Iphofen
Finanzen

Bürgermeister Mend streicht Bauvorhaben

Iphofen muss sparen. Aktuelle und geplante Projekte sind aber nicht in Gefahr. Lediglich Wünschenswertes wird verschoben.
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Stets im Blickfeld der Bürger: die Bauarbeiten am Dienstleistungszentrum in Iphofen.  Foto: Sabine Paulus
Stets im Blickfeld der Bürger: die Bauarbeiten am Dienstleistungszentrum in Iphofen. Foto: Sabine Paulus
Vor zwei, drei Jahren war die Konjunktur eingebrochen und die Gewerbesteuereinnahmen gingen zurück. Das bekommt die Stadt Iphofen nun zu spüren. Bürgermeister Josef Mend (FWG) klagte bei der Jahresschlusssitzung am Montag im Knauf-Museum über die niedrigste Steuerkraft seit 2005.

"Wir haben im Haushalt 2012 bereits einen Rückgang kalkuliert, dennoch trifft es uns im Augenblick besonders hart, weil umfangreiche Investitionen gestartet wurden und nicht mehr zu stoppen sind", sagte Mend. Einige Maßnahmen habe er sogar gestrichen.

Dennoch seien heuer große Bauprojekte gestartet oder abgeschlossen worden. Mend: "Für mich war das ein Wechselbad der Gefühle, wenn ich an die Finanzen denke." Der Bürgermeister nannte Umbau und Sanierung der Winzerscheune mit Anbindung an das Rathaus. Dies sei abgeschlossen. Für 2013 stehe die Konzeptausstellung an. Die Erweiterung des Altenbetreuungszentrums schreite voran. Die rund 3,3 Millionen Baukosten müsse die Stadt zu 100 Prozent selbst tragen, aber man könne gewiss sein, dass die Pflegeplätze in Zukunft ausreichen werden.

Geradezu ein Publikumsmagnet seien die Arbeiten am Dienstleistungszentrum mit dem Abriss einiger Gebäudeteile. Viele Bürger hätten bezweifelt, dass das überhaupt etwas werde.

Mend bedankte sich, an diesem Punkt seiner Jahresschlussrede angelangt, bei allen Bewohnern und Besuchern der Altstadt für ihr Verständnis und ihre Geduld. Und er dankte der Familie und dem Unternehmen Knauf dafür, dass die Verwaltungsgemeinschaft Iphofen während der Sanierung der alten Schule in den Räumen des ehemaligen Bahnhofsgebäudes untergekommen ist. "Dadurch haben wir Hunderttausende Euro gespart, zum Beispiel für Container."

Aktuell läuft laut Mend die Entkernung des Gebäudes. Die archäologischen Untersuchungen hätten zwischen Kapelle und Torhaus unter anderem Steinmauern und Holzfundamente aus dem 13. bis 15. Jahrhundert ans Licht gebracht. Im nördlichen Hofbereich seien romanische Kanäle und Pflaster entdeckt worden. Der alte Pausenhof müsse noch untersucht werden. Mend erwähnte auch die Sanierung der Ludwigsbrücke und den Bau des Ärztehauses. Er selbst nimmt ja den Begriff nicht in den Mund, sondern sagt "Mieträume zur medizinischen und therapeutischen Nutzung". Die Gemeinschaftspraxis Dr. Forster und Dr. Hörlin sei bereits bezogen.
Das Stadtoberhaupt ließ auch die Baumaßnahmen und Projekte in den Stadtteilen nicht außer Acht.

Durch die Einrichtung von neuen Krippenplätzen in den Kindergärten in Hellmitzheim und Nenzenheim könne die Stadt insgesamt den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige 1:1 umsetzen.

Im kommenden Jahr werde es keinen Spielraum für Extrawünsche geben. Wichtige Sanierungen müssten sogar verschoben werden, blickte Mend in die Zukunft. 2. Bürgermeister Ludwig Weigand (FWG) hatte an diesem Abend das letzte Wort: "Lassen Sie uns positiv nach vorne schauen und geschlossen und gemeinsam handeln", forderte er seine Stadtratskollegen auf.
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