KITZINGEN
Bezirksparteitag

CSU setzt auf Barbara Stamm

Die unterfränkische CSU geht zuversichtlich in die Landtagswahl im Herbst. Die Kandidatur einer beliebten und bewährten Größe trägt erheblich dazu bei.
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Die Spitzenkandidaten der CSU Unterfranken für die Landtags- und Bezirkswahl: (von links) Winfried Bausback, Erwin Dotzel, Barbara Stamm und Gerhard Eck Foto: Foto: Michael Czygan

Mit starkem Rückenwind aus ihrer Partei geht Barbara Stamm in die Landtagswahl. Nachdem die 73-Jährige erklärt hatte, einmal mehr zu kandidieren, war ihre Nominierung beim CSU-Bezirksparteitag in Kitzingen nur noch Formsache. Gleichwohl freute sie sich über das Vertrauen: Von 87 Delegierten votierten 84 in geheimer Wahl für Stamm als Nummer eins auf der CSU-Liste für Unterfranken, drei Stimmzettel waren ungültig. „Jetzt lasst uns gemeinsam für ein gutes Ergebnis kämpfen“, appellierte die Landtagspräsidentin an die Parteifreunde.

Wahlziel der CSU Unterfranken solle sein, auf Bezirksebene einmal mehr besser als im Bayern-Schnitt abzuschneiden. Vor fünf Jahren erzielte man 50,1 Prozent, bayernweit waren es 47,7 Prozent.

Zuvor hatte CSU-Bezirkschef Gerhard Eck die Verdienste der Würzburgerin gewürdigt, die seit 1976 dem Landtag angehört. Stamm sei ein „Segen für die CSU und die Menschen in Unterfranken“. Auf der Liste folgen die unterfränkischen Kabinettsmitglieder Innenstaatssekretär Eck (58, Donnersdorf) und Justizminister Winfried Bausback (52, Aschaffenburg). Listenplatz vier belegt Juliane Demar (24, Großbardorf). Dahinter hat man die neuen Direktkandidatinnen im Stimmkreis Kitzingen, Barbara Becker (48, Wiesenbronn) und im Stimmkreis Aschaffenburg-Ost, Judith Gerlach (32, Aschaffenburg) positioniert. Sie ersetzen den Umweltpolitiker Otto Hünnerkopf (67, Wiesentheid) und den Haushaltsexperten Peter Winter (64, Waldaschaff). Eck dankte beiden für ihr jahrelanges Engagement als Landtagsabgeordnete.

Dahinter auf der Liste folgen die amtierenden Abgeordneten und Direktkandidaten Oliver Jörg (45, Würzburg), Sandro Kirchner (42, Premich), Manfred Ländner (59, Kürnach), Berthold Rüth (60, Miltenberg), Thorsten Schwab (42, Hafenlohr) und Steffen Vogel (43, Maroldsweisach).

CSU rechnet mit allen Direktmandaten

Über die Listenplätze zwei bis 19 stimmten die CSU-Delegierten, anders als andere Parteien, wo die einzelnen Plätze deutlich umkämpfter sind, im Paket ab. Das liegt daran, weil die CSU traditionell damit rechnen kann, alle Direktmandate in Unterfranken zu gewinnen.

Über die Liste gibt es dann weniger zu verteilen. Zuletzt hatte es für zwei weitere Abgeordnete gereicht, allen voran eben für Barbara Stamm. Wenigstens diesen einen zusätzlichen Listenplatz der Unterfranken-CSU zu sichern, gab Bezirkschef Eck denn auch als Wahlziel aus. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dies angesichts der Aufbruchstimmung, für die der neue Ministerpräsident Markus Söder überall im Lande sorge, auch gelingen könne.

Die CSU-Liste für die Bezirkswahl führt Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (68, Wörth) an, gefolgt von Gerlinde Martin (56, Obervolkach) und Adolf Bauer (72, Würzburg).

Unterfranken im Bayerischen Landtag

20 Abgeordnete vertreten Unterfranken derzeit im Bayerischen Landtag. Zwölf Volksvertreter, darunter die zehn in den Stimmkreisen direkt gewählten Abgeordneten, stellt die CSU, vier die SPD, zwei die Grünen. Zwei Sitze haben die Freien Wähler (FW) bei der Wahl 2013 gewonnen. Der Abgeordnete Günther Felbinger hat die FW-Fraktion mittlerweile verlassen, sein Mandat aber behalten.

Weil Unterfranken im Vergleich vor allem zu Oberbayern zuletzt Einwohner verloren hat, darf die Region nach der Wahl am 14. Oktober nur noch 19 Abgeordnete nach München schicken. Wenn man davon ausgeht, dass die CSU wieder alle zehn Direktmandate gewinnt, werden die verbleibenden neun Sitze ziemlich umkämpft sein, zumal auch AfD, FDP und Linke Chancen haben, bayernweit über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen.

In welchem Verhältnis die Sitze verteilt werden, hängt bei der Landtagswahl, anders als bei der Bundestagswahl, nicht allein von der Zweitstimme ab. Erst- und Zweitstimmen zählen gleichrangig. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate als ihr nach dem Gesamtstimmenergebnis zustehen (Überhangmandate), erhalten die anderen Ausgleichssitze. micz

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