KITZINGEN

Das Roxy lebt wieder: 68 Gäste beim Start

Die Zukunft als Programmkino rückt näher, eine Genossenschaft ist in Gründung: 68 Gäste sahen am Sonntag einen Film im Roxy 2.
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Neustart in Saal 2: 68 Gäste kamen am vergangenen Sonntag zum ersten Kinoabend im Kitzinger Roxy-Kino, das fast zehn Jahre lang verwaist war. Foto: Foto: Michael Schmitt

Das Kitzinger Roxy-Kino lebt wieder: Am vergangenen Sonntag sahen 68 Gäste den Film „Der Himmel über der Wüste“ im Saal, wo in den kommenden Wochen drei weitere Streifen über die Leinwand flimmern werden.

Daneben rückt die Zukunft als Programmkino näher: „Wir haben eine Genossenschaft in Gründung“, erklärte Geschäftsführer Michael Schmitt. Am 22. September seien Aufsichtsrat und Vorstand gewählt worden.

Der opulente Bertolucci-Streifen, der als Beitrag zur Sahara-Ausstellung im Roxy 2 lief, könnte der Einstieg in die Wiedererweckung des seit 2007 verwaisten Kinos sein. Betreiber wäre die Genossenschaft Roxy Kitzingen. Deren Leitung steht, die eigentliche Gründung werde wohl bis Ende November vollzogen, so Schmitt.

Was noch fehlt, ist eine breite Basis für die Genossenschaft. Bis März 2017 sollen laut Schmitt rund 200 Mitglieder gefunden werden, die Anteilscheine von je 100 Euro zeichnen. Erster Anlauf wäre der Sahara-Film, der am 9. Oktober gezeigt wird und bei dem Listen zur Beteiligung an Genossenschaft und Förderverein ausgelegt werden. Der Förderverein soll sich vorrangig um die Gewinnung von Sponsoren kümmern.

Was klar ist: Bis das Roxy als „Programmkino für künstlerisch wertvolle Filme, Dokumentationen und andere Medienkultur“ seine beiden Säle öffnet, vergehen noch Monate. Vor allem wegen Problemen mit dem Brandschutz hat der Förderverein lediglich eine Genehmigung für fünf Sonderveranstaltungen (unter anderem die Sahara-Filme) – ausschließlich für das Roxy 2 mit seinen 80 Plätzen. Dazu kommt jeweils eine Feuerwache der Kitzinger Feuerwehr.

Um auch im großen Saal mit seinen bis zu 110 Plätzen Filme präsentieren zu können, sind umfangreiche Brandschutz- und Sanierungsarbeiten nötig. Die sollen nach den Plänen des Fördervereins im März 2017 beginnen. Rund 150 000 Euro wären nach den Worten von Schmitt fällig. Rund 30 000 Euro sollen aus der Genossenschaft kommen, der Rest vor allem aus diversen Fördertöpfen von Land, Bund und EU kommen. Dies werde jetzt beantragt.

Wenn bei der Genossenschaft und der Förderung alles glatt läuft, hoffen die Roxy-Initiatoren im Oktober 2017 an den Start gehen zu können. Bis zu vier Vorführungen pro Woche sind im Roxy geplant: eine Aufgabe vor allem für die Genossen, die als ehrenamtliche Mitarbeiter des Kinobetriebs gewonnen werden sollen.

Dass das Roxy seine Fans hat, hat sich für Schmitt und seine Mitstreiter im Förderverein schon beim ersten Sahara-Film gezeigt, dessen Präsentation der ehemalige Roxy-Filmvorführer Peter Hagen möglich gemacht habe. Auch im Vorfeld habe sich eine überwältigende Bereitschaft zur Wiederbelebung des Kinos gezeigt. Das zeigt drei weitere SaharaFilme: am 9. Oktober „Die Frauenkarawane“, am 23. Oktober „Timbuktu“ und am 6. November „Die Piroge“. Die Streifen werden jeweils um 16 Uhr gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Vorsitzende des siebenköpfigen Aufsichtsrats der Genossenschaft ist Stephanie Falkenstein, Vertreter Wolfgang Markert. Der Vorstand besteht aus Anke Schunk (Marketing), Christine Jenike (Programmgestaltung) und Michael Schmitt (Geschäftsleitung).

Voranmeldung für die Sahara-Filme: Städtisches Museum, Landwehrstr. 23, Tel.: (0 93 21) 92 70 63 (ab 15 Uhr); E-mail: stephanie.falkenstein@stadt-kitzingen.de

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