Kitzingen

Botschaft von Lebensfreude und Leichtigkeit

Luna Yoga, Pilates und Autogenes Training: Roswitha Baumann mischt in ihren Kursen verschiedene Ansätze.
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Neben Yoga aus verschiedenen Schulen hat Roswitha Baumann Autogenes Training, Pilates und Tai-Chi gelernt.

Luna Yoga, Pilates und Autogenes Training – Roswitha Baumann hat all das verschmolzen zu etwas, das sie Pilaty nennt. In anderen Kursen mischt sie Yoga mit Pilates, in Workshops geht es bisweilen zusätzlich um Tänze aus den verschiedensten Kulturen. Man merkt daran: Roswitha Baumann ist ein freier Geist. Sie mixt und verbindet gerne und lässt sich von Schulen und festen Modellen nicht einschränken.

Das relativ moderne Luna Yoga, das in den 80er Jahren von Adelheid Ohlig entwickelt wurde, ist auch zu Roswitha Baumanns Weg geworden. „Es ist frei, leicht, bindet nicht und ermuntert ausdrücklich jeden Lehrer, seine eigene Art des Seins einzubringen. Als ich es kennenlernte, hatte ich nach langen Jahren, in denen ich Yoga im Wesentlichen als Wiederholung von Vertrautem erlebte, zum ersten Mal das Gefühl, wieder etwas Neues zu erfahren. So viele neue Übungen, Möglichkeiten, so viele Chancen, mich selbst einzubringen.“

Freiheit als Programm, das ist nicht immer der leichte, sondern manchmal der anspruchsvolle Weg. Roswitha Baumann bereitet ihre Stunden vor wie andere Dozenten auch, verlangt aber von sich, spontan auf die Umstände reagieren und ihre Pläne anpassen zu können. Etwa, wenn ein Teilnehmer kommt und über Schulterschmerzen klagt. Oder wenn sie spürt, dass heute alle durchhängen. Oder ganz im Gegenteil, wenn alle aufgeregt sind. Selbst wenn die Raumtemperatur höher oder niedriger ist als gewohnt, muss sie reagieren. „Es gibt so viele Faktoren, die entscheiden, was in einem Moment richtig sein kann“.

Roswitha Baumann reagiert darauf im Rahmen ihres ganzheitlichen Ansatzes. Den hat sie sich erarbeitet. Neben Yoga aus verschiedenen Schulen hat sie Autogenes Training, Pilates und Tai-Chi gelernt. Sie hat vieles ausprobiert und profitiert nun davon.

Roswitha Baumann orientiert sich bei der Stundenplanung auch am Mondkalender. „Steht der Mond in der Waage, füge ich gerne Gleichgewichtsübungen ein, die dann auch besser gelingen als zu anderen Zeitpunkten.“ Luna-Yoga hat seinen Namen vom lateinischen Begriff für Mond. Die Wurzeln des Luna-Yoga liegen in der Frauenbewegung. Es befasst sich auch stark mit Themen der weiblichen Gesundheit und Fruchtbarkeit.

Die Gründerin, Adelheid Ohlig, die bis heute dem Luna-Yoga-Netzwerk vorsteht und die Fortbildungen leitet, hat es seinerzeit entwickelt, als sie an Krebs erkrankt war und nach Alternativen zu einer Operation suchte. Sie traf in Israel auf die Körpertherapeutin und Tänzerin Aviva Steiner, die mit Tänzen den weiblichen Zyklus zu beeinflussen verstand. Später integrierte Ohlig diese und andere Tänze in ihre Form des Yoga, dem sie den Namen des Mondes gab.

Luna ist aber auch mit unserem Wort für Laune verwandt. Gemeint ist selbstverständlich die gute Laune, die Beschwingtheit und geistige Freiheit, aus der auch Kreativität entsteht. „Denn Fruchtbarkeit kann ja auch heißen, dass man schöpferisch tätig wird.“

Roswitha Baumann betont, dass in ihren Stunden viel gelacht und gelebt wird. „Natürlich ist es dann auch wieder still und konzentriert. Aber alles gehört zusammen.“ Oft mischt sie Yoga mit Pilates-Übungen, ein Angebot, dass von vielen Kursteilnehmern geschätzt wird. Pilates beinhaltet viele gymnastische Übungen, die aus dem Yoga stammen und von außen auch genauso aussehen. Doch ist die Anspannung und Atmung eine andere. Pilates trainiert vor allem die tiefer liegende Muskulatur. Wichtig dabei ist die nicht nur die Anleitung mit Worten, sondern auch mittels der Berührung. „Ich gehe herum, korrigiere, forme die Haltung, das ist ein wesentlicher Bestandteil.“

Wie Roswitha Baumann zur Entspannung steht? Für sie gehört es zum Grundcharakter von Luna Yoga, das sie als „sehr ehrgeizfern“ bezeichnet. „Ich will mich nicht verausgaben, sondern in mich kommen. Das erreiche ich, indem ich mich wohlfühle in meinem Körper.“ Beim Pilates wiederum, das anspannender sein kann, wird Entspannung schon dadurch erreicht, dass man sich auf die Ausführung der Übungen konzentrieren muss. „Ich frage meine Teilnehmerinnen danach manchmal: „Und habt ihr noch nachgedacht über eure Themen und Sorgen? Sie sagen dann: Nein, geht ja gar nicht.“ Wer Pilates macht, bekommt den Kopf automatisch frei.

Roswitha Baumann weiß, dass manche Teilnehmer ihr Yoga als „zu weich“ empfinden. „Die benötigen dann eben andere Kurse“, sagt sie. Wieder andere mühen sich, die Übungen mit großem Ehrgeiz auszuführen. Sie greift dann sanft ein, versucht, die lebensfrohe Botschaft des Luna Yoga zu vermitteln. „So viele kommen immer wieder. Die wissen, was sie davon haben.“ Darauf verweist sie mit einem Lachen. Wer ihre Kurse besucht, ist am Ende fitter, meint sie. Er geht nur einen anderen Weg.

Da viele ihrer Teilnehmer mit gesundheitlichen Belastungen zu tun haben, bemüht sie sich immer wieder, das Heilende, Wohltuende auszuwählen. Vor allem für Frauenbeschwerden hat Yoga Luna einiges zu bieten; viele der Übungen drehen sich um die Durchblutung des Beckens. Aber auch für Männer ist Luna Yoga geeignet.

Die Botschaft von der Lebensfreude und Leichtigkeit klingt anscheinend für beide Geschlechter attraktiv. Sich mit sich selbst wohlfühlen und Vertrauen in die eigene Kreativität gewinnen: Das wünschen sich Männer wie Frauen gleichermaßen.



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