Ein wenig bange ist den Mainbernheimer Stadträten schon, jetzt, da sie bald die Schützenstraße ausgebaut bekommen. Eine Querungshilfe ist auch vorgesehen. Der Landkreis Kitzingen hat zugesichert, einen großen Teil der Kosten zu übernehmen, weil die Straße nach Rödelsee eine Kreisstraße ist.

Das Problem besteht darin, dass die Stadt derzeit im Goldgrubenweg selbst eine Straßenbaustelle unterhält. Wenn die Schützenstraße gesperrt werden muss, dann haben die Bewohner des Wohngebietes oberhalb der Altstadt zusätzliche Umwege in Kauf zu nehmen. Am 10. April will die Baufirma mit ihren Maschinen in der Schützenstraße anrücken. Zehn Wochen werden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern. Dies gab Bürgermeister Karl Wolf (FWG) in der Stadtratssitzung am Donnerstag bekannt. Parkmöglichkeiten werden dann auch nur noch eingeschränkt zu finden sein, denn der Parkplatz an der Schießstätte wird als Abstellplatz für allerlei Baugeräte gebraucht.


Feuerwehrfest muss verlegt werden



Zudem wird die Feuerwehr die Örtlichkeit für ihr Fest am Pfingstmontag von eben diesem Platz verlegen müssen. Auch die Initiatoren des privaten Flohmarkts, der am selben Tag und an gleicher Stelle geplant ist, werden sich ein anderes Fleckchen suchen müssen, vielleicht im Holzgraben oder im Turngarten. Als ob das nicht schon unbequem genug wäre, gab die Deutsche Bahn bekannt, vom 28. April bis 12. Mai nachts Gleisbauarbeiten durchzuführen. Je nach Windrichtung dürften die Mainbernheimer einiges an Lärm abbekommen.

Mainbernheims Bauprojekte prägen auch den Haushalt für dieses Jahr. Finanzverwalter Dieter Brunner stellte die Einzelheiten vor, nachdem Bürgermeister Wolf eine kurze Vorrede, gespickt mit Zitaten von Dichtern und anderen Berühmtheiten, gehalten hatte. Der Vermögenshaushalt steht ganz im Zeichen des Ausbaues und der Sanierung des Goldgrubenwegs. Von den veranschlagten 1,68 Millionen Euro im Vermögenshaushalt entfallen allein auf diese Maßnahme eine Million Euro. "Aufgrund der vielen Baumaßnahmen wie Bauhof-Neubau, Schulhaussanierung, Sanierung des Rathaus- und Kirchplatzes ist es nicht möglich gewesen, entsprechende Rücklagen in den vergangenen Jahren zu bilden", schreibt Brunner im Schlussbericht. Heuer wird eine Kreditaufnahme nicht zu umgehen sein.


"Touristisch isoliert"



Eine vorher noch nicht einkalkulierte Ausgabe von 5000 Euro ergab sich aus dem von Robert Finster (SPD) vorgetragenen Wunsch, die Mainbernheimer Wanderwege zu entwickeln. Finster traf damit den Nerv seiner Stadtratskollegen. Eugen Reifenscheid (SPD) bestätigte, Mainbernheim sei touristisch und speziell beim Wanderwegekonzept des Landkreises isoliert und führe ein Schattendasein. "Wir sollten mit den umliegenden Gemeinden Kontakt aufnehmen", riet er.