Kitzingen

Bilanz nach dem Tag der Franken: Müde aber glücklich

Eine positive Bilanz ziehen die Polizei, die Veranstalter und Organistoren vom Tag der Franken. Und bei 15.000 Besuchern gab es einiges zu bewältigen.
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Abstimmung mit den Füßen. Rund 15 000 Menschen sowie viel Politprominenz haben am Sonntag den Tag der Franken in Kitzingen zu einem Erfolg gemacht. Zu bestimmten Zeiten war es schwer, sich den Weg durch die Massen zu bahnen. FOTO: Patty Varasano Foto: Patty Varasano

Besucher bedanken sich nach dem Tag der Franken und schreiben in einem Kommentar: „Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Ihrer Stadt.“ Die Polizei ist nach einem der größten Einsätze der vergangenen Jahre „absolut zufrieden“. Es muss am Sonntag einiges gut gelaufen sein.

Ganz offensichtlich war der von Bezirk, Landkreis und Stadt veranstaltete Frankenfeiertag ein Erfolg. Das Motto Kultur-Brücken ist in vielen Bereichen umgesetzt worden.

Sicherheit als wichtiges Thema

Das Thema Sicherheit zuerst: Verschiedene Ausgangslagen, Politiker mit Personenschutz und die angekündigten Demos haben für viel Polizei in der Stadt gesorgt. Am Ende war Kitzingens Polizeichef Harald Hoffmann „absolut zufrieden“. Einige Demonstranten, denen die Polizei den Marsch mit ihren Protestschildern auf den Marktplatz ausreden musste und ein paar fliegenden Papierschnitzel mit möglicherweise politischem Inhalt im hinteren Teil des Marktplatzes – das war alles. Wenn die Leute die Unaufgeregtheit der Beamten loben und betonen, sich dennoch sicher zu fühlen: „Was wollen wir mehr?“, sagte Hoffmann.

Auftakt für die Unterfränkischen Kulturtage

„Müde, aber glücklich“, so fassten Ralph Hartner und Herbert Müller vom Hauptamt im Rathaus die Stimmung am Tag danach zusammen. Sie erinnerten gleichzeitig daran, dass der Tag der Franken „nur“ der Auftakt zu den Unterfränkischen Kulturtagen war. Die laufen noch bis Sonntag, mit einem Programm, bei dem Fränkisches dominiert und vor allem das Motto Kultur-Brücken umgesetzt wird.

In einer ersten Bilanz sprach Hartner von einem „herausragenden Tag für die Stadt Kitzingen“. Die Angebote seien angenommen, vielfältige Brücken gebaut worden. Die geschätzten 15 000 Besucher haben alle im Vorfeld kursierenden Zweifel an einem Erfolg des Angebots und der Investition zwischen 80 000 und 100 000 Euro überrannt.

Zahlreiche Brücken gebaut

Zur Freude der Veranstalter. Der Bezirk Unterfranken war ebenso dabei wie der Landkreis und die Stadt Kitzingen. Hier sind im Hauptamt im Rathaus die Fäden zusammengelaufen – seit eineinhalb Jahren übrigens. In dieser Zeit sind zwischen den Beteiligten „interkommunale Brücken“ gebaut worden, persönliche Bindungen entstanden, so Hartner.

Dass die Organisation so geklappt hat, wie sie geklappt hat, lag laut Hartner an vielen, vor allem auch ehrenamtlichen Helfern. Es lag aber auch an der Erfahrung, die der Stadtmarketingverein mit der Vorsitzenden Claudia Biebl und Herbert Müller bei der Organisation der Stadtfeste inzwischen gesammelt haben.

Logistisches Geschick war gefragt

Die logistische Aufgabe war nicht ohne: Vier Bühnen, dazu 250 Biertischgarnituren und 300 Stühle waren zu stellen. Das hat neue Erfahrungen gebracht. Der Erfolg der Trachten- und Volksmusikbühne hat gezeigt, dass der Eingang zur Schrannenstraße ein idealer Standort sein kann. Besonders gut angekommen sind auch die Liegestühle und Ruhemöglichkeiten am Weinfestplatz mit Blick auf den Main.

„Herausragend“ für Hartner: die Verwandlung der Alten Mainbrücke in eine Kunstgalerie. Stadtheimatpfleger Harald Knobling habe da Brücken zwischen Schulen gebaut. Ergebnis: Über 2000 Schüler verwandelten die Brücke in ein Gesamtkunstwerk, das noch bis Sonntag zu sehen sein wird. Brücken gebaut worden seien auf den vier Bühnen zwischen den Musikarten ebenso wie auf dem Bleichwasen, wo die Brücke von den Oldtimern zu E-Autos geschlagen wurde.

Ganz nebenbei war das Hauptamt noch zuständig für den Brückenschlag in die polnische Partnerstadt Trzebnica. Eine Delegation aus Trebnitz erlebte Franken pur und so ausführlich wie selten. Noch ein Plus auf der Habenseite.

Nur wenig Querelen

Und die andere Seite? Wie immer ein paar Leute, die alles besser wissen. Und der hohe Besuch aus München war ein Thema, das mit viel hin und her und Fragen um das Protokoll die Nerven strapazierte. „Muss man nicht immer haben“, sagte Hartner, der noch einmal das Programm der Kulturtage lobt. An diesem Dienstag schlägt Konzertgeiger Florian Meierott Brücken von der Klassik in die Moderne.

Unterfränkische Kulturtage – Das Programm bis zum Sonntag

Dienstag, 4. Juli, 19-22 Uhr: Tango, Filmmusik und leichte Klassik – Konzert mit dem Geiger Florian Meierott und Pianistin Jutta Müller-Vornehm, Weinfestplatz. Mittwoch, 5. Juli, 15.30 Uhr: „Dem Leben aufs Maul geschaut“ – Karin Böhm und Sepp Denninger lesen Texte der fränkischen Heimatdichter Alfred Buchner, Hanns Rupp und Engelberg Bach, Gartenschaugelände, Winterhafendamm. 20 Uhr, Kabarett mit Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig (ausverkauft), Alte Synagoge. Donnerstag, 6. Juli, 15.30 Uhr: „Dem Leben aufs Maul geschaut“ – Fränkische Lesung mit Karin Böhm und Sepp Denninger, Historischer Sitzungssaal, Rathaus. Freitag, 7. Juli, 17 Uhr: „200 Jahre Big Data in Sickershausen“ – Eröffnung der Sonderausstellung im Städtischen Museum, Landwehrstraße. 19 Uhr: Häckerbühne spielt den Schwank „Geld muss her“von Doris Albert, Weinfestplatz. 21 Uhr: Ballonglühen mit Musik, Gartenschaugelände. Samstag, 8. Juli, 11-16 Uhr: Integrationsfest mit buntem Programm für Jung und Alt, Weinfestplatz. Sonntag, 9. Juli, 10 Uhr: 10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst auf der Alten Mainbrücke, anschl. Gemeindefest am Dekanatszentrum. 11.15-14.15 Uhr, Musikalischer Frühschoppen mit JazzTonix am Gartenschaugelände. 19.30 Uhr, 19.30 Uhr, Cinema-Serenade mit dem Streichorchester der Musikschule der Stadt Kitzingen, Ohrwürmer aus der Welt des Films, Gartenschaugelände.


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