NORDHEIM

Breite Ablehnung von Sandabbau in der Au

Die Front gegen den Sandabbau in der Nordheimer Au bleibt hart. Über 160 Stellungnahmen zum Projekt prüft das Landratsamt. Ob das die Pläne kippt, ist ungewiss.
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Breite Ablehnung von Sandabbau in der Au
Die Widerstandsfront gegen den Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au bleibt ungebrochen: Über 160 Stellungnahmen zu dem umstrittenen Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) seien inzwischen im Landratsamt eingelaufen, sagte Michael Köber, Abteilungsleiter Baurecht, auf Anfrage. Der weitaus überwiegende Tenor der Schreiben laut Köber: Ablehnung des auf zehn Jahre angelegten Abbaggerns im Mainvorland. Das Nein zu den inzwischen überarbeiteten LZR-Plänen ist Standard. Der Nordheimer Gemeinderat und der Volkacher Stadtrat stemmten sich zuletzt klar gegen den Abbau. Bei den Volkachern, die die neuen Pläne für das auf neun Hektar (Abbau auf sieben Hektar) geplante Vorhaben für kosmetische Änderungen halten, überwiegt das Misstrauen gegenüber der LZR-Spitze. Gegen deren Abbauwünsche richten sich die Stellungnahmen der vielen Kritiker aus Nordheim und dem nahen Umfeld, die jetzt laut Köber im Landratsamt geprüft werden: „Wir werden alle durchschauen.“ Allerdings: Die Schreiben, die sich mit der Zukunft des Geländes zwischen Radweg und Main (die Grundstücke hat sich LZR vertraglich gesichert) kritisch befassen, werden nicht schriftlich beantwortet. Sie seien zwar Hinweise für die Bearbeiter im Bauamt, aber kein Teil des Genehmigungsverfahrens. Wenn aber in den Stellungnahmen neue, relevante Aspekte auftauchten, würden diese untersucht und „Fachleute eingeschaltet“, sagte Köber. Die öffentliche Auslegung zum geplanten Abbau war laut Landratsamt ein freiwilliges Zugeständnis, um vor allem den Interessen der Betroffenen in Nordheim und in Volkachs kleinstem Ortsteil Köhler – knapp 150 Meter vom Abbaugebiet entfernt – gerecht zu werden und ihnen die Chance zu den Stellungnahmen zu geben. Wenn die geprüft sind, sei die Entscheidung über die Umweltverträglichkeits-Vorprüfung der nächste Schritt: „Danach geht es in den eigentlichen Verfahrensprozess“, erklärte Köber. Die Kritiker des LZR-Projekts sehen die aus ihrer Sicht wertvolle Natur und den Lebensraum teilweise vom Aussterben bedrohter Arten in der Au bedroht, fürchten Dreck und Lärm beim Abbau, sehen das Grundwasser durch das Abbaggern in Gefahr und sie gehen davon aus, dass der Tourismus Schaden nimmt, wenn zehn Jahre lang täglich 40 Laster durch den Ort rollen. Foto: Foto: Harald Meyer

Die Widerstandsfront gegen den Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au bleibt ungebrochen: Über 160 Stellungnahmen zu dem umstrittenen Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) seien inzwischen im Landratsamt eingelaufen, sagte Michael Köber, Abteilungsleiter Baurecht, auf Anfrage. Der weitaus überwiegende Tenor der Schreiben laut Köber: Ablehnung des auf zehn Jahre angelegten Abbaggerns im Mainvorland.

Kosmetische Änderungen?

Das Nein zu den inzwischen überarbeiteten LZR-Plänen ist Standard. Der Nordheimer Gemeinderat und der Volkacher Stadtrat stemmten sich zuletzt klar gegen den Abbau. Bei den Volkachern, die die neuen Pläne für das auf neun Hektar (Abbau auf sieben Hektar) geplante Vorhaben für kosmetische Änderungen halten, überwiegt das Misstrauen gegenüber der LZR-Spitze.

Gegen deren Abbauwünsche richten sich die Stellungnahmen der vielen Kritiker aus Nordheim und dem nahen Umfeld, die jetzt laut Köber im Landratsamt geprüft werden: „Wir werden alle durchschauen.“

Auf dem Weg ins Verfahren

Allerdings: Die Schreiben, die sich mit der Zukunft des Geländes zwischen Radweg und Main (die Grundstücke hat sich LZR vertraglich gesichert) kritisch befassen, werden nicht schriftlich beantwortet. Sie seien zwar Hinweise für die Bearbeiter im Bauamt, aber kein Teil des Genehmigungsverfahrens. Wenn aber in den Stellungnahmen neue, relevante Aspekte auftauchten, würden diese untersucht und „Fachleute eingeschaltet“, sagte Köber.

Die öffentliche Auslegung zum geplanten Abbau war laut Landratsamt ein freiwilliges Zugeständnis, um vor allem den Interessen der Betroffenen in Nordheim und in Volkachs kleinstem Ortsteil Köhler – knapp 150 Meter vom Abbaugebiet entfernt – gerecht zu werden und ihnen die Chance zu den Stellungnahmen zu geben. Wenn die geprüft sind, sei die Entscheidung über die Umweltverträglichkeits-Vorprüfung der nächste Schritt: „Danach geht es in den eigentlichen Verfahrensprozess“, erklärte Köber.

Kritiker fürchten um Natur im Mainvorland

Die Kritiker des LZR-Projekts sehen die aus ihrer Sicht wertvolle Natur und den Lebensraum teilweise vom Aussterben bedrohter Arten in der Au bedroht, fürchten Dreck und Lärm beim Abbau, sehen das Grundwasser durch das Abbaggern in Gefahr und sie gehen davon aus, dass der Tourismus Schaden nimmt, wenn zehn Jahre lang täglich 40 Laster durch den Ort rollen.

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