VOLKACH

Das Rätsel um die Madonnenfigur

Die Sanierungsarbeiten an der Vogelsburg in Volkach sind fast fertig. Jetzt fand die Altarweihe in der Kirche Mariä Schutz statt.
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Altarweihe Mariä Schutz in der Vogelsburg. Die Reliquien werden im Altar eingeschlossen. Foto: Foto: Guido Chuleck

Die Sanierungsarbeiten an der Vogelsburg in Volkach sind fast fertig. Oder, um es mit den Grußworten des Architekten Frank Zumkeller auszudrücken: „Die Vogelsburg ist gangbar oder bereit“. Das zumindest, so der Architekt beim Festakt anlässlich der Altarweihe der Kirche Mariä Schutz und der Generalsanierung der Vogelsburg, sei die mittelalterliche Bedeutung des Wortes „Vertig“.

Von Herbst 2013 bis in den Mai hinein war am zweiten Bauabschnitt, der Kirche, gewerkelt worden. Unterm Strich wurden für die Kirche 1,3 Millionen Euro und für den ersten Bauabschnitt (Hotel, Gastronomie, Tagungsbereiche) weitere 8,6 Millionen Euro von der Stiftung Juliusspital eingesetzt.

Zur Altarweihe war Bischof Friedhelm Hofmann erschienen, einige Geistliche der umliegenden Orte waren seine Co-Celebranten. In einem zweistündigen Pontifikalgottesdienst setzte der Bischof zunächst die Reliquien der heiligen Märtyrer Clemens und Theopilius, der Märtyrerin Donata und des Märtyrerpriesters Liborius Wagner bei, besprengte den vom Bildhauer Kurt Grimm aus Kleinrinderfeld gestalteten Altar aus Sandstein mit gesegnetem Weihwasser und salbte ihn anschließend.

Nach der Generalsanierung besitzt die Kirche nun wieder ihren Zugang auf der Außenseite entsprechend der historischen Situation, es gab eine große Innen- und Außensanierung. Das Portal an der Westseite beinhaltet wieder die Figur des Hl. Josef, das Dach ist neu eingedeckt.

Neben dem neuen Altarbereich und einer Möblierung mit Einzelstühlen findet sich auf dem neuen Boden ein Labyrinth aus Messing. Damit erfüllt Architekt Stephan Tittl einen Wunsch der Proirin der Gemeinschaft der Augustinusschwestern, Schwester Hedwig Mayer.

In der Ansprache von Walter Herberth, Oberpflegeamtsdirektor und Leiter der Julius-Spital-Stiftung, kristallisierte sich ein historisch bedeutsamer Aspekt heraus. In der Kirche soll im 15. Jahrhundert ein „wundertätiges Gnadenbild“, eine Madonna, gestanden haben. Angeblich ist diese Madonnenfigur in einer Nacht- und Nebel-Aktion verschwunden. Kurz darauf meldeten die Kapuziner in Würzburg, für das Käppele eine Madonnenfigur zu besitzen – nicht nur nach Herberths Vermutung die aus der Vogelsburg.

Mittlerweile unterliegt sie dem Kunstreferates der Diözese Würzburg, die auch zu einer Herausgabe bereit wäre, würde es denn bewiesen werden, dass sie in die Vogelsburg gehöre. Und auch eine Wallfahrt, wie sie Professor Helmut Flachenecker in seinem geschichtlichen Festvortrag erwähnte, habe es wohl nicht gegeben, eben weil es wohl keine Madonna in der Vogelsburg gegeben habe.

Kloster in Asche gelegt

Dafür, so der Professor und Lehrstuhlinhaber für fränkische Landesgeschichte, sei belegt, dass im Bauernkrieg 1525 die Bürger aus Escherndorf das damalige Karmeliterkloster in Schutt und Asche gelegt hatten. Dass es eine mittelalterliche Burg auf dem Gelände gegeben hatte, erstaunte die Priorin. „Man sieht, welch kulturellen, geschichtlichen und auch spirituellen Wert dieses Gelände hier hat“, sagte sie. Für Volkachs Bürgermeister Peter Kornell ist die Vogelsburg „feste Größe an einem Ort, an dem Körper und auch der Geist Nahrung erhalten“.

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