MARKTBREIT

Bankfiliale in Gnodstadt schließt

Böse Überraschung und Empörung: Ende des Monats März schließt die Filiale der VR-Bank. „Sie lassen die Leute hier im Stich“, sagte zweiter Bürgermeister Biebelriether.
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VR-Bank schließt Foto: Claudia Mazarin

Böse Überraschung und Empörung in Gnodstadt: Ende des Monats März schließt im Marktbreiter Stadtteil die Filiale der VR-Bank Würzburg. Auf Antrag der Stadtratsfraktion der Freien Wähler Gnodstadt beschäftigte sich der Stadtrat Marktbreit am Montagabend mit dem Thema, das zweiter Bürgermeister und Ortsvertreter Herbert Biebelriether der Bank mit den Worten: „Sie lassen die Leute hier im Stich“, kommentierte.

Die „Raiffeisenkasse“ hat in Gnodstadt Tradition und wurde vor genau 120 Jahren gegründet, so Biebelriether. In früheren Zeiten gab es dabei eine Verbindung mit der Dreschhalle, eine Tankstelle und den Landhandel. Nach der Fusion mit der VR-Bank Ochsenfurt und später zur VR-Bank Würzburg wurden die Angebote auf dem Land immer weniger: Die Dreschhalle wurde verkauft, der Landhandel und die Tankstelle aufgegeben. Jetzt erfolgt der letzte Schritt, die Schließung der Filiale in Gnodstadt, am Ende bleiben nicht einmal Geldautomat oder Kontoauszugsdrucker. Außerdem gibt es kein weiteres Geldinstitut in Gnodstadt.

Völlig überrascht von der Entwicklung zeigten sich Biebelriether und die weiteren Ortsvertreter der Bank in Gnodstadt von der Entwicklung: Erst im Februar seien sie von der kommenden Schließung zum 31. März informiert worden. Was die Gnodstädter darüber hinaus empört – auch das Haus in der Raiffeisenstraße 5 soll verkauft werden. Insgesamt gebe es eine hohe Mitgliederzahl: Über 60 Prozent der Einwohner Gnodstadts sind an der Bank beteiligt.

In der Diskussion im Rat zeigte Bürgermeister Erich Hegwein zwar einen Anflug von Verständnis für die Entscheidung – die niedrigen Zinsen sorgten für niedrige Margen bei den Banken – forderte aber zumindest den Erhalt der Bankautomaten. Ein Schreiben an die Bank solle um Rücknahme der Entscheidung bitten, ansonsten werden die Stadt ihr Konto dort auflösen.

Zu wenig, so die Meinung von Harald Kopp und Maria Luise Thein: Der Bürgermeister und seine Vertreter sollten den direkten Kontakt zur Bank suchen und in persönlichem Gespräch eine akzeptable Lösung finden. Kopp forderte gar, die Stadt solle die Gnodstadter dazu auffordern, ihr Konto bei der VR-Bank Würzburg zu kündigen. Ein Vorhaben, dem Hegwein aus rechtlichen Gründen nicht folgen wollte.

Sowohl Kopp, als auch der Sprecher der Freien Wählergruppe Gnodstadt, Manfred Krauß, betonten: Das Verhalten der Bank widerspreche zudem dem Genossenschaftsgedanken, bei dem nicht unbedingt der Gewinn im Vordergrund stehe. Dass es auch anders gehe, zeige etwa die Raiffeisen Kitzinger Land, die in deutlich kleineren Ortschaften noch Filialen betreibe, so Krauß, der dass Verhalten der Würzburger Bank als „Zumutung“ bezeichnete.

Am Ende stand der einstimmig Beschluss des Marktbreiter Ratsgremium, nochmals das persönliche Gespräch mit dem Bankenvorstand zu suchen.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung der Sitzung war:

• Wie schon im Bauausschuss vorbesprochen, werden „langfristige verkehrsrechtliche Anordnungen“, etwa das Aufstellen von Gerüsten auf öffentlichem Grund, nun per Stadtratsbeschluss geregelt: Zusammen mit dem Ordnungsamt können Sondernutzungen bis zu sechs Monaten vom Bürgermeister erlassen werden. Länger dauernde Sondernutzungen sind vom Bau- und Hauptausschuss zu beschließen.

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