Geiselwind
Gericht

Echte Grabsteine im Geisterhaus von Geiselwind: Betreiber muss Strafe zahlen

Das Urteil im so genannten Grabstein-Prozess von Geiselwind ist gefallen: Für die Verwendung von echten Grabsteinen mit Original-Inschriften zur Dekoration eines Geisterhauses erhält der Betreiber des Freizeitparks eines Verwarnung und eine Geldstrafe.
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Nachdem  er "Dr. Lehmanns Horror-Lazarett" mit echten Grabsteinen dekoriert hat, ist gegen den Betreiber des Freizeitparkes Geiselwind das Urteil verkündet worden. Foto: Frank Weichhan
Nachdem er "Dr. Lehmanns Horror-Lazarett" mit echten Grabsteinen dekoriert hat, ist gegen den Betreiber des Freizeitparkes Geiselwind das Urteil verkündet worden. Foto: Frank Weichhan

Das Amtsgericht Kitzingen hat im Grabstein-Prozess gegen den Betreiber des Freizeitparkes Geiselwind das Urteil verkündet: Er wurde vom Gericht verwarnt und soll zudem eine Geldbuße von 1200 Euro zahlen.

Im Frühjahr 2017 war auf dem 400.000 Quadratmeter großen Spaßpark ein Gruselhaus unter dem Namen "Dr. Lehmanns Horror-Lazarett" als Attraktion von dem neuen Besitzer Matthias Mölter aufgebaut worden. Als ein 13-jähriges Mädchen aus dem oberfränkischen Landkreis Lichtenfels während eines Ministrantenausflugs im August vor dem Geisterhaus stand, traute sie ihren Augen nicht: Der Betreiber hatte den Grabstein ihres 1996 verstorbenen Großvaters als Dekoration verwendet.

"Dekoration" verunglimpft Andenken

Das Amtsgericht Kitzingen beurteilte die Verwendung des Grabsteines nun als eine Zurschaustellung, die über ein kurzzeitiges Beleidigen hinausgehe und das Andenken des verstorbenen Mannes verunglimpfe. Die Witwe des Toten hatte nach der Grabauflösung den Gedenkstein zur Entsorgung an einen Steinmetz, den Onkel des Parkbetreibers, übergeben.

Dieser verkaufte den Stein sowie sieben weitere Grabsteine an den Freizeitpark. Dort wurden die echten Grabsteine mit den originalen Inschriften zur Gestaltung des Gruselhauses verwendet.

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Zunächst sollte der Parkbetreiber per Strafbefehl 4000 Euro an eine gemeinnützige Organisation sowie 1000 Euro an die Familie der 13-Jährigen zahlen. Dagegen wurde jedoch Einspruch eingelegt, weshalb es zur Verhandlung am Kitzinger Amtsgericht kam.



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