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MARKTBREIT

Das Gymnasium Marktbreit soll seinen Namen behalten

Wenn es nach der Stadt Marktbreit geht, soll das Gymnasium seinen bisherigen Namen behalten. Doch die Diskussion erhitzt weiterhin die Gemüter.
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Das Gymnasium Marktbreit würde künftig gerne „Hölldobler-Gymnasium“ heißen. Im Schulausschuss sorgte die Art und Präsentation der Namensfindung für reichlich Diskussionen – samt Eklat. Foto: Archiv-Foto: Siegfried Sebelka

„Gymnasium Marktbreit“. Das ist der Vorschlag des Stadtrats Marktbreit für den Namen der Schule in der Stadt. Bei einer Gegenstimme votierte das Ratsgremium auf Vorschlag von Heinz Galuschka dafür, das Gymnasium auch offiziell so zu benennen, wie es schon seit 53 Jahren genannt wird. Damit wollen sich die Räte nun auch aktiv in eine Diskussion einmischen, die seit einigen Wochen die Gemüter der Stadt erhitzt.

Wie berichtet, kam es vor einigen Wochen im Schulausschuss des Kreistags zum Eklat: Schulleiter Friedhelm Klöhr stellte da den Namenswunsch der Schule vor, die nach Meinung der verschiedenen Schulgremien und zweijähriger Findungszeit künftig „Hölldobler-Gymnasium Marktbreit“ heißen soll. Bert Hölldobler ist deutscher Verhaltensforscher und hat am Marktbreiter Gymnasium sein Abitur abgelegt.

Präsentation des Namenswunsches sorgte für erhitzte Gemüter

Dieser Namenswunsch hatte Kreisrat und Bürgermeister Erich Hegwein gar nicht gefallen. Vor allem die Tatsache, dass die Stadt in keiner Weise in die Namensfindung einbezogen war und er erst in der Sitzung vom Namenswunsch erfuhr, brachte Hegwein in Wallung.

In Rage redete sich Hegwein auch am Montagabend, als er das Thema in der Stadtratssitzung nochmals ansprach. Zwar sei so eine Namensgebung nichts außergewöhnliches und bestimmen würde den neuen Titel der Schulaufwandsträger – also der Landkreis – aber Stadt und Bürger „müssen jahrzehntelang mit dem Namen leben“, sagte Hegwein. Da wäre ein Gespräch im Vorfeld sicher hilfreich gewesen.

Freizügigkeit der Stadt in Frage gestellt

Von Seiten der Schule werde immer das gute Verhältnis zur Stadt gelobt, das hätte nun auch hier, bei der Namensfindung zum Tragen kommen sollen. Und nicht nur dann, wenn die Schule etwas von der Stadt wolle: Etwa das Lagerhaus oder die Rathausdiele möglichst kostenfrei mieten, sich Technik oder Bühne ausleihen. „Ich war fuchsteufelswild“, sagte Hegwein über die Schulausschusssitzung. Und wohl nicht nur da, denn der Abschlusssatz seiner Wutrede gipfelte in „Rum ist's.“ Wobei wohl die Freizügigkeit der Stadt gegenüber der Schule gemeint war.

Heinz Galuschka versuchte die Wogen ein wenig zu glätten: Seit 53 Jahren gebe es diese Schule in Marktbreit und solange wohl auch die Suche nach einem Namen. Die Schule – da schloss Galuschka auch die Leitung mit ein – leiste hervorragende Arbeit. Mit der bisherigen Bezeichnung habe sich ein Markenname etabliert, der so bleiben sollte. Und dazu müsse die Stadt ein entsprechendes Votum abgeben. Was der Stadtrat auch bei einer Gegenstimme tat und sich damit eindeutig für „Gymnasium Marktbreit“ aussprach.