KITZINGEN

Aus dem Gericht: Schwarzfahrten eines Kiffers

Als der heute 37-Jährige aus der Türkei nach Deutschland kommt, lässt er seine Fahrerlaubnis nicht umschreiben - das hat Folgen.
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Joint mit Marihuana (Symbolbild)
Joint mit Marihuana (Symbolbild) Foto: Daniel Karmann (dpa)
Der Beginn der 15-jährigen kriminellen Karriere mutet geradezu lapidar an: Als der heute 37-Jährige aus der Türkei nach Deutschland kommt, lässt er seine Fahrerlaubnis nicht umschreiben. Die wird – weil er dauerhaft in Deutschland bleibt – nach sechs Monaten ungültig. Und so geht es 2002 mit den ersten Strafverfahren los: Immer wieder fällt der Mann durch Fahren ohne Führerschein auf. Dazu kommen Delikte wie unerlaubter Schusswaffenbesitz, Betrug – und Betäubungsmittel spielen irgendwann auch eine Rolle.

Die kriminelle Karriere zieht einige Gefängnisaufenthalte nach sich: Erst drei Monate, dann fünf Monate, schließlich zwei Jahre und vier Monate. Gebracht hat das alles nichts: Kaum aus dem Gefängnis, geht es mit Körperverletzung und Betäubungsmitteln weiter.

„Man hat mich nonstop bei der Polizei angeschwärzt.“
Der 37-jährige Angeklagte über seine Nachbarschaft

Es setzt drei saftige Geldstrafen am Stück, die der Arbeitslose noch lange nicht abbezahlt hat. Wobei ein Schuldenabbau generell nicht absehbar ist. Aktuell lebt der 37-Jährige nach eigenen Angaben ohne Sozialleistungen von Gelegenheitsjobs.

Zu den vielen Knicken im Leben des ledigen Mannes gesellt sich nun ein weiterer: Vor dem Kitzinger Strafrichter Peter Weiß geht es einmal mehr um Drogen. Im Mai vergangenen Jahres war der Angeklagte einmal mehr unter Drogen am Steuer erwischt worden. Zu der berauschten Schwarzfahrt gesellten sich innerhalb weniger Wochen vier weitere Fahrten.

Wobei Pech für den Mann war, dass er es sich inzwischen mit seiner Nachbarschaft verscherzt hatte. Die schaute nämlich ganz genau hin, wenn er sich mal wieder hinters Steuer setzte. Sogar ein Handyfilm existiert von einer der Fahrten. Man habe ihm „nachgestellt“ und „nonstop bei der Polizei angeschwärzt“, beschwert sich der Mann. Dass er seit 15 Jahren nicht fahren darf und vielleicht deshalb die Probleme hat, scheint dagegen kein großes Problem für ihn zu sein.

„Unbelehrbar“ nennt der Staatsanwalt den Angeklagten und fordert diesmal eine achtmonatige Haftstrafe. Das Gericht entscheidet sich schließlich für ein halbes Jahr, wobei über eine mögliche Bewährung aufgrund der Vorgeschichten keine Sekunde nachgedacht werden muss. Außerdem setzt es eine einjährige Führerschein-Sperrfrist – was aber bei einem, den das seit 15 Jahren nicht die Bohne interessiert, sowieso kaum mehr als eine Randnotiz sein dürfte.

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