HÜTTENHEIM

Blaue Blütenpracht für Bienen

Der Ziersalbei "Der freche Michel" ist besonders bienen- und insektenfreundlich. Damit liegt die bayerische Pflanze des Jahres voll im Trend. Sie wurde jetzt in Hüttenheim getauft - genauso wie das Gemüse des Jahres, die Snack-Gurke "Lilli Liliput".
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„Der freche Michel“, ein Ziersalbei, ist die Pflanze des Jahres, die Snack-Gurke „Lilli Liliput“ das Gemüse des Jahres – eine gute Wahl, findet Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann. Foto: Foto: Daniela Röllinger
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Die leuchtend blauvioletten Blüten stechen sofort ins Auge – und erfreuen Menschen und Bienen gleichermaßen mit ihrer lang anhaltenden Blüte. Kein Wunder, dass die Wahl des Ziersalbeis „Der freche Michel“ zur Pflanze des Jahres 2019 hochgelobt wurde, als Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann ihn im Beisein zahlreicher Gäste aus ganz Unterfranken in der Hüttenheimer Gärtnerei Schunke taufte.

Salbei kennt man normalerweise aus der Küche. Als Gewürz ist er beliebt, und als Tee mit Heilwirkung. Zur Blüte kommt dieser Salbei in der Regel nicht, weil er immer wieder beerntet wird. Beim Ziersalbei „Der freche Michel“ ist das anders, er eignet sich nicht als Tee oder Gewürz, aber er hat eine andere herausragende Eigenschaft: Er blüht früh, schon ab Ende April, und dann den ganzen Sommer lang. Seine leuchtende Farbe setzt Akzente im Garten und auf dem Balkon, vor allem aber lockt er Bienen und Insekten an. Eine Eigenschaft, die lange bei den Gartenbesitzern nicht sehr beliebt war, wie Frank Schunke erklärte, der die Gäste am Mittwochnachmittag zur Pflanzentaufe willkommen hieß. Mit dem Volksbegehren habe sich das geändert, bienen- und insektenfreundliche Pflanzen erfreuen sich großer Beliebtheit. Damit liegt „der freche Michel“ als „Bienenschwarm“ voll im Trend.

Die Menschen würden spüren, dass sie etwas tun müssen, um die biologische Vielfalt zu erhalten, erklärte Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann. Es gehe nicht nur um die Bienen, sondern um alle Insekten, „um alles, was kreucht und fleucht“. Der „freche Michel“ sei mit seinen unzähligen leuchtend blauen Lippenblüten sei eine gute Wahl der bayerischen Gärtner, lobte er, genauso wie das Gemüse des Jahres. Das ist diesmal die Snack-Gurke „Lilli Liliput“, die überall gezogen werden kann – was die Pflanze im großen Glas direkt neben dem Rednerpult den Besuchern auch gleich vor Augen führte.

Friedrich Reim, Bezirksvorsitzender Unterfranken des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes, riet den Gästen dazu, die Gurke gleich selbst anzubauen als Naschgemüse, im Garten oder auf dem Balkon. Die Pflanze braucht nicht so viel Platz wie man es von anderen Gurken gewohnt ist, sie wächst sogar in einer Blumenampel. Die Pflanze ist sehr ertragreich und die vitaminreichen Früchte sind klein und handlich – der ideale Snack eben.

Sowohl der Regierungspräsident als auch Landrätin Tamara Bischof hoben in ihren Grußworten die wichtige Rolle der Gärtner für die Kulturlandschaft hervor. Sie würden die Landschaft schöner gestalten, ohne dabei gegen die Natur zu arbeiten, sondern würden sie respektieren, erklärte Dr. Ehmann. Der Landkreis könne nur so lebenswert gestaltet werden, weil die Betriebe die Pflanzen produzieren und die Bürger sie pflanzen und pflegen, sagte die Landrätin. Sie hob zugleich hervor, dass der Landkreis Kitzingen den Namen „Gartenlandkreis“ mit guten Grund trage, schließlich weise er die größte Zierpflanzenproduktion in Bayern auf.

Gärtnern liege im Trend, und er hoffe, dass dies noch lange anhalte, sagte Ehmann. Es sei generationenübergreifend, man sehe junge wie ältere Menschen, die im Garten oder auf dem Balkon etwas anbauen. Der eigene Anbau stehe dabei keinesfalls im Widerspruch zur Rolle der Gärtner, bei ihnen hole man sich schließlich die Pflanzen und auch den Rat, sie stellten ihr Fachwissen zur Verfügung. Bei der Taufe der Pflanze und des Gemüses des Jahres gab es natürlich nicht nur Grußworte, das Team der Gärtnerei präsentierte auch gleich, wie der Ziersalbei mit anderen Pflanzen kombiniert werden kann – im Beet, aber auch in Töpfen, mit Kräutern beispielsweise oder mit Erdbeeren. Der „freche Michel“ ist ab dem bayernweiten Tag der offenen Gärtnereien am Samstag, 27. April, erhältlich. Über 200 Gärtnereien in ganz Bayern stellen unter dem Motto „Kaufen, wo es wächst“ neue und bewährte Pflanzen für Beet und Balkon sowie Gemüsejungpflanzen aus regionaler Produktion vor.

Gärtner-Aktion

Pflanze des Jahres: Schon seit 2001 wird in Bayern eine Balkonpflanze des Jahres gekürt. Die Idee stammt von einer aktiven Gruppe von Gärtnereien in Niederbayern.

Rund 300 Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes beteiligen sich an der Aktion.

In diesem Jahr ist der Ziersalbei „Der freche Michel“ Pflanze des Jahres. Die Pflanztaufe findet in den einzelnen Regierungsbezirken jeweils in der Woche vor dem „Tag der offenen Gärtnereien“ statt.

Gemüse des Jahres: Zum fünften Mal präsentieren die bayerischen Gärtner in diesem Jahr ein Gemüse des Jahres. Es wird von einer Expertenjury ausgewählt und in regionalen Gärtnereien angezogen. In diesem Jahr ist die Wahl auf die Snack-Gurke „Lilli Lilliput“ gefallen.

Mit der Aktion möchten die Einzelhandelsgärtnereien die Verbraucher dabei unterstützen, ihr Gemüse selbst anzubauen.

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