LANDKREIS KITZINGEN

Aus dem Gericht: Ein Jäger auf Abwegen

Nach der Jagd musste noch angestoßen werden - das wurde einem Jäger im Landkreis zum Verhängnis. Er verlor vor Gericht Waffe, Führerschein und Geld.
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Jagd
Die Beute im Visier: Auf dem gestellten Foto sitzt ein Jäger mit seinem Gewehr auf einem Hochsitz. Foto: Foto: Bernd Wüstneck, dpa

Nach der Jagd musste noch angestoßen werden. Es blieb aber nicht beim Zuprosten: Der 52-Jährige trank – weil es gerade so schön war – noch das eine oder andere Bierchen. Gegen Mitternacht setzte sich der Mann dann frohgemut und gut angeheitert in sein Auto, um vom Jagdrevier nach Hause zu fahren.

Pech für ihn: In jener Mai-Nacht war auch eine Polizeistreife unterwegs, in deren Arme der Angetrunkenen schnurstracks fuhr. Was dazu führte, dass der Jäger seine Promillezahl wenig später aufs Komma genau ganz amtlich hatte – er brachte es auf 1,26.

Gewehr im Kofferraum

Was in diesem Fall aber viel gravierender war: Der 52-Jährige hatte gegen das Waffenrecht verstoßen. Im Kofferraum lag ein Gewehr. Ein Vergehen in doppelter Hinsicht: Zum einen darf eine Waffe nach dem Gesetz zwischen Wohnort und Jagdort gesichert transportiert werden. Das Problem: Weder war das im Kofferraum liegende Gewehr gesichert. Außerdem gab es den direkten Weg Jagd-Wohnort so nicht mehr, weil dazwischen eben mit der kleinen Feier eine zeitliche Unterbrechung lag.

Anders gesagt: Der Mann hätte „direkt vom Revier heimfahren“ müssen, so Strafrichter Bernhard Böhm bei der Verhandlung am Kitzinger Amtsgericht. So vielfältig die Verstöße, so konsequent die Bestrafung: Das eingezogene Gewehr sieht der Mann nie wieder. Außerdem muss er sieben Monate auf seinen Führerschein verzichten – und teuer wird der Jagdausflug auch: Insgesamt muss der Verkäufer 2100 Euro (70 Tagessätze zu je 30 Euro) nach und nach abstottern.

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