IPHOFEN

Bewegung und gesunde Ernährung wichtige Themen

Bewegung im Alltag war ein Schwerpunktthema beim Frauentag in Iphofen. Die gut 200 Besucherinnen haben aber nicht nur erfahren, wie sie sich fit halten.
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Ernährungswissenschaftlerin Josefine Oberst war beim vlf-Frauentag zu Gast als Referentin, sprach über Bewegung und gesunde Ernährung. Foto: Svenja Kloos
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„Als erstes die Hände über den Kopf heben“, leitet Josefine Oberst die Besucherinnen im Saal an. „Und jetzt die ausgestreckten Arme nach vorne beugen. Sie sollten mal sehen, wie das von hier oben aussieht“, sagt sie lachend. Dennoch ist die Übung vollkommen ernst gemeint: Beim Frauentag des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung, Bezirk Unterfranken (vlf) standen schließlich Bewegung, Ernährung und die Bewältigung belastender Situationen im Vordergrund.

Den ersten beiden Punkten nimmt sich Referentin und Ernährungswissenschaftlerin Josefine Oberst an. „Je älter man wird, desto schwieriger ist es, Gewohnheiten zu ändern“, sagt sie. Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, drei Portionen Milchprodukte (fettarm versteht sich), zwei Mal in der Woche Fisch, aber nicht mehr als drei Eier. Das ist nur ein Auszug aus den Empfehlungen zu gesunder Ernährung. Nur mal ehrlich: Wie viele Menschen halten sich wirklich daran?

„Sie müssen gar nicht mit der Brechstange alles umbiegen“, beruhigt Oberst. „Die Freude am Essen ist wichtig. Und wenn Sie Kleinigkeiten ändern, ist das schon hilfreich.“ So könne eine Portion Fleisch in der Woche zum Beispiel durch Fisch ersetzt werden. Und da pflanzliche Fette zu bevorzugen seien, eigenen sich in der Küche vor allem Raps-, Walnuss- und Leinöl.

„Der Vortrag hat mich auf den Boden zurückgeholt und gezeigt, dass man einfach mal locker bleiben sollte“, sagt eine 50-jährige Besucherin. Ihre Cousine nickt zustimmend: „Einen Satz werde ich auf jeden Fall nicht vergessen: Du kannst dich auch mit Wasser umbringen.“ Denn wichtig ist Oberst zufolge vor allem ein maßvoller Genuss.

Von Nahrungsergänzungsmitteln hält die Ernährungswissenschaftlerin dagegen nicht viel. Ihre Alternative: Auf die Wunderpille Bewegung umsteigen. Sie wirkt nicht nur der Alterung entgegen, sondern schützt sogar vor Demenz. „Wer rastet, der rostet“, so Josefine Oberst.

So verschlechtert sich etwa das Aufstehen von einem Stuhl im Alter um 11 Prozent pro Jahr. Die gute Nachricht: Die Muskelkraft ist bis in hohe Jahre trainierbar. Deshalb zeigt Oberst den Besucherinnen verschiedene Übungen, mit denen sie sich im Alltag fit halten können. Zum Beispiel, indem sie sich auf eine Stuhlkante setzen und zehn Mal aufstehen. Oder sich hinter den Stuhl stellen und Kniebeugen machen. Ebenfalls trainiert werden kann Standhaftigkeit in Krisen. Das ist das Thema, das Psychologin Katharina Maehrlein am Nachmittag aufgreift.

Da die Veranstaltung jedes Jahr vom vlf Bezirk Unterfranken organisiert wird, richtet sie sich an alle Frauen aus der Region. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sind ebenfalls mit im Boot, haben in diesem Jahr eine Ausstellung zum Thema „Bewusst essen, täglich bewegen“ im Foyer der Karl-Knauf-Halle aufgebaut.

Entstanden ist der vlf-Frauentag übrigens vor 29 Jahren als Treffen von landwirtschaftlichen Unternehmerinnen, so Herbert Lang, Geschäftsführer des vlf Unterfranken. Eine kleine Gruppe von 30 Teilnehmerinnen, die alle mit der Buch- und Betriebsführung auf den Höfen betraut waren, organisierte eigene Fortbildungen in diesem Bereich – damit nahm der Frauentag seinen Anfang.

Inzwischen kommen jährlich über 200 Besucherinnen, von denen 90 Prozent nach wie vor mit der Landwirtschaft zu tun haben. „Es handelt sich aber nicht mehr um einen klassischen Arbeitskreis wie früher“, sagt Lang. Denn die Vorträge haben weniger mit Verwaltung und Führung zu tun – stattdessen liegt der Schwerpunkt auf Persönlichkeitsthemen, wie eben Gesundheit, Ernährung und Bewegung.

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