Castell
Kirchweih

Casteller Bürgerauszug im strömenden Regen

Das Wetter war zwar miserabel, die Stimmung beim 200. Bürgerauszug in Castell jedoch nicht. Georg Schwarz lief zum 40. Mal mit.
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Langjährige Treue zur Bürgerwehr wird in Castell beim Appell vor dem Rathaus belohnt. Bürgermeister Jochen Kramer und sein Stellvertreter Artur Baumann zeichneten Siegfried Langmann, Georg Schwarz und Ralf Schneider mit Ehrennadeln aus.
Langjährige Treue zur Bürgerwehr wird in Castell beim Appell vor dem Rathaus belohnt. Bürgermeister Jochen Kramer und sein Stellvertreter Artur Baumann zeichneten Siegfried Langmann, Georg Schwarz und Ralf Schneider mit Ehrennadeln aus.
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Das ausgesprochene Sauwetter konnte der Casteller Bürgerwehr die gute Stimmung am Kirchweihdienstag nicht vermiesen: Mit Stolz trugen sie alle eine besondere Plakette durch das Dorf, galt es doch das 200-jährige Jubiläum des Bürgerauszugs zu feiern. Was die Casteller schon immer auszeichnete und auch in diesem Jahr ungeachtet der Regengüsse praktiziert wurde: Die Mannen der Bürgerwehr befolgen wie ein Mann die Kommandos, die Bürgerhauptmann Volker Hartmann im zweiten Jahr als "Kommandeur" an die Wehr und die Sektionen richtete.

Der besondere Tag hatte auch besondere Gäste: Abordnungen der Bürgerwehren aus Markt Einersheim, Rüdenhausen, Wiesenbronn und Wiesentheid marschierten im Zug mit, die Großlangheimer Musikanten sorgten für die Begleitmusik. Beim Halt vor dem Rathaus freute sich Bürgermeister Jochen Kramer, dass Tradition und Brauchtum der Bürgerwehr über Jahrhunderte an die nächsten Generationen weiter gegeben wurden. Deshalb stehe auf der Jubiläumsplakette auch der Spruch Treu' und Ehr. "Das sind Worte, die in einer globalisierten Welt zwar etwas aus der Mode gekommen sind, aber sie drücken aus, was unsere Bürgerwehr seit über 200 Jahren zusammen hält." Beifall gab es für die Ankündigung, dass im Hof des Gasthauses Grüner Baum ein Zelt aufgestellt wurde, um im Trockenen sitzen zu können.



Beifall gab es auch für die Bürger, die seit Jahren aufmarschieren. Seit 40 Jahren ist Georg Schwarz dabei, seit 30 Siegfried Langmann und seit 20 Ralf Schneider und Jürgen Kaul. Bei der Reverenz an das Fürstenhaus im Schlosshof zeigte sich Ferdinand Graf zu Castell-Castell dankbar, "dass unsere Vorfahren die Bürgerwehr ins Leben riefen und uns so ein solches Fest bescherten". Er versprach jedem Mitglied der Bürgerwehr einen Gutschein für eine Flasche Wein und das Erinnerungsbild, das auf der Rathaustreppe aufgenommen wurde. Außerdem werde der Gewinner des Bürgerschießens in Wein aufgewogen, den dieser dann als Preis erhält.


Kirche ganz nach Wunsch

Es goss in Strömen als der Zug die Kirche erreichte, vor der Dekan Günther Klöss-Schuster mit einem großen Regenschirm wartete. Seine Einladung in die Kirche und damit ins Trockene wurde gerne befolgt. Nicht nur der Regen, sondern auch die Festkommission war diesmal für den "Umzug" in die Kirche verantwortlich. "Es war ihr ausdrücklicher Wunsch, dass in der Kirche ein Andacht gehalten wird", erklärte Klöss-Schuster. Es schade auch keinem, meinte der Dekan zur Erheiterung der Gemeinde. Mit Bezug auf das Logo der Jubiläumsplakette hob der Geistliche die Treue als "Eigenschaft Gottes" hervor. Man könne sich "bei Wind und Wetter" auf Gott verlassen, Treu' und Ehr seien keine leeren Worthülsen, sondern Markenzeichen.

Die kurze "Predigt" des Dekans endete mit heiteren Worten, als er auf die Gemeinschaft einging, die von den Mitgliedern getragen werde: "Das zeigt sich auch am späten Nachmittag, wenn der eine oder andere von den Kameraden gestützt werden muss." Die Bürgerwehr erhielt eine Einladung zum Festgottesdienst am 27. Oktober 2013 anlässlich des 225-jährigen Bestehens der Kirche: "Da könnt ihr geschlossen den Gottesdienst besuchen." Ein Novum gab es beim Verlesen der angetretenen Bürger durch Bürgerhauptmann Volker Hartmann: Wetterbedingt fand das heuer in der Kirche statt.
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