KITZINGEN/NORDHEIM

Bunter Protest gegen Sandabbau

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au, der sich mittlerweile auf dem amtlichen Weg befindet, schlägt weiter Wellen.
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Mit einer Banneraktion machte die Bürgerinitiative Nordheimer Au gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau in Nordheim mobil. Foto: Foto: Walter Braun

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au, der sich mittlerweile auf dem amtlichen Weg befindet, schlägt weiter Wellen. Mit einer Banneraktion machte die Bürgerinitiative (BI) Nordheimer Au am Donnerstagnachmittag gegen die Pläne der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) mobil.

LZR plant – wie mehrfach berichtet – auf einer rund neun Hektar großen Fläche zwischen dem Altmain und dem Radweg einen auf zehn Jahre angelegten Abbau. Gegner des Projekts auf den Streuobstflächen ist die Bürgerinitiative (BI). Deren Bestreben ist es, die Ausbeutung der aus ihrer Sicht ökologisch wertvollen Au zu verhindern und Alternativkonzepte zur nachhaltigen Nutzung des Areals anzuregen.

Mit einer Banneraktion, bei der Kinder aus dem Ort die bunten Akzente setzten, machte die BI jetzt auf sich und ihre Anliegen aufmerksam. Beteiligt an der Aktion waren neben Vertretern der Nordheimer Bürgerinitiative auch Vorstandsmitglieder des Bundes Naturschutz, Ortsgruppe Volkach. Die Kinder, die die Plakate schmückten, sollten ebenfalls für das Thema Au sensibilisiert werden.

„Dass wir Kinder für die Mitarbeit an dieser Aktion auswählten, ist ein Zeichen auch dafür, dass bei der geplanten Baumaßnahme die Zukunft von Nordheim auf dem Spiel steht“, betonte Björn Schotta von der BI Nordheim. Man wolle unter keinen Umständen, dass Nordheim touristisch in Gefahr komme. Klares Ziel – so Schotta – sei es, die Winzergemeinde als gastfreundlichen Ort mit einem sehenswerten Natur- und Landschaftsbild zu erhalten.

„Wir wollen weiterhin am Ball bleiben und werden definitiv nicht aufgeben“, zeigt sich Simone Sauer von der BI kämpferisch. Es sei wichtig, den Kindern schon frühzeitig die Natur nahe zu bringen. Auch der Hinweis der Eltern an die Kinder, wie es „da unten, sprich in der Nordheimer Au, in den nächsten 15 und 20 Jahren aussehen könnte“, hält Sauer für extrem wichtig.

Erfreut über Mitstreiter aus Sommerach zeigte sich Björn Schotta. Die wiederum reagierten auf Aussagen von Touristen, die ihre Meinung in Leserbriefen äußerten. Schotta verwies auf die eingereichte Petition, die mittlerweile anerkannt und an die Staatsregierung weitergeleitet worden sei. Welche Auswirkungen das Ersuchen auf das Genehmigungsverfahren hat, bleibt abzuwarten.

Klar dagegen die Meinung der BI, wie sie auf den Bannern zu finden war: „Sandabbau bringt Radau, Profit mit Sand, zerstört unser Land“ oder „Rettet die Au, kein Sandabbau“ waren unter anderem der Inhalt von Bannern, die in einer mehrstündigen Maleraktion gefertigt wurden. Die Kinder beteiligten sich mit großem Interesse und montierten die gefertigten Banner im Beisein der Aktionsteilnehmer an markanten Stellen in und außerhalb des Ortsbereiches von Nordheim.

Während der Widerstand weiter bleibt, wird der Genehmigungsantrag von LZR im Kitzinger Landratsamt geprüft. Dort rechnet man mit bis zu drei Monaten Bearbeitung bis klar ist, wie das Verfahren ablaufen soll.

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