.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Lösung „Umgehungsstraße Volkach-Schweinfurt“ überlegenswert. Nach dem Sankt-Florian-Prinzip haben das Schwerlastproblem dann die anderen, die Bürger im Osten von Gaibach und Volkach und nicht zuletzt Bürger des Neubaugebiets Schaubmühle zu tragen. Nur wenige Meter entfernt erleben sie denselben und womöglich noch intensiveren Schwerlastdurchgangsverkehr, weil er hier schneller fließen kann.

Dazu kommt, dass die Umgehung mitten im Hochwassergebiet des Bachs „Volkach“ gebaut werden müsste. Eine Brückenkonstruktion, eine „Schnellstraße“ mit hoher Verkehrsdichte, nur auszuhalten mit hohem Lärmschutzaufwand, würde der Umwelt und dem Erscheinungsbild der Fremdenverkehrsstadt Volkach schaden.

Gibt es neue Lösungen? Es finden sich in neuerer Zeit Beispiele, wie Städte und Regionen (Würzburg, Unterpleichfeld, Tegernsee) den Schwerlastverkehr von Bundes- und Staatsstraßen dahin zurückführen, wo er verkehrsplanerisch auch hingehört, auf unser engmaschiges Autobahn,- und Fernstraßennetz.

Da es bei gutem Willen der Politik möglich erscheint, den Schwerlastverkehr bei niedrigen Kosten entsprechend einzuschränken, sollten wir Bürger von Volkach und Umgebung und unsere Räte zusammenstehen und uns für den Erhalt unserer lebenswerten Region einsetzen.

Erich Helfrich 97332 Volkach

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