KITZINGEN

Auf Reisen für die Umwelt

Der Umweltaktivist GwanSup Lim bereist 150 Unternehmen weltweit. Er informiert sich über Umwelttechnologien. Nun war er im Innopark in Kitzingen.
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Solarstrom
Der Gemeinderat in Zell lehnte den Bau einer Bürgersolaranlage auf den Dächern der Grundschule und der Maintalhalle ab. Foto: Foto: dpa

Er ist Umweltaktivist und Journalist – und bereist weltweit 150 Unternehmen, um herauszufinden, was sie im Bereich der Umwelttechnologien antreibt. GwanSup Lim aus Südkorea hat sich im Innopark Kitzingen bei der OPVIUS GmbH umgesehen (früher: Belectric). Drei Fragen an den Gast, der seine Eindrücke in einem Blog verarbeitet und ein Buch darüber schreiben will.

Frage: Warum widmen Sie sich dem Umweltschutz auf diese Art und Weise?

GwanSup Lim: Mein Vater liebt das Klettern und hat mich von klein auf mitgenommen. Die Verbundenheit mit der Natur und deren Einzigartigkeit hat mich seitdem nie mehr losgelassen. Nach der Schule habe ich Architektur studiert und versucht, Gebäude und die Natur in Einklang zu bringen. Doch dann habe ich mich wieder ganz dem Umweltschutz gewidmet. Feinstaub ist in asiatischen Städten wie Peking oder auch in Indien ein großes Problem. Ich möchte dazu beitragen, die Emissionen dort zu reduzieren und den Umweltschutz vorantreiben.


Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Reise durch Europa, die USA und China?

Lim: Ich lerne neue Unternehmen und deren Beitrag zum Umweltschutz kennen und möchte mein Wissen dann in Asien bekannt machen. Ich will aufzeigen, was einzelne Unternehmen und Projekte bieten, um eine grünere Welt zu schaffen. In China wird der Fokus darauf liegen, zu verdeutlichen, wie stark Unternehmen dort die Umwelt verschmutzen und wie Lösungen dagegen aussehen könnten.

Welches Unternehmen war das bisher interessanteste auf Ihrer Reise?

Lim: Besonders interessant finde ich Unternehmen, die nicht vorrangig ans Geld verdienen denken, sondern Forschung und Entwicklung betreiben. Die Schlagwörter sind 'Energy Blockchain' und 'Grid Decentralization': Dabei geht es um die Dezen-tralisierung der Stromversorgung – den Direktverkauf selbst erzeugter Energie über Plattformen, ohne Abrechnung über Stadtwerke.


Warum haben Sie Kitzingen als Stopp auf Ihrer Reise ausgewählt?

Lim: Vor allem wegen der Produktion ohne Silizium. Dieses ist in der Weiterverarbeitung sehr schädlich für die Umwelt und wird trotzdem in klassischen Photovoltaikanlagen verwendet. Der Verzicht auf Silizium bei der Firma OPVIUS zeigt, dass Solar-Energie auch ohne umweltschädliche Substanzen generiert werden kann.

Welches sind die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Südkorea im Bereich Umweltschutz?

Lim: In Europa gibt es Gesetzesvorschläge, wonach bis zum Jahr 2025 60 Prozent der eingesetzten Plastikverpackungen recycelt werden sollen. Diesen starken Einsatz für Nachhaltigkeit und Umweltschutz gibt es in Asien nicht.

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