SCHWARZACH/WIESENTHEID
Coolste Gemeinde

Das Rennen um die coolste Gemeinde

Wer ist die coolste Gemeinde in Mainfranken? Bei der „Bürgermeisterschaft 2016“ galt es diese Frage zu beantworten. Wiesentheid und Schwarzach scheiterten knapp.
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Ausgelassene Party Stimmung herrschte in Schwarzach am Main beim Lösen der Finalaufgabe der Bürgermeisterschaften. In bunten Kostümen, die zum Text des SDP-Songs passten, zogen rund 500 Akteure ein Riesenshow ab. Foto: Foto: Georg Ruhsert

Wer ist die coolste Gemeinde in Mainfranken? Bei der „Radio Gong Bürgermeisterschaft 2016“ galt es genau diese Frage zu beantworten. Mehrere Spielrunden mussten bewältigen werden, bis Altertheim bei Würzburg schließlich knapp den Sieg davontrug und sich ein Open-Air-Konzert mit der Band SDP sicherte. Knapp geschlagen: Wiesentheid und Schwarzach.

Der sich über mehrere Tage hinziehende Dreikampf hatte es in sich: Bei den diversen Spielaufgaben waren einige Tausend Menschen auf den Beinen.

Da gab es beispielsweise Mitte vergangener Woche die Aufforderung, eine möglichst lange Helferkette zu bilden. In Schwarzach beteiligten sich 1083 Leute auf dem Marktplatz daran. „So viele Leute hab ich noch nie auf dem Marktplatz gesehen!“, staunte selbst Bürgermeister Volker Schmitt.

Start des Wettbewerbs war mit einem Publikumsvoting im Internet unter 50 mitmachenden unterfränkischen Gemeinden. Am Ende lief es auf den Dreikampf Schwarzach/Wiesentheid/Altertheim hinaus. Wobei man sich in Schwarzach sicher war: „Die Wiesentheider packen wir“, hörte man aus vieler Munde. Ein spannender Endspurt zwischen den beiden Nachbargemeinden war garantiert.

Selbst Alteingesessene staunten: „Eine solche Gemeinschaftsaktion gab es bei uns noch nie, da ist nichts mehr von Ortsteildenken zu spüren, sondern nur noch ein Wir!“ Irgendwie hatten tatsächlich alle mitgemacht.

400 Bratwürste spendiert

Gerade die Menschenkette wurde buchstäblich zu einem eigenen Fest: Der Hörblacher Burschenverein spendierte spontan 400 Bratwürste, örtliche Unternehmen stellten die Mitarbeiter der Spätschicht für eine halbe Stunde frei, ein Traktor mit Lautsprecherdurchsage fuhr durch die Gemeinde, das Sporttraining wurde kurzerhand auf den Marktplatz verlegt. Für Stimmung sorgte die Band „hazel the nut“ mit Livemusik sowie DJ Wiesel mit seiner fahrenden Musikbox. Die spontane Fete auf dem Marktplatz zog sich fast bis Mitternacht hin.

Am Samstag der nächste Streich: 500 bunt gekleidete Tanzbegeisterte fanden sich zu einer weiteren Aufgabe ein. „Schwarzach ist im Rausch. Eine riesen Gaudi und ein unheimliches Engagement in der ganzen Gemeinde!“, freute sich Bürgermeister Volker Schmitt erneut. „Leute, ich bin stolz auf Euch!“, rief er der Meute zu.

In der Mitte der ganzen Szene saß sogar ein frisch getrautes Brautpaar. Spontan waren Anette und Dieter Babich samt Hochzeitsgesellschaft und Standesbeamten, direkt vom Schwarzacher Rathaus hinzugeeilt, um die Sänger zu unterstützen.

Als zweiten Teil der Aufgabe galt es den Refrain des Songs möglichst laut zu singen. 114,8 Dezibel zeigte das Messgerät in Schwarzach an. Damit erreichte man Platz zwei hinter Altertheim (115,2 db) und vor Wiesentheid (112 db).

In Wiesentheid konnte man sich ebenfalls lange Hoffnung auf den Titel „Coolste Gemeinde“ machen. Dort waren gar 1400 Menschen auf den Platz im Ort zwischen Kirche, Rathaus und Schloss geeilt, um die Menschenkette zu bilden. Von Kleinkindern im Kinderwagen bis hin zum Senior mit über 90 Jahren machten alle bei dem Klamauk mit.

Die Aufgabe war am Morgen gestellt worden, am Abend um 19 Uhr war „Zähl-Appell“. Über Aufrufe in den sozialen Netzwerken wurde ebenso informiert wie durch die Gemeindeverwaltung, die tagsüber ein Fahrzeug mit extra Mikrofon-Ansagen durch den Ort schickte.

Volksfest-Stimmung

Abends dann war – wie in Schwarzach – Volksfest-Stimmung an dem abgesperrten Schlossplatz. Eine Live-Band spielte, Freibier wurde ausgeschenkt. Die Kette, die erst bei 1435 Menschen abriss, führte Bürgermeister Werner Knaier an.

Weil es nach dem Ende der Spielrunden Gleichstand zwischen Wiesentheid und Altertheim gegeben hatte, musste Knaier schließlich zu einem Stechen mit dem Altertheimer Kollegen ins Sendestudio – mit dem besseren Ende für die kleine Würzburger Gemeinde.

Die Enttäuschung in Wiesentheid und Schwarzach, dass es am Ende „nur“ zu Platz zwei und drei gereicht hatte, hielt sich in Grenzen. In den sozialen Netzwerken erklärte man sich kurzerhand zum „Sieger der Herzen“ und kündigte an, bei dem Open-Air in Altertheim am 7. Juli selbstverständlich mitfeiern zu wollen.

Vorher feiern sich der Zweitplatzierte noch einmal selber: Am 25. Juni geht in Wiesentheid ein großes Dankeschön-Fest über die Bühne für alle, die mitgemacht haben.

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