Kitzingen
Papst-Rücktritt

Benedikts Entschluss überrascht Kitzinger Pfarrer

Der Pfarrer der Pfarrei St. Johannes Kitzingen, Dr. Manfred Bauer, hat beim Mittagessen erfahren, dass Papst Benedikt XVI. am 28. Februar zurücktreten wird. "Es ist mutig, einen solchen Schritt zu tun, aber ich habe dies nicht erwartet", sagte Pfarrer Bauer in einer ersten Stellungnahme.
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Dieses Foto von Papst Benedikt XVI. ist bei der Heiligen Messe in München im September 2006 entstanden. Foto: Günter Streit
Dieses Foto von Papst Benedikt XVI. ist bei der Heiligen Messe in München im September 2006 entstanden. Foto: Günter Streit
Benedikt habe auf ihn immer sehr wach und präsent gewirkt, keineswegs gebrechlich und voller Schmerzen. Benedikts Vorgänger, Papst Johannes Paul II., habe das Amt zum Schluss seines Lebens viel Leid gebracht. Bauer denkt, Benedikt habe vermeiden wollen, dass es so weit kommt und in voller Freiheit seinen Entschluss getroffen. "Das Amt des Pontifex ist Kräfte zehrend. Deswegen verdient Benedikts Schritt Respekt und Achtung", sagte der Kitzinger Pfarrer.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hat "sehr, sehr überrascht" auf die heutige Bekanntgabe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. reagiert. Die Entscheidung des Papstes wertete er als "mutigen Schritt", den der Papst aus großer Verantwortung heraus tue, sagte Hofmann laut Mitteilung vom Montag. "Ich kann das nur respektieren", erläuterte er.


Dekan Johannes Hofmann aus Volkach sagt, es habe niemand etwas gewusst oder geahnt von Benedikts Gedanken, aber mit den Menschen seines Vertrauens habe er sich sicherlich besprochen. "Er hat sein Feld bestellt", meint Hofmann.

Erst mal schockiert
Günter Streit aus Kitzingen hat Papst Benedikt zwei Mal live erlebt. Bei der Heiligen Messe am 10. September 2006 in München war Streit als Fotograf dem Stellvertreter Christi ganz nah. Er war erst mal schockiert, als er von dem Rücktritt erfuhr. Streits Gefühle sind gemischt. Zum einen findet er es bedauerlich, dass der deutsche Papst sich zurückziehen will. Zum anderen hält er es für einen sehr anerkennenswerten Schritt, bestimmt zum Vorteil der Katholischen Kirche. Streit: "Es gehört sicherlich viel Kraft dazu, sich so zu entscheiden."

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