KITZINGEN/SCHWEINFURT

Barbara Pfeuffer: Grüne Zukunft statt Stillstand

Ob in der Landwirtschaft, bei den Sozialsystemen oder der Bildungspolitik, – den Regierungsparteien fehle der Mumm, sagt die Direktkandidatin.
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Für Barbara Pfeuffer ist die Zeit, die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen, überreif. Foto: Foto: Martina Müller
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Ob in der Landwirtschaft, bei den Sozialsystemen oder in der Bildungspolitik, – den Regierungsparteien fehle der Mumm, sich Herausforderungen zu stellen. Statt Konzepte für die Zukunft zu schmieden, würden sie auf den so gerne und häufig genannten „sprudelnden Steuereinnahmen“ sitzen, an alten Konzepten herumdoktern und die Zukunft verschlafen. Deshalb sei es Zeit für den Wechsel, Zeit für die Grünen und für die Direktkandidatin Barbara Pfeuffer.

Die heiße Phase des Wahlkampfes eröffnete Barbara Pfeuffer mit einem Frühstück auf dem Naturlandhof Tietze in Sennfeld. Erst fing die Kandidatin ganz sachte an, um alsbald zum Kern des eigenen Programms zu kommen, das da heißt „Handeln, nicht warten!“ Gekommen waren gut drei Dutzend Parteifreunde, die der Schulpsychologin aus Theilheim bei Würzburg (Jahrgang 1964, verheiratet, drei Kinder) zuhörten, die drei Jahre lang (bis 2016) den Bezirksverband der Grünen führte.

Von Naturschutz bis Bildungspolitik

Zum Frühstück standen Tomaten mit Mozzarella und Basilikum, Paprika, Müsli sowie reichlich Obst und Gemüse auf dem Büfett. Dazu passend sprach Pfeuffer von der starken landwirtschaftlichen Prägung des Wahlkreises Schweinfurt/Kitzingen. Überproduktion von Massengütern, die man nach Afrika abschiebe, passe nicht zur Einfuhr von Bio-Lebensmitteln, meint Pfeuffer. Mit dem Credo, immer mehr und immer billiger zu produzieren, werde der Boden ausgelaugt, das Grundwasser belastet und der Artenreichtum dezimiert. Pfeuffer fordert den ökologischen Landbau und die Einsicht, dass der Schutz der Natur nicht zum Nulltarif von den Bauern zu haben ist, und eine Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern, denen Agrarexporte Einnahmen und ein Instrument gegen die Landflucht liefern würden. Kräftigen Beifall gibt es, als die Quereinsteigerin in der Politik die „erbärmlichen Bedingungen in der Tierhaltung“ ansprach.

Geld vom Bund für Inklusion und Ganztagsunterricht

Bei der Bildungspolitik will Barbara Pfeuffer Geld beim Bund für die Länder locker machen, denn Inklusion und Ganztagsunterricht seien teuer, aber eben auch die wichtigste Investition in die bundesdeutsche Zukunft. Ebenfalls auf die Bildung setzt die Kandidatin bei der Arbeitsmarktpolitik, die passgenaue Konzepte für Langzeitarbeitslose, Schwervermittelbare, Neubürger oder etwa für die 7,5 Millionen Analphabeten liefern und durch Aus- und Weiterbildung dem Facharbeitermangel begegnen müsse.

Pfeuffer: Das Land wird nicht auf die Zukunft vorbereitet

Im Redaktionsgespräch macht die Kandidatin die Unentschlossenheit der Regierenden an der Energiewende fest. Mit dem Weiterwursteln werde das Land nicht auf die Zukunft vorbereitet. Beispielsweise sei die E-Mobilität schon jetzt auf einem Kurs, bei dem deutsche Automobilindustrie überfahren werde, was massenhaft Arbeitslose zurücklassen werde. Bei der Infrastruktur werde nicht der Stand der Technik beachtet, kein Blick in die Zukunft geworfen, sondern an alten Konzepten und Ideen herumgebastelt.

Zukunftsperspektiven in der Sozialpolitik hat Barbara Pfeuffer bei den großen Parteien nicht ausgemacht. Nicht nur vor dem Umbau der Rente drücke man sich und vertage auf irgendwann, statt dass man das Geld, das doch angeblich bei den Steuereinnahmen sprudele, in die Hand nehme und gestalte. Für die Kandidatin ist die „soziale Frage genauso relevant wie die Rettung der Banken“.

Zur Person

Barbara Pfeuffer, Jahrgang 1964, verheiratet, drei Kinder, Schulpsychologin, war von 2014 bis 2017 Bezirksvorsitzende der Grünen in Unterfranken. Die Kandidatin ist Mitglied im Landesausschuss und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung sowie Delegierte für die Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung. Barbara Pfeuffer ist seit langem aktiv in der grünen Politik, nicht nur auf Bezirksebene, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. Ihr Themenschwerpunkt ist die Bildung. Darüber hinaus engagiert sie sich in vielen anderen Themenbereichen.
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